TVB Stuttgart

Falscher Weg

Kommentarbild Thomas Wagner, Trainerentlassung Markus Baur beim TVB_0
Klar, nach zehn Pleiten in Serie sitzt kein Trainer der Welt fest im Sattel. Dennoch hat der Zeitpunkt der Trennung ein Gschmäckle. © Steinemann/Montage: Mogck

Die Euphorie ist groß gewesen beim TVB und im Umfeld. Mit Johannes Bitter, Michael Kraus und Markus Baur hatte sich der Dorfverein drei Weltmeister von 2007 geangelt – und wollte bereits in seinem dritten Jahr mit diesem Trio zum Angriff blasen aufs Tabellenmittelfeld der stärksten Handball-Liga der Welt.

Der Zeitpunkt der Trennung hat ein Gschmäckle

Dem Dirigenten indes trauten die Verantwortlichen diese Aufgabe offensichtlich nicht mehr zu. Nicht einmal den Ligaverbleib, weshalb Markus Baurs Zeit beim TVB am Sonntag nach eineinhalb Jahren zu Ende gegangen ist.

Klar, nach zehn Pleiten in Serie sitzt kein Trainer der Welt fest im Sattel. Dennoch hat der Zeitpunkt der Trennung ein Gschmäckle.

Ein Vertrauensbeweis sieht anders aus

Schließlich war vereinbart, sich Anfang März zu beraten. Überdies war’s nicht besonders clever, die Verhandlungstermine mehrfach nach hinten zu verlegen. Ein Vertrauensbeweis sieht anders aus.

Dabei ist die Bilanz nicht so dramatisch schlecht. Gewiss, vier, fünf Punkte sind zu wenig auf dem Konto.

Die Heimspiele gegen Gummersbach und Lübbecke hätten gewonnen werden müssen, mehr drin gewesen wäre auch gegen Erlangen und im Rückspiel in Lübbecke. Dafür überraschte der TVB gegen Melsungen und in Göppingen.

Fokussiert sich der TVB zu sehr auf Bitter und Kraus?

Viel mehr als 15 Punkte waren, auch angesichts des anhaltenden Verletzungspechs, aber nicht möglich zum aktuellen Zeitpunkt. Wer mehr erwartet hat, ist ein Träumer.

Grundsätzlich sollten sich die Verantwortlichen die Frage stellen, ob der Kader wirklich stark genug ist, um sich mit den etablierten (Mittelfeld-) Teams zu messen. Vielleicht fokussiert sich der TVB auch zu sehr auf seine Weltmeister Bitter und Kraus.

Jürgen Schweikhardt soll den TVB wieder auf Kurs bringen

Beide sind recht verletzungsanfällig, beide waren und sind nicht zwangsläufig die Sieggaranten. Nun soll Jürgen Schweikardt den TVB wieder auf Kurs bringen. Diese interne (Doppel-) Lösung ist zweifellos sinnvoller, als irgendeinen Feuerwehrmann anzuheuern.

Dem TVB besser zu Gesicht gestanden hätte allerdings, wenn er dem Druck aus dem Umfeld standgehalten, Ruhe bewahrt und an Markus Baur festgehalten hätte.