TVB Stuttgart

Immer noch kein Spiel wie jedes andere

5ed08d3d-fefe-457d-b46c-db4021aa880a.jpg_0
Jens Bechtloff. © TuS N-Lübbecke

Vor zehn Jahren wechselte Jens Bechtloff (31) von Bittenfeld nach Lemgo, am Sonntag spielt der Linksaußen mit dem TuS Nettelstedt-Lübbecke gegen seinen Ex-Club. Wir sprachen mit dem Linksaußen – auch über das Scharmützel in der Vorsaison, das mit der Roten Karte für Bechtloff endete.

Herr Bechtloff, als Sie zur Saison 2015/2016 vom TBV Lemgo nach Lübbecke wechselten, unterzeichneten Sie einen Dreijahresvertrag – gültig allerdings nur für die erste Liga. Mit 8:56 Punkten stieg der TuS sang- und klanglos ab. Was hat Sie dennoch dazu bewogen, dem Verein die Treue zu halten?

Ich bin nicht der Typ, der sofort die Reißleine zieht, wenn es mal nicht so gut läuft. Da ich mich in Lübbecke wohlgefühlt habe, habe ich gleich zugesagt, als es um einen Vertrag für die zweite Liga ging.

Im zweiten Jahr bei Ihrem neuen Verein lief’s dagegen nahezu perfekt: Der TuS schaffte den sofortigen Wiederaufstieg – mit 14 Punkten Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsrang. Hatten Sie mit so einer herausragenden Saison gerechnet?

Nein, damit habe ich so nicht gerechnet. Wir hatten eine ganz neue Truppe, aber unser Trainer hat uns schnell zu einem Team geformt. Die Mischung zwischen erfahrenen und jungen Spielern hat gut gepasst. Dass wir als erster Aufsteiger feststanden, war natürlich super. Der Aufstieg von der zweiten in die erste Liga hatte mir in meiner Karriere noch gefehlt (lacht). Mit Bittenfeld bin ich ja damals von der vierten in die dritte und von der dritten in die zweite Liga aufgestiegen.

Von den drei Aufsteigern waren Ihrem Team vor der Saison die besten Chancen auf den Ligaverbleib eingeräumt worden. Nun wartet der TuS nach 13 Spielen immer noch auf den ersten Saisonsieg und ziert das Tabellenende. Woran klemmt’s bisher?

Stimmt, wir sind auf dem letzten Platz. Aber bis jetzt ist noch nichts entschieden. Unser Spielplan war am Anfang auch ziemlich hart, aber in den Duellen gegen die direkten Konkurrenten müssen wir da sein und da haben wir jetzt leider gegen Gummersbach die erste Chance verpasst. Wir haben insgesamt eine junge und teilweise unerfahrene Truppe, die meisten spielen das erste Mal in der ersten Liga. Da muss man auch erst mal reinwachsen.

Gegen Gummersbach war der TuS – wieder einmal – nah dran und musste sich doch mit 26:27 geschlagen geben. Wie groß war der Frust?

Natürlich ist das frustrierend, aber so ist der Sport. Es bringt nur nichts, sich lange damit aufzuhalten. Man darf den Kopf nicht hängenlassen und muss immer weiter kämpfen, in jedem Spiel aufs Neue.

Wie schwierig ist es, in dieser haarigen Situation den Glauben an den Ligaverbleib zu behalten?

Klar, es ist nicht einfach. Trotzdem müssen wir am Ende zwei Mannschaften hinter uns lassen. Und der Abstand ist bis jetzt noch greifbar.

Auswärts läuft’s derzeit gut für Ihr Team mit drei Unentschieden in Folge. Vor zwei Jahren reisten Sie auch als Tabellenletzter nach Stuttgart und schrammten knapp an einem Auswärtssieg vorbei. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende führte der TuS mit 32:29 und musste sich mit einem 33:33-Unentschieden begnügen. Am Ausgleich waren Sie nicht ganz unbeteiligt. Sie sahen nach einem Foul an Michael Schweikardt, drei Sekunden vor dem Ende, die Rote Karte. Schweikardt verwandelte den fälligen Siebenmeter zum Ausgleich, und Sie zogen sich den Unmut der TVB-Fans zu. Erwarten Sie nun ein Pfeifkonzert in der Scharrena?

Das hoffe ich natürlich nicht. Das Spiel war damals sehr emotional, weil wir schon gegen den Abstieg spielten. Michael und ich haben das nach dem Spiel geklärt und für mich war die Situation dann abgehakt.

Sie sind nun schon seit zehn Jahren aus Bittenfeld weg, mit Simon Baumgarten treffen Sie nur noch einen ehemaligen Mannschaftskameraden auf dem Spielfeld. Sind die Partien gegen den TVB trotzdem immer noch etwas Besonderes für Sie?

Na klar, Bittenfeld ist meine Heimat. Das waren schöne Zeiten mit den Spielen in der Gemeindehalle und den damit verbundenen Aufstiegen.