TVB Stuttgart

Fünf Verletzte beim TVB

708d778e-9a47-4fe5-9a3c-8bad4c885ee2.jpg_0
So sehr sich Manuel Späth (hellblaue Spielkleidung, gegen Tobias Karlsson, hinten Holger Glandorf) und der TVB auch streckten: Gegen die SG Flensburg-Handewitt war nichts drin. Am Mittwoch muss der TVB im Pokal-Achtelfinale beim TBV Lemgo ran, am Sonntag gastiert der Tabellennachbar Minden. © Nolte

Das Wunder von Flensburg ist ausgeblieben, für den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart gibt’s allerdings wichtigere Spiele. Zwei davon folgen kommende Woche: Am Mittwoch geht’s in Lemgo um den Einzug ins Pokal-Viertelfinale, am Sonntag braucht der TVB gegen Minden dringend beide Punkte. Trainer Markus Baur hofft, dass sich das Lazarett bis dahin lichtet.

Außer auf die Langzeitverletzten Felix Lobedank und Djibril M’Bengue musste der TVB am Donnerstag auch auf Simon Baumgarten, Stefan Salger und Michael Kraus verzichten. Dass sein Rumpfteam dem Favoriten dennoch 30 Minuten lang die Stirn bot, gefiel dem Trainer. „Man hat gesehen, dass man auch eine Spitzenmannschaft vor Probleme stellen kann, wenn man sich ein paar Dinge auf den Zettel schreibt und diese auch umsetzt“, sagte Markus Baur bei der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Weniger zufrieden zeigte er sich vom Auftritt im zweiten Spielabschnitt. Zunächst einmal vermisste er in der Halbzeitpause die „Freude“ seiner Spieler darüber, dass sie lediglich mit 10:12 hinten lagen und „auf einem guten Weg waren“. Auf dem Spielfeld fehlte anschließend die Überzeugung, um länger auf Tuchfühlung bleiben zu können. Vor allem in der Offensive. Die mangelnde Durchschlagskraft aus dem Rückraum war an der Quote der wurfkräftigen Marian Orlowski (25 Prozent) und Dominik Weiß (14 Prozent) abzulesen, unterm Strich waren die Bittenfelder zu leicht auszurechnen von der Flensburger Deckung.

Kraus und Baumgarten weiter verletzt

Gutgetan hätte dem TVB die Dynamik von Michael Kraus. Ihn bekamen die Flensburger Fans, wie schon im Vorjahr, nicht zu Gesicht – was einen Journalisten bei der Pressekonferenz zur Frage verleitete, ob Kraus womöglich keine Lust verspüre, in Flensburg zu spielen. „Ich frag’ ihn morgen mal“, sagte Markus Baur und grinste. „Nein, er kann sich kaum bewegen, da macht es keinen Sinn, ihn mitzunehmen, nur weil die Halle hier so schön ist.“ Wegen einer Blockade in der Brustwirbelsäule wird der Spielmacher ein paar Tage mit dem Training aussetzen. „Es wird langsam besser“, sagte Kraus am Freitag. „Ich versuche, am Montag wieder leicht zu trainieren.“

Ebenfalls eine Pause verordnet bekommen hat Simon Baumgarten. Seit sechs Wochen plagt sich der Kreisläufer mit einer Entzündung eines Wirbelgelenks herum und befindet sich derzeit in der täglichen Reha. Zum Pokalspiel nach Lemgo am Mittwoch wird Baumgarten nicht mitfahren, auch für die Partie am Sonntag gegen Minden dürfte es eng werden. „Mein Bauchgefühl sagt, dass das eher nicht reichen wird“, sagt Baumgarten. Besser sieht’s bei Stefan Salger aus. Der Rückraumspieler kränkelt seit Wochen, nun soll die Einnahme von Antibiotika den Youngster wieder zu Kräften bringen. Spätestens am Sonntag dürfte er wieder dabei sein. Baur hofft, dass er den einen oder andere Angeschlagenen am Mittwoch wieder einsetzen kann – „aber nur, wenn die Ärzte grünes Licht geben“.

Erneut Operation nötig bei M´Bengue

Deutlich länger gedulden müssen sich die beiden anderen Linkshänder auf Salgers Position. Felix Lobedank könnte noch in diesem Kalenderjahr sein Comeback feiern nach der Achillessehnen-Operation. „Darauf arbeite ich hin“, sagt er. In der Reha sei er nach wie vor voll im Plan, nach und nach taste er sich an handballspezifische Übungen heran. Anfang November steht ein Check an, der Aufschluss geben soll über die Stabilitäts- und Kraftwerte.

Djibril M’Bengue musste sich in dieser Woche einem erneuten Eingriff an seinem Knie unterziehen: Die Bohrlöcher am Knochen sind nicht wie erhofft zugewachsen und mussten aufgefüllt werden. Die Operation ist gut verlaufen und dürfte die Rehabilitation nicht weiter verzögern. Frühestens in der Rückrunde rechnet der TVB wieder mit M’Bengue.

Für den TVB kommt’s also wieder knüppeldick in dieser Saison. Johannes Bitter war jedoch schon am Donnerstag nach der Niederlage in Flensburg im Kampfmodus. Allzu gerne würde er mit seinem Team ins Pokal-Viertelfinale einziehen: „Es wäre schließlich einer der größten Erfolg in der Vereinsgeschichte des TVB.“

Die Füchse Berlin bleiben das einzige verlustpunktfreie Team der Liga

Die Füchse Berlin bleiben das einzige verlustpunktfreie Team der Liga. Beim 31:25 am Donnerstag gegen den HC Erlangen hatte der Tabellenführer nur in der ersten Habzeit etwas Probleme. Das noch sieglose Schlusslicht TuS Nettelstedt-Lübbecke hielt beim 19:22 gegen die MT Melsungen bis zum 15:18 (47.) mit. Seinen zweiten Saisonsieg holte sich der TV Hüttenberg beim 28:27 im Aufsteigerduell mit den Eulen Ludwigshafen.

67 Tore sahen die Zuschauer in Gummersbach. Der heimische VfL musste sich dem starken TBV Lemgo mit 30:37 geschlagen geben. „Wir haben eine tolle Auswärtsleistung gezeigt“, sagte der TBV-Trainer Florian Kehrmann. Nun müsse sein Team den Fokus auf das Pokalspiel am Mittwoch gegen den TVB 1898 Stuttgart legen. „Das ist vielleicht das Spiel des Jahres, wir wollen unbedingt eine Runde weiterkommen.“ 

Spiele am Sonntag:

HSG Wetzlar – Rhein-Neckar Löwen (12.30 Uhr)

TSV GWD Minden – HC Erlangen (12.30 Uhr)

TSV Hannover-Burgdorf – Füchse Berlin (12.30 Uhr)

SC Magdeburg – SC DHfK Leipzig (15 Uhr)