TVB Stuttgart

Erkenntnis: Hinten gut, vorne mau

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An der Flensburger Deckung um Abwehrchef Tobias Karlsson (Mitte, links Holger Glandorf) bissen sich Dominik Weiß und der TVB die Zähne aus. © Kirschner

Standesgemäß war die 21:29-Niederlage des Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart beim Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt. „Wir hätten die Möglichkeit gehabt, länger dranzubleiben“, sagte Jürgen Schweikardt am Tag danach. Dazu indes sei die Angriffsleistung zu dürftig gewesen. Gefallen hat dem TVB-Trainer die Leistung in der Defensive.

Frenetischer Jubel brandete in der Flens-Arena nach 27 Minuten auf. Dabei feierten die knapp 6000 Fans aber nicht in erster Linie den Treffer ihres Teams zum 11:6, sondern den Schützen. Tore des Abwehrspezialisten und Publikumslieblings Tobias Karlsson sind nämlich eine Rarität. In diesem Fall indes blieb dem Schweden gar nichts anderes übrig: Der TVB verlor im Angriff den Ball leichtfertig, Karlsson lief alleine auf das verwaiste Tor zu, weil der TVB nach einer Zeitstrafe mit dem sechsten Feldspieler auffüllte.

Missgeschicke dieser Art unterliefen dem TVB am Donnerstag zu häufig. Insgesamt 13 Pass-, Fang- und Schrittfehler wies die Statistik nach 60 Minuten aus, hinzu kamen rund zwei Dutzend Fehlwürfe. Eine Quote, mit der nicht viel auszurichten ist in der Bundesliga. Schon gar nicht gegen ein Top-Team wie die SG Flensburg-Handewitt.

Größter Schwachpunkt: Halbpositionen

Größter Schwachpunkt des TVB waren die Halbpositionen. Dominik Weiß, David Schmidt und Robert Markotic trafen bei insgesamt 19 Versuchen lediglich dreimal. Probleme hatten die Bittenfelder auch im Rückzug. Beim Angriff-Abwehr-Wechsel trafen die Spieler öfter die falsche Entscheidung, mehrmals durften die Flensburger ihre Angriffe ungehindert abschließen. „Die Spieler müssen in Sekundenbruchteilen entscheiden“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Daran müssen wir noch arbeiten.“ Die Flensburger hätten hier ihre Qualitäten „gnadenlos“ ausgespielt.

Deutlich besser zurecht kam der TVB, sobald er den Gegner ins Positionsspiel sechs gegen sechs brachte. „Das haben wir über 60 Minuten hinweg sehr gut gemacht“, so Schweikardt. Gefallen hat dem Trainer auch, wie sich seine Spieler gegenseitig ausgeholfen hätten und kompakt zusammengestanden seien sowie das Verhalten im eins gegen eins und das eigene Tempospiel, aus dem heraus der TVB acht Tore erzielte.

Erstmals lange Einsatzzeiten für Häfner

Positive Nachrichten gibt’s zudem von zwei Akteuren, die Rückenoperationen hinter sich haben. Der Torhüter Johannes Bitter präsentierte sich nach einigen schwächeren Spielen in besserer Form. Max Häfner bekam erstmals längere Einsatzzeiten und hinterließ dabei einen guten Eindruck. Wie auch Sascha Pfattheicher, der auf Rechtsaußen den Vorzug vor Bobby Schagen bekam. „Beide trainieren gut, deshalb bekommen sie auch Spielanteile“, sagt Schweikardt.

Weiter geht’s für den TVB am Donnerstag: Um 19 Uhr gastiert der TSV Hannover-Burgdorf in der Scharrena.