TVB Stuttgart

Erster Erstligasieg in der Porsche-Arena?

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Michael Spatz lässt Christopher Rudeck vom Bergischen HC keine Abwehrchance. Am Sonntag hat der treffsichere Rechtsaußen mit seinem TVB 1898 Stuttgart die nächsten beiden wichtigen Punkte gegen den TBV Lemgo im Blick. © Ramona Adolf

(twa). Nach dem 25:23-Erfolg gegen den Bergischen HC könnten die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart den nächsten Schritt machen auf dem Weg zum Klassenverbleib. „Wir wollen unbedingt den ersten Erstligasieg in der Porsche-Arena“, sagt der TVB-Trainer Thomas König vor der Partie gegen den TBV Lemgo am Sonntag. Nach dem 25:23-Erfolg gegen den Bergischen HC könnten die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart den nächsten Schritt machen auf dem Weg zum Klassenverbleib. „Wir wollen unbedingt den ersten Erstligasieg in der Porsche-Arena“, sagt der TVB-Trainer Thomas König vor der Partie gegen den TBV Lemgo am Sonntag (17.15 Uhr). Die Halle dürfte ausverkauft sein.

Die Stimmung ist sehr gut derzeit in Bittenfeld – kein Wunder, hat sich die Ausgangsposition im Abstiegskampf durch den 25:23-Sieg gegen den Konkurrenten Bergischer HC und die anschließenden Niederlagen des BHC und des ThSV Eisenach am für den TVB spielfreien Wochenende doch deutlich verbessert.

Andererseits: Vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge bei noch zwölf ausstehenden Spielen sind nicht die Welt. Die Bittenfelder werden gut daran tun, den Rechenschieber in der Schublade zu lassen und sich die nötigen Punkte so schnell wie möglich zu sichern. Zu happig nämlich ist das Restprogramm. In den letzten beiden Spielen hat der Aufsteiger die SG Flensburg-Handewitt und den THW Kiel vor der Brust. Beide haben beste Chancen auf die Meisterschaft – ebenso wie die Rhein-Neckar Löwen, die nächsten Gäste in der Porsche-Arena nach dem Lemgo-Spiel. Die Top-Teams werden sich im Titelrennen wohl kaum von einem Aufsteiger überraschen lassen.

Der TVB muss seine Punkte gegen andere Teams holen. Beispielsweise gleich am Sonntag gegen den TBV Lemgo, der nur drei Zähler mehr gesammelt hat als die Bittenfelder. Für den TVB wär’s der erste Erstligasieg in der Porsche-Arena im fünften Anlauf nach den Niederlagen gegen Göppingen (23:31), Magdeburg (30:33), Kiel (26:35) und die Füchse Berlin (24:32).

Dem TBV Lemgo war eine schwere Saison prophezeit worden. Vollständig in Sicherheit wiegen dürfen sich die Lemgoer zwar noch nicht, doch nach menschlichem Ermessen dürften sie mit einem Sieg in Stuttgart so gut wie durch sein und könnten die Planungen für die neue Saison vorantreiben. So weit ist der TVB noch längst nicht – wobei ein Erfolg gegen den zweifachen Deutschen Meister auch den Neuling einen gewaltigen Schritt nach vorne bringen würde.

Dessen ist sich natürlich auch der Trainer bewusst. „Lemgo ist ein erfahrenes Team und ein harter Brocken“, sagt Thomas König. „Wir dürfen aber auch nicht tiefstapeln. Es ist unser Tabellennachbar und wir spielen zu Hause.“ Zudem haben die Bittenfelder bei der 26:29-Hinspielniederlage in der Lipperlandhalle bewiesen, dass sie mit dem Team des ehemaligen Nationalspielers Florian Kehrmann mithalten können. „Da haben wir uns einfach zu viele einfache Fehler erlaubt“, sagt König.

Fehlerfrei war auch der jüngste Auftritt der TVB nicht, vor allem im Angriff war dem Aufsteiger gegen den Bergischen HC die siebenwöchige EM-Pause anzumerken. Zudem waren etliche Spieler nicht in bester körperlicher Verfassung. Mittlerweile hat sich die Lage gebessert, das spielfreie Wochenende kam gar nicht so ungelegen. „Wir haben ein bisschen regeneriert und die Spieler aufgepäppelt“, sagt König.

Eifrig an seinem Comeback arbeitet Lars Friedrich. Spätestens nächste Woche in Leipzig soll der Linkshänder wieder auf dem Feld stehen, auch ein Einsatz am Sonntag ist nicht völlig ausgeschlossen. König attestiert dem Rückraumspieler jedenfalls schon eine gute Fitness. Noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte dagegen ist Michael Schweikardt. Der Spielmacher klagt, wie Viorel Fotache, über Rückenprobleme.

