TVB Stuttgart

Feiert der TVB auch bei einer Niederlage?

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Djibril M’Bengue (mit Ball, links Dominik Weiß) fällt für unbestimmt Zeit bei den "Wild Boys" aus. Grund: Probleme an der Patellasehne. © Steinemann / ZVW (Archiv)

Es könnte das Wochenende des TVB 1898 Stuttgart werden: Verliert Eisenach am Samstag in Flensburg und gewinnt Lübbecke nicht gegen die Füchse Berlin, hat der TVB zwei Spieltage vor Saisonschluss den Ligaverbleib sicher. Selbst bei einer Niederlage am Sonntag in Magdeburg. Nicht mehr zum Einsatz kommen wird in dieser Saison der angeschlagene Djibril M’Bengue.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl saßen die Verantwortlichen und Fans des TVB 1898 Stuttgart am Mittwoch vor dem Live-Ticker der DKB-Handball-Bundesliga. Ihr Team war zwar selbst nicht im Einsatz, doch der Blick richtete sich gen Eisenach. Der Mitaufsteiger hatte im Vorfeld eine Siegchance gesehen gegen FA Göppingen, das sich nach dem Europacupsieg vom Wochenende noch in Feierlaune befand. Und tatsächlich retteten die Göppinger den dünnen 29:28-Sieg über die Ziellinie.

Die Mission Klassenverbleib könnte sich für die Eisenacher an diesem Samstag endgültig erledigt haben: Bei einer Niederlage beim Tabellenzweiten SG Flensburg-Handewitt bliebe es vor den finalen beiden Partien beim Vier-Punkte-Rückstand auf den TVB. Und mit der mindestens 62 Tore schlechteren Trefferdifferenz kann der Mitaufsteiger die Bittenfelder nach menschlichem Ermessen nicht mehr abfangen.

Der andere Konkurrent, der TuS Nettelstedt-Lübbecke, benötigt gegen den Tabellenfünften Füchse Berlin unbedingt einen Sieg, um die minimale Hoffnung am Leben zu erhalten. Zudem müsste der TuS auch die folgenden Partien in Gummersbach und gegen die Rhein-Neckar Löwen gewinnen.

Es sieht also sehr gut aus für den TVB, der mit einem Sieg in Magdeburg selbst die letzten Zweifel am Ligaverbleib beseitigen könnte. Danach indes sieht es angesichts der aktuellen Verfassung des Aufsteigers nicht aus: Zum einen hat er nach wie vor zu viele Schwankungen in seinem Spiel. Zum anderen bräuchte der eine oder andere angeschlagene Spieler dringend eine Pause.

Djibril M’Bengue wird sie bekommen: Der Linkshänder, der sich seit Monaten mit Patellasehnenproblemen herumplagt, wird in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen. Das Risiko, dass sich die Verletzung verschlimmert, scheint zu groß. Auch über Michael Schweikardts Einsatz (Rückenverletzung) ist noch nicht entschieden. Der TVB sehnt also das Ende der Saison herbei – und ist natürlich klarer Außenseiter in Magdeburg.

Der Vorjahresvierte liegt zwar mit 29:29 Punkten im tristen Mittelfeld der Tabelle. Die Euphorie nach dem Gewinn des DHB-Pokals – 32:30 gegen die SG Flensburg-Handewitt – ist jedoch groß in der Handball-Hochburg. So dürfte die Getec-Arena am Sonntag (17.15 Uhr) auch gegen den Aufsteiger aus Bittenfeld mit über 6000 Zuschauern ausverkauft sein. Gerade zu Hause sind die Magdeburger stark: Lediglich der Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen (24:23) und der SC DHfK Leipzig (31:28) holten sich beide Punkte.

„Magdeburg hat ein sehr kompaktes und körperlich robustes Team“, sagt der TVB-Trainer Thomas König. „Ähnlich wie Melsungen.“ Nach einer längeren Anlaufzeit und wenig Konstanz in den Leistungen habe sich der SCM mittlerweile stabilisiert. „Zudem macht Bennet Wiegert einen guten Job.“

Im Dezember löste der ehemalige Spieler der Magdeburger den glücklosen Trainer Geir Sveinsson ab, zuletzt sorgte Wiegerts Team für einige Paukenschläge. Der Sieg im Pokalfinale gegen die Flensburger zählt dazu, aber auch das 29:28 gegen den Deutschen Meister THW Kiel.

Der TVB-Gegner ist auf etlichen Positionen exklusiv besetzt. Beispielsweise im Tor mit dem dänischen Nationalspieler Jannik Green. Dessen Landsmann Michael Damgaard ist für den TVB-Coach Thomas König „die Entdeckung“ der Saison. Von den Qualitäten des Rückraumspielers durfte sich der TVB bei der 30:33-Hinspielniederlage in der Porsche-Arena überzeugen: Damgaard erledigte den Aufsteiger mit neun Toren quasi im Alleingang.

Mit ehemaligen und aktuellen Auswahlspielern gespickt ist der Rückraum mit den Routiniers Michael Haaß und Fabian van Olphen sowie dem Europameister und Abwehrspezialisten Finn Lemke. Glänzend besetzt sind die Außenpositionen mit Matthias Musche/Yves Grafenhorst und Robert Weber. Am Kreis stehen die Nationalspieler Zeljko Musa (Kroatien) und Jacob Bagersted (Dänemark).

„Wir versuchen trotzdem, in Magdeburg etwas mitzunehmen“, sagt König. Alle wüssten jedoch, wie schwierig dieses Unterfangen sei. Auf alle Fälle wolle sich der TVB gut präsentieren. „Wir haben uns noch nicht abschlachten lassen. Ich gehe davon aus, dass dies auch so bleiben wird.“

Liveticker wie gewohnt am Sonntag, 22. Mai ab 17.15 Uhr auf www.zvw.de/liveticker --- Ausschnitte der Partie sind im Anschluss zu sehen auf www.zvw.de/sportvideos.