TVB Stuttgart

Ein ernüchternder Auftritt des TVB gegen Göppingen

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An Sascha Pfattheicher (beim Wurf) lag’s nicht, dass es für den TVB Stuttgart in Göppingen nichts zu holen gab. Der Rechtsaußen versenkte alle seine vier Würfe im Tor des starken Urh Kastelic. Foto: Körner © Jens Körner

Handball, 1. Bundesliga, Männer: FA Göppingen – TVB Stuttgart 31:22 (14:11) / In den zweiten 30 Minuten erlahmt der Widerstand rasch

Der TVB Stuttgart ist für FA Göppingen im württembergischen Derby der 1. Handball-Bundesliga kein ernsthafter Gegner gewesen. Vor 4100 Zuschauer in der EWS-Arena dominierten die Göppinger gegen den braven TVB und holten sich beim 31:22 den zweiten Saisonsieg. Für Stuttgart dagegen war’s nach dem guten Pokalspiel gegen Erlangen ein kleiner Rückschritt.

Göppingen gegen Stuttgart, 2:8 Punkte gegen 1:9 Punkte: Es stand einiges auf dem Spiel für beide Teams. Favorisiert waren die Göppinger, doch das Team von Trainer Jürgen Schweikardt rechnete sich durchaus etwas aus. Vorausgesetzt, es knüpfte an die Leistung aus dem Pokalspiel an. Davon indes war es ein gutes Stück entfernt.

Ein hitziges Derby war erwartet worden. Die sehr guten Schiedsrichter Tobias Tönnies und Robert Schulze sorgten mit einer konsequenten Linie aber schnell für Ruhe. Der Göppinger Spielmacher Tim Kneule saß nach neun Minuten bereits seine zweite Zeitstrafe ab. Beidseits reichlich konfus und fehlerhaft war die Anfangsphase, der TVB profitierte mehr davon und führte mit 5:3 (12.). Der energische Adam Lönn war dabei dreimal erfolgreich.

Die frühe Auszeit des Göppinger Trainers Hartmut Mayerhoffer brachte sein Team in die Spur. Nach Elvar Asgeirssons Treffer zum 6:4 für den TVB (14.) verloren die Gäste für sechs Minuten die Kontrolle. Göppingen agierte nun deutlich aggressiver in der Deckung – und das, obwohl der abwehrstarke Kneule nur noch in der Offensive eingesetzt wurde. Das Heimteam nutzte die technischen Fehler des TVB knallhart und hatte die Partie mit einem 5:0-Lauf zum 9:6 gedreht. Stuttgart tat sich schwer im Positionsspiel. Die Spielmacher Max Häfner und Elvar Asgeirsson setzten ebenso wenig Akzente wie der rechte Rückraum mit David Schmidt und Robert Markotic. Adam Lönn dagegen machte erneut ein ordentliches Spiel. Zunächst hielt Göppingen seinen Zwei- bis Drei-Tore-Vorsprung, ehe Sascha Pfattheicher mit einem tollen Dreher und Patrick Zieker per Konter auf 11:12 verkürzten (28.). Beim 11:14-Rückstand zur Halbzeit war der TVB noch im Spiel.

Das änderte sich jedoch relativ schnell. Der kurz vor der Pause für Daniel Rebmann eingewechselte Göppinger Keeper Urh Kastelic stahl Johannes Bitter nach und nach die Show. Von der 40. Minute an bekam die Defensive des TVB keinen Zugriff mehr. Göppingen hatte klare Vorteile im Spiel Eins-gegen-eins, spielte variabler und war von allen Position torgefährlich. Kaum zu bremsen war dabei der starke Ivan Sliskovic. Spätestens nach Kneules Treffer zum 21:15 (41.) hatte FA den Gegner im Griff. Auch die Auszeit von TVB-Trainer Jürgen Schweikardt und die Umstellung aufs sieben gegen sechs sowie der Torhüterwechsel zu Nick Lehmann brachte wenig Besserung. Dem TVB fehlten vorne die Ideen und hinten die Leidenschaft. Sebastian Heymann schoss sein Team beim 23:17 erstmals mit sechs Toren Differenz in Führung (43.), sieben waren’s beim 26:19 (50.). Der Widerstand des viel zu braven TVB erlahmte immer mehr, FA hatte leichtes Spiel. Nach dem 28:19 von Tim Sörensen und der Zeitstrafe gegen Manuel Späth (53.) ging’s für die Gäste nur noch darum, die Niederlage im erträglichen Rahmen zu halten.

Am Ende stand die ernüchternde 22:31-Niederlage. Die nächste Chance auf den ersten Saisonsieg haben die Stuttgarter am Samstag. Bei den Eulen Ludwigshafen müssen sie sich deutlich steigern, ansonsten stehen 1:13 Punkte zu Buche. Und dann könnte es ziemlich ungemütlich werden.

FA Göppingen: Rebmann, Kastelic; Theilinger (3), Kneule (3), Heymann (3), Bagersted, Peric (1), Sliskovic (5), Sörensen (1), Schiller (5/4), Rentschler (2), Predragovic, Hermann, Zelenovic (4), Kozina (4).

TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner (1), Asgeirsson (1), Späth, Lönn (4), Markotic (1), Röthlisberger, Maier, Nicolaus, Zieker (6/1), Pfattheicher (4), Pesevski (1), Schmidt (2), Wieling (2).

An Sascha Pfattheicher (beim Wurf) lag’s nicht, dass es für den TVB Stuttgart in Göppingen nichts zu holen gab. Der Rechtsaußen versenkte alle seine vier Würfe im Tor des starken Urh Kastelic. Foto: Körner