TVB Stuttgart

Jan Forstbauer beim TVB Stuttgart: Zurück, wo alles begann

TVB Stuttgart-Trainingslager 2022
Sechs Jahre lebte