TVB Stuttgart

Die Füchse Berlin mussten zittern

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Teo Coric (mit Ball) und der TVB legten sich in Berlin mächtig ins Zeug (links Paul Drux, rechts Matthias Zachrisson). Trotz einer starken Leistung musste sich der TVB den Füchsen mit 25:28 beugen. © Voigt

Es hat nicht ganz gereicht für den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart gestern in Berlin. Vor 5143 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle mussten die Füchse allerdings bis zur letzten Minute zittern, ehe der 28:25-Sieg und damit die Tabellenführung mit 10:0 Punkten unter Dach und Fach waren. Der TVB war dem Club-Weltmeister ein unangenehmer Gegner.

Es hat nicht ganz gereicht für den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart gestern in Berlin. Vor 5143 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle mussten die Füchse allerdings bis zur letzten Minute zittern, ehe der 28:25-Sieg (15:12) und damit die Tabellenführung mit 10:0 Punkten unter Dach und Fach waren. Der TVB war dem Club-Weltmeister ein unangenehmer Gegner.

Nach zwölf Minuten sah es nicht besonders gut aus für den TVB: Nachdem Bobby Schagen per Strafwurf das 2:2 erzielt hatte, nutzten die favorisierten Gäste die Fehlwürfe der Gäste und zogen auf 6:2 davon. Diesem Vier-Tore-Rückstand lief das Team von Trainer Markus Baur bis zum 9:5 durch Paul Drux (15.) hinterher. Michael Kraus hielt seine Mannschaft an seinem 33. Geburtstag mit drei Toren in Folge im Spiel, nach 17 Minuten stand es 9:8.

Der TVB versuchte es immer wieder mit dem siebten Feldspieler. Eine Taktik, die öfter von Erfolg gekrönt war. Allerdings bauten die Berliner dank der Nationalspieler Fabian Wiede und Drago Vukovic zunächst ihren Vorsprung nach dem 11:10 mit vier Toren hintereinander zum 15:10 aus. Djibril M’Bengue und Schagen sorgten beim 15:12 für ein freundlicheres Halbzeit-Resultat.

Der TVB, offensichtlich gestärkt durch die gute Leistung gegen Hannover, glaubte auch nach der Pause an seine Chance und ließ den Favoriten auf maximal vier Tore enteilen (17:13/34.). Zwei Fehlwürfe verhinderten in dieser Phase den direkten Anschluss, doch die Bittenfelder ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht vom Publikum im „Fuchsbau“, das sein Team nach vorne peitschte. Nach einem Kracher von Marian Orlowski und einem Doppelschlag von Dominik Weiß war es soweit: Den 19:19-Ausgleich (42.) nahm der Berliner Trainer Erlingur Richardsson zum Anlass, seine Spieler zur Besprechung zu bitten. Die Füchse schienen nervös angesichts des Widerstands, ihr Manager Volker Zerbe sah wegen Meckerns die Gelbe Karte.

Es kam noch besser aus Sicht des Außenseiters: Die Abwehr vor dem guten Jogi Bitter stand sehr gut, Schagen behielt bei zwei Siebenmetern die Nerven. Plötzlich führte der TVB mit 21:19 – und hatte Pech: Dragan Jerkovic hielt einen Siebenmeter von Wiede, doch Petar Nenadic verkürzte im Nachwurf auf 20:21 und traf kurz darauf zum Ausgleich.

In Unterzahl, Weiß saß für zwei Minuten auf der Strafbank, brachte Orlowski sein Team beim 22:21 elf Minuten vor dem Ende wieder in Vorteil. Es war indes die letzte Führung des TVB. Der Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter parierte wichtige Bälle, dann bekam Teo Coric eine Zeitstrafe aufgebrummt. Beim 23:22 (53.) hatte sich Berlin erstmals seit der 40. Minute wieder einen kleinen Vorteil verschafft. Nach einer Auszeit des TVB übernahm Vukovic in brenzligen Situationen die Verantwortung bei den Füchsen. Binnen fünf Minuten traf er viermal, sein finaler Treffer zum 27:24 eine dreiviertel Minute vor Schluss bedeutete die Entscheidung. Am Ende musste sich der TVB trotz großem Kampf mit 25:28 geschlagen geben.

Bereits am Samstag (19 Uhr) geht’s weiter für das Baur-Team. Sollte es sich beim Aufsteiger HSC Coburg durchsetzen, stünden 6:6 Punkte auf dem Konto. Mit diesem Saisonstart dürfte der TVB zufrieden sein.

Füchse Berlin: Heinevetter, Stochl; Wiede (7/3), Elisson (3), Vukovic (6), Struck, Gojun, Nenadic (3), Plaza-Jiminez, Zachrisson (4), Fäth (1), Kozina (2), Drux (2), Reißky.
TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Jerkovic; Schimmelbauer (1), Weiß (5), Schagen (6/4), Schweikardt, Kraus (5), M’Bengue (3), Coric (2), Baumgarten, Orlowski (3), Kretschmer.

Ausschnitte der Partie Füchse Berlin – TVB 1898 Stuttgart sind zu sehen auf www.zvw.de/sportvideos
 


Das zweite Spiel von gestern: SC Magdeburg – HSG Wetzlar 30:26

Stimmen zum Spiel
Erlingur Richardsson, Trainer der Füchse Berlin: „Wir haben manchmal gut gespielt und manchmal schlecht. Deshalb hatte Stuttgart heute eine gute Chance, etwas zu holen.
Markus Baur, Trainer des TVB 1898 Stuttgart: „Ich bin ein bisschen enttäuscht – auch wenn sich das vielleicht komisch anhört, wenn Stuttgart nach Berlin fährt. Aber wenn man in der 49. Minute führt, möchte man natürlich mehr. Zum Schluss haben wir ein paar Dinge nicht gut gelöst.“