TVB Stuttgart

Fünfte Niederlage des TVB, Heinevetter stinksauer: „Das war unterirdisch“

1. Handball Bundesliga, VfL Gummersbach - TVB Stuttgart
Egon Hanusz mühte sich wie so oft, die Gummersbacher hatten sich aber auf den Spielmacher des TVB Stuttgart sehr gut eingestellt. Hier stoppen ihn Tom Kiesler (links) und der überragende Ellidi Snaer Vidarsson. © Philipp Ising

Ist ein Spiel in der ersten Handball-Bundesliga mit 20 Fehlwürfen und 19 technischen Fehlern zu gewinnen? Wohl kaum. Der TVB Stuttgart hat beim VfL Gummersbach dort weitergemacht, wo er gegen die Rhein-Neckar Löwen bei der 30:43-Pleite aufgehört hat. Nach dem phasenweise desolaten Auftritt beim Aufsteiger und der 24:29-Niederlage (9:16) ziert der TVB mit 0:10 Punkten das Tabellenende. Stinksauer war der mit Abstand beste Stuttgarter nach der Partie. „Die erste Halbzeit war unterirdisch und eine Beleidigung für jeden, der sich den Arsch aufreißt“, sagte Silvio Heinevetter.

Es brodelt im Keeper

Der Keeper versuchte seine Worte mit Bedacht zu wählen am Sky-Mikrofon, doch es brodelte spürbar in ihm. Auch die Tatsache, dass sich der TVB nach dem zwischenzeitlichen Zehn-Tore-Rückstand eine Viertelstunde vor dem Ende (13:23) in der 58. Minute zum 24:26 herankämpfte, besänftigte den Routinier nicht. „Kampfgeist solltest du von der ersten Minute an zeigen.“ Das Team sei verkrampft gewesen und der Kopf zu, einfache Pässe über zwei Meter seien nicht angekommen. „In der Halbzeit habe ich gesagt, wir sollten uns endlich den Arsch aufreißen und nicht nur Durchhalteparolen raushauen. Vielleicht hat sich der eine oder andere angesprochen gefühlt.“

Es ging wieder einmal so ziemlich alles schief beim TVB, was schief gehen kann. Härter zupacken sollte die Deckung, die dem Trainer Roi Sánchez zuletzt zu brav agiert hatte. Tatsächlich ging sein Team energischer zur Sache, doch der Schuss ging nach hinten los: Nach fünf Minuten hatten die Gäste bereits zwei dumme Zeitstrafen kassiert – keine guten Voraussetzungen, um in ein Spiel zu finden.

Wieder Fehler ohne Ende

Weil sich der TVB in den ersten vier Spielen viel zu viele technische Fehler geleistet hatte, sollte ein gemächlicher und sicherer Spielaufbau Abhilfe schaffen. Diese Taktik ging nur zehn Minuten auf. Die Gummersbacher Defensive hatte keinerlei Schwierigkeiten mit den ideenlosen Angriffen des TVB, der keine Tiefe im Spiel hatte und mutlos agierte. Dafür unterliefen ihm auch im Positionsangriff eine Flut von haarsträubenden Fehlern, auf die der VfL nur geduldig warten musste. Aus dem 3:3 wurde ein 3:7 (15.) aus Sicht des TVB.

Die frühe Auszeit brachte keine Besserung – im Gegenteil: Der TVB spielte fahrig, bekam keinen Fuß auf den Boden. Wie gelähmt wirkten die Gäste, die einfachsten Dinge misslangen. Egal, wer aufs Feld kam: Die Aktionen waren unglücklich. Das Comeback von Linkshänder Jerome Müller war nach ein paar Minuten beendet. Er fand keine Bindung.

Kam der TVB einmal durch, war meist der gute VfL-Keeper Tibor Ivanisevic zur Stelle. Weil auch die Deckung keinen Zugriff bekam, geriet der TVB immer weiter ins Hintertreffen. Beim 6:19 zur Pause war die Partie eigentlich schon entschieden.

Im zweiten Spielabschnitt versuchte es der TVB-Trainer Roi Sánchez mit dem Sieben gegen sechs und der 5:1-Deckung. Ein paar Minuten gestaltete sich das Spiel ausgeglichen, ehe sich die Gäste wieder mit leichten Fehlern überboten. Beim 13:23 (45.) steuerte der TVB dem nächsten Debakel entgegen. Vor allem der überragende Gummersbacher Kreisläufer Ellidi Snaer Vidarsson hatte großen Spaß, er erzielte elf Treffer. Oft ungestört.

Für den TVB ging’s im letzten Spielviertel wieder einmal um Schadensbegrenzung. Und tatsächlich brachte er plötzlich die eine oder andere gute Aktion auf die Platte, wobei die Gummersbacher auch den Fuß vom Gaspedal genommen hatten. Vier Minuten vor dem Ende waren die Gäste beim 21:25 dran, hatte dann aber zweimal Pech mit Schiedsrichterentscheidungen. Vidarsson und Lukas Blohme machten den Sack zu zum 29:24. Ein Punkt wäre für den TVB nach den miserablen ersten 30 Minuten auch nicht verdient gewesen.

Weiter geht’s für den TVB mit zwei Heimspielen: Am Donnerstag, 29. September (19.05 Uhr), kommt der TVB Lemgo. Am Sonntag, 2. Oktober (16.05 Uhr), ist der Bergische HC zu Gast in der Porsche-Arena.

VfL Gummersbach: Norsten, Ivanisevic; Fanger, Vidarsson (11), Kodrin (3), Köster (1), Blohme (5), Schroven, Häseler (3), Schluroff, Mappes (3/1), Pregler, Styrmysson (1), Kiesler, Jansen (2), Zeman.

TVB Stuttgart: Heinevetter, Vujovic; Häfner (3), Serrano, Hanusz (3), Schöttle (1), Lönn (2), Röthlisberger, Nicolaus (1), Forstbauer (3), Zieker, Müller, Pfattheicher (4), Bergendahl (1).

Ist ein Spiel in der ersten Handball-Bundesliga mit 20 Fehlwürfen und 19 technischen Fehlern zu gewinnen? Wohl kaum. Der TVB Stuttgart hat beim VfL Gummersbach dort weitergemacht, wo er gegen die Rhein-Neckar Löwen bei der 30:43-Pleite aufgehört hat. Nach dem phasenweise desolaten Auftritt beim Aufsteiger und der 24:29-Niederlage (9:16) ziert der TVB mit 0:10 Punkten das Tabellenende. Stinksauer war der mit Abstand beste Stuttgarter nach der Partie. „Die erste Halbzeit war unterirdisch und

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