TVB Stuttgart

Friedrich: „Zeigen, dass es ein Fehler war, mich abzugeben“

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In der vergangenen Saison waren Lars Friedrich (mit Ball) und Martin Strobel noch Konkurrenten. Jetzt kämpfen sie gemeinsam mit Balingen gegen den Abstieg. © Ralph Steinemann

Nach vier Jahren im Trikot des TVB 1898 Stuttgart tritt Lars Friedrich (31) mit dem HBW Balingen-Weilstetten gegen seinen Ex-Club an. „Ich möchte dem TVB schon gerne zeigen, dass es ein Fehler war, mich abzugeben“, sagt der Linkshänder im Interview.

Herr Friedrich, trotz der beiden Niederlagen gegen den Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen präsentierte sich Balingen zuletzt in guter Verfassung. Auch am Samstag in Leipzig hielt der HBW bis zum 18:21 prima mit, musste sich letztlich aber mit 23:34 geschlagen geben. Was lief in den letzten 20 Minuten schief?

Wir haben es nicht geschafft, eine konstante Leistung abzurufen, uns fehlen derzeit auch die einfachen Tore durch Gegenstöße. Dazu kommt unsere dünne Personaldecke durch die vielen Verletzungen. Am Ende der Hinrunde sieht man, dass einige Spieler langsam müde werden.

Der Saisonstart ging mit 1:11 Punkten kräftig in die Hose. Wie groß waren die Befürchtungen, frühzeitig den Anschluss zu verlieren?

Die Befürchtungen sind immer groß, wenn man im Abstiegskampf steckt. Mir persönlich war aber klar, dass wir zu Beginn der Saison vor schweren Aufgaben stehen und dass die Gegner, die wir schlagen können und müssen, noch kommen werden. Deshalb bin ich trotz der schlechten Serie relativ ruhig geblieben.

Auch für Sie selbst läuft es immer besser. Bei der 28:33-Niederlage gegen die Löwen erzielten Sie neun Tore, wurden zum Spieler des Tages gewählt und hinterließen auch beim Sportlichen Leiter des Gegners Eindruck. Oliver Roggisch meinte, mit so einer Leistung seien Sie nur schwer zu kontrollieren. Macht Sie ein Lob aus berufenem Mund besonders stolz?

Wenn man ein Lob bekommt, ist man immer stolz. Es läuft derzeit ganz gut für mich, ich fühle mich sehr wohl in der Mannschaft. Ich denke, das spiegelt sich auch in der Leistung wider. Wenn man ein, zwei gute Spiele macht, kommt das Selbstvertrauen. Dann läuft es fast von alleine.

Nach vier Jahren mussten Sie den TVB 1898 Stuttgart am Ende der Saison verlassen, weil der TVB für den rechten Rückraum Felix Lobedank aus Göppingen verpflichtete. Sie haben sich sehr wohl gefühlt in Bittenfeld und wären gerne geblieben. In Ihrer aktuellen Verfassung würden Sie dem TVB sicherlich gut zu Gesicht stehen, schließlich hat der TVB nach den Verletzungen von M’Bengue und Celebi im rechten Rückraum erhebliche Probleme. Spüren Sie ein wenig Genugtuung?

Nein, ich spüre keine Genugtuung. Ich wünsche Felix Lobedank und dem TVB alles Gute. Ich bin einfach froh, dass es bei mir wieder läuft.

Wie haben Sie sich privat in Balingen eingelebt? Schwäbisch haben Sie zwar in Bittenfeld gelernt, der Dialekt auf der Alb dürfte jedoch ein bisschen rauer sein.

Das stimmt, einige Wörter haben mir ein wenig Schwierigkeiten bereitet. Aber grundsätzlich ist das kein Problem nach den vier Jahren in Stuttgart. Meine Frau und ich fühlen uns in Balingen sehr wohl. Das ist ein schönes Städtchen, es gibt hier alles, was man braucht. Wir haben schon viele Leute kennengelernt, auch abseits des Handballs.

Am Mittwoch kommt’s nun zum Duell mit Ihrem Ex-Club, die Sparkassen-Arena wird ausverkauft sein. Kribbelt’s da ein bisschen mehr als sonst? Schließlich geht’s für beide Teams um wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Ja, natürlich, in diesem Spiel bin ich doppelt motiviert. Ich möchte dem TVB schon gerne zeigen, dass es ein Fehler war, mich abzugeben. Wir haben uns in Balingen bis zum Ende der Hinrunde elf Punkte als Ziel gesetzt. Um das zu schaffen, müssen wir den TVB schlagen.

Lars Friedrich

Lars „Frieda“ Friedrich (31) wurde in Cuxhaven geboren. Er ist 1,94 Meter groß und wiegt 94 Kilogramm.

Seine Stationen: TSV Bremervörde, SG Solingen, Bergischer HC, SG Achim/Baden, TuS Nettelstedt-Lübbecke, TSV Hannover-Burgdorf, HSG Wetzlar, TVB Stuttgart, HBW Balingen-Weilstetten.