Lemgo musste zuletzt gegen Melsungen eine 22:31-Heimklatsche einstecken. Davon jedoch will sich König nicht täuschen lassen, schließlich haben sich die Melsunger hinter den Rhein-Neckar Löwen, dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt klar als Nummer vier der Liga etabliert. Zu welchen Leistungen der TBV in der Lage ist, bewies er davor beim souveränen 28:22-Sieg in Eisenach, die Flensburger hatte er beim 30:32 am Rand der Niederlage.

Mit den ehemaligen Nationalspielern Arne Niemeyer und Rolf Hermann verfügen die Lemgoer im Rückraum über reichlich Erfahrung. International am Start sind unter anderem die beiden Schweden Jonathan Stenbäcken und Anton Mansson sowie der Niederländer Arjan Haenen und Erwin Feuchtmann (Chile).

Info

Am Donnerstag waren noch rund 150 Karten fürs Spiel gegen Lemgo verfügbar. Aktuelle Infos gibt’s auf www.tvb1898.de

Ausschnitte der Partie gegen Lemgo gibt’s auf www.zvw.de/sportvideos.


„Wir haben mit Lemgo noch eine Rechnung offen“

Dominik Weiß über die nächste Aufgabe – und Jogi Bitter

Herr Weiß, der 25:23-Sieg gegen den Bergischen HC war hart erarbeitet. War die Anspannung vor diesem wichtigen Spiel größer als gewöhnlich?

Vor diesen direkten Duellen ist die Anspannung sicherlich unglaublich hoch. Wir haben allerdings versucht, auch mit Vorfreude in ein solch wichtiges Spiel zu gehen. Für solche Momente lebt man als Sportler. Spiele, in denen es um so viel geht, sind etwas ganz Besonderes.

Es scheint so, als werde der TVB erst durch die spektakuläre Verpflichtung von Jogi Bitter von den Medien so richtig wahrgenommen. Wie erleben Sie den Hype um den Torhüter?

Ja, die Medien stürzen sich regelrecht auf Jogi. Ich denke, er tut der Marke TVB sehr gut. Er ist ein Spieler, der sehr viel erreicht hat und völlig zu Recht im Rampenlicht steht. Davon können wir alle nur profitieren.

Was war eigentlich Ihr erster Gedanke, als Sie von Bitters Verpflichtung erfuhren?

Im Vorfeld wurde von vielen Bekannten schon gewitzelt, dass wir im Winter Jogi noch zu uns holen sollten. Ich hielt das eher für unwahrscheinlich. Umso mehr habe ich mich gefreut über eine so starke Verpflichtung. Ich kann nur den Hut ziehen vor den Verantwortlichen, die diesen Wechsel möglich gemacht haben.

Sie spielen ja nicht nur im Angriff eine wichtige Rolle beim TVB, sondern auch im Mittelblock der Abwehr. Gibt es zusätzliche Sicherheit, wenn man einen Weltmeister hinter sich weiß, oder setzt einen das eher unter Druck?

Es hilft eher. Jogi strahlt eine große Ruhe und Sicherheit aus. Wir arbeiten daran, unser Zusammenspiel Abwehr/Torhüter stetig zu verbessern. Wir profitieren hier von seiner großen Erfahrung. Jogi ist zudem extrem ehrgeizig, das motiviert einen als Abwehrspieler ungemein. Er nimmt jeden Treffer persönlich, sogar im Training.

Die Niederlagen der Abstiegs-Konkurrenten Bergischer HC und Eisenach spielten dem TVB zuletzt in die Karten. Plötzlich indes scheint Lübbecke in Tritt zu kommen. Inwiefern beunruhigt Sie das?

Dass die Lübbecker sich kampflos geschlagen geben, war sowieso unwahrscheinlich. Sie haben sich im Winter noch einmal verstärkt, was sie zu einer unberechenbaren Mannschaft macht. Wir müssen weiter nach uns schauen und unsere Punkte Stück für Stück holen. Wir müssen weiter akribisch an uns arbeiten und uns weiter verbessern. So können wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen.

Am Sonntag gastiert der TBV Lemgo in der Porsche-Arena. Das ist eines jener Teams, gegen die der TVB die große Chance hat zu punkten. Was sagt Ihr Gefühl?

Mein Gefühl sagt mir, dass wir wie gegen den BHC alles in die Waagschale werfen werden, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir werden eine volle Porsche-Arena haben, die uns unterstützt, und einen Gegner, mit dem wir aus dem Hinspiel noch eine Rechnung offen haben. Wir wollen diese Punkte auf jeden Fall holen. Wir werden Lemgo alles abverlangen, um die Punkte in Stuttgart zu behalten. (twa)