TVB Stuttgart

Enttäuschender Auftritt gegen den VfL Gummersbach

VfL Gummersbach vs. TVB Stuttgart  in der DKB Handball-Bundesliga
Handball ist kein Spiel für Memmen, wie diese Kampfszene aus dem Match TVB (gelbe Trikots) gegen Magdeburg zeigt. © Philipp Ising

Restlos enttäuscht haben die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart beim Gastspiel am Sonntag Abend in Gummersbach. Der VfL hatte von Anfang an wenig Mühe mit dem harmlosen TVB, der vor allem im Angriff ganz schwache Szenen hatte. Am Ende kam das Team von Trainer Markus Baur bei der 20:27-Niederlage sogar noch einigermaßen glimpflich davon.

Nach dem tollen Kampfspiel gegen Lemgo hatte sich der TVB in Gummersbach eine kleine Chance ausgerechnet, auch wenn vier wichtige Spieler fehlten. Zumal der VfL auch nicht ganz frei von personellen Sorgen in die Partie ging.

Die Hoffnung auf Bonuspunkte im Abstiegskampf indes musste der TVB rasch begraben. Mit der Leistung vom Sonntagabend dürften die Bittenfelder es auch schwer haben, gegen schwächere Gegner zu punkten.

Marian Orlowski machte den frühen 0:2-Rückstand zwar mit einem Doppelschlag wett (6./2:2). In den folgenden neun Minuten präsentierte sich der TVB allerdings ziemlich von der Rolle: Er leistete sich Fehlwürfe, Ballverluste und technische Fehler in Hülle und Fülle, weshalb die Gummersbacher mit einem 7:0-Lauf auf 9:2 davonziehen konnten.

Im Anschluss steigerten sich die Gäste in der Defensive etwas, auch Torhüter Dragan Jerkovic zeigte einige starke Paraden. Nach Bobby Schagens Siebenmetertreffer zum 10:5 (21. Minute) sah’s wieder etwas freundlicher aus für den TVB. Doch die Fehlerquote im Angriff blieb unvermindert hoch. Logische Folge: Drei Ballverluste und zwei Fehlwürfe nutzte der VfL mühelos zum 12:6 (27. Minute).

Der siebte Feldspieler brachte oft nichts

Nachdem Teo Coric zum 12:7 verkürzt hatte, bot sich dem TVB sogar noch die Chance, mit nur drei Toren Rückstand in die Pause zu gehen. Doch Michael Schweikardt scheiterte am guten Carsten Lichtlein – und der Torhüter vollendete gleich selbst ins verwaiste TVB-Tor zum 13:7-Pausenstand.

Die Szene dokumentiert: Die Gäste setzten immer wieder den siebten Feldspieler ein, um der guten Gummersbacher Deckung beizukommen. Allzu oft indes zog der TVB daraus keinen Vorteil.

Der Sechs-Tore-Rückstand war zwar eine deftige Hypothek, doch die leise Hoffnung auf die Wende hatten die Bittenfelder noch. Schließlich war ein noch dürftigerer Auftritt im zweiten Spielabschnitt kaum zu erwarten.

Die Gummersbacher ließen ihren Gegner allerdings erst gar nicht auf Tuchfühlung kommen. Sie provozierten immer wieder Fehlabspiele des TVB, der zudem im Abschluss das Tor des VfL oft erst gar nicht traf. Auch Dominik Weiß, der nun im Angriff zum Zug kam, setzte keine Akzente. Im Rückraum wusste einzig Marian Orlowski – mit Abstrichen – zu gefallen. Wenngleich auch ihm längst nicht alles gelang.

Beim 17:9 nach 39 Minuten war das Spiel entschieden. Das Heimteam beherrschte die Bittenfelder nach Belieben, und nach dem x-ten Ballverlust und Fabian von Gruchallas Treffer zum 21:11 ins leere Tor stolperte der TVB schnurstracks auf ein Debakel zu (43. Minute).

Wenigstens eines gelang: die Schadensbegrenzung

In der Schlussviertelstunde ging es für den TVB lediglich noch darum, die Niederlage in einem erträglichen Rahmen zu halten. Das schaffte er auch, auf mehr als zehn Tore wuchs der Rückstand in der einseitigen Partie nicht mehr an. Als die Gummersbacher den Fuß ein wenig vom Gaspedal nahmen und sich den einen oder anderen technischen Fehler leisteten, verkürzte der TVB auf sieben Tore zum 20:27. Es hätte schlimmer kommen können – was allerdings ein schwacher Trost ist.

VfL: Lichtlein (1), Hasenforther; Schroeter, Ernst (2/1), Schindler (1), Kühn, Jaeger, Baumgärtner (2), Barten, Pevnov (4), Schmidt (3/2), von Gruchalla (5), Becker (2), Schröder (7).
TVB: Jerkovic, Mathes; Lobedank (2), Weiß (3), Schagen (2/1), Schweikardt (1), Kraus (1), Coric (2), Baumgarten (2), Fotache (1), Porges, Kretschmer (1),Orlowski (5).

Stimmen zum Spiel

Markus Baur, Trainer des TVB 1898 Stuttgart: „Wir waren sehr gastfreundlich und haben viele Geschenke verteilt. Gummersbach war klar besser, unser Spiel viel zu fehlerbehaftet, der 7:13-Rückstand zur Pause war eigentlich noch schmeichelhaft. Wir waren schlichtweg nicht anwesend.“
Emir Kurtagic, Trainer des VfL Gummersbach: „Ein großes Kompliment an meine Mannschaft, sie hat heute mit viel Leidenschaft gespielt. Besonders erfreulich: Wir haben zur Halbzeit wieder nur sieben Gegentore bekommen, das ist überragend.“