TVB Stuttgart

Furioser Zieker, Sorgen um Lönn

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Der Torhüter Johannes Bitter (links) und Patrick Zieker freuten sich in Wetzlar über den dritten Saisonsieg des TVB Stuttgart. © Oliver Vogler

Waiblingen.
Nach 15 von 34 Spielen haben die Erstliga-Handballer des TVB Stuttgart vier Punkte Abstand auf die Abstiegsplätze, ebenso viele Zähler fehlen zu Rang zehn. Die Träumer blicken auf die erste Tabellenhälfte, die Grantler in den Keller. Die Luft ist zweifellos ein bisschen sauerstoffhaltiger geworden für den TVB nach zwei Siegen in Folge. Indes: Spielt der Vorletzte Ludwigshafen weiterhin so stark mit, muss das Team von Jürgen Schweikardt höllisch aufpassen.

So oder so: Nach dem 28:27-Erfolg in Wetzlar am Samstag ist der Trainer um eine Erkenntnis reicher: „Wir haben nicht unser bestes Spiel gezeigt, aber trotzdem gewonnen“, sagt Jürgen Schweikardt. Einer der Sieggaranten lief – wie in etlichen Spielen zuvor – richtig heiß: Patrick Zieker, vor der Saison vom Ligakonkurrenten TBV Lemgo zum TVB gewechselt, ist ein Mann, auf den sich sein Trainer verlassen kann. Neun Tore erzielte der 25-Jährige in Wetzlar und blieb dabei ohne Fehlversuch – ganz egal, ob von der Außenposition, vom Siebenmeterstrich, per Konter oder aus dem Rückraum.

Nachricht vom Bundestrainer auf der Mailbox

Es flutscht derzeit beim Linksaußen, und die Belohnung für seine Leistungen bekam er vergangenen Donnerstag: Der Bundestrainer Christian Prokop nominierte ihn für den 28-Mann-Kader für die Europameisterschaften im Januar. Die frohe Kunde erreichte Zieker während des Trainings – auf der Mailbox. „Ich habe sehr schnell zurückgerufen“, sagte Zieker vor dem Spiel in Wetzlar. „Ich habe mich total gefreut.“ Natürlich wisse er seine Chancen auf eine endgültige Nominierung realistisch einzuschätzen. Gesetzt sei Uwe Gensheimer, an Nummer zwei habe der Göppinger Marcel Schiller wahrscheinlich die etwas besseren Karten. Nicht ausgeschlossen sei zudem, dass nur ein Linksaußen im Kader stehen werde. „Ich werde aber versuchen, dem Bundestrainer die Entscheidung durch gute Leistungen so schwer wie möglich zu machen.“

Ziekers Auftritt in Wetzlar dürfte Prokop gefallen haben. Ohne seine Treffsicherheit wäre es für den TVB vermutlich eng geworden, denn der eine oder andere Spieler war ein gutes Stück von seiner Normalform entfernt. So erwischte David Schmidt im rechten Rückraum einen schwachen Tag. War der Linkshänder, der ebenfalls in den DHB-Kader berufen wurde, dadurch möglicherweise etwas gehemmt? „Sicherlich nicht“, sagt Schweikardt. Schmidt habe schon viele gute Spiele gemacht für den TVB, „und sein Tor in der Schlussphase war enorm wichtig“.

Lönn verletzte sich nach wenigen Minuten

Auch Dominik Weiß setzte wenig Akzente, so fehlte den Stuttgartern auf den Halbpositionen die Durchschlagskraft. Zumal Adam Lönn nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, nach wenigen Minuten verletzte sich der Schwede an der Schulter. Wie schwer, ist noch ungewiss. Schweikardt hofft, dass sich Lönn lediglich eine Zerrung zugezogen hat.

Ein insgesamt unglückliches Spiel machte Rudolf Faluvégi – wobei der Trainer ihn „nicht ganz so schlecht“ gesehen hat. Es habe, vor allem im Zusammenspiel mit dem Kreisläufer Zarko Pesevski, „ein bissle was gefehlt“. Besser zurecht auf der Spielmacherposition kam Max Häfner. „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, so Schweikardt. Wie auch Pesevski, der mit einer hundertprozentigen Trefferquote überzeugte und den einen oder anderen Siebenmeter herausholte. Auch der zweite Kreisläufer, der Routinier Manuel Späth, zeigte eine gute Leistung.

Zwei Heimspiele diese Woche

Keine Einsatzminuten bekam Elvar Asgeirsson, dabei war der isländische Neuzugang zu Beginn der Saison eine wichtige und verlässliche Größe im Stuttgarter Rückraum. „Wenn wir komplett sind, fällt Elvar derzeit ein bisschen durchs Raster, da sind die anderen eine Nasenspitze vorne“, sagt Schweikardt. Doch solche Situationen gebe es nun einmal im Leistungssport. „Aber Elvar verhält sich tadellos, er hat sich nach dem Spiel ehrlich mit der Mannschaft gefreut.“

Mit einem Doppelpack vor heimischer Kulisse geht für den TVB die Woche zu Ende: Am Donnerstag (19 Uhr) gastiert der Tabellensechste MT Melsungen in der Scharrena, am Sonntag (13.30 Uhr) kommt der neue Spitzenreiter THW Kiel in die Porsche-Arena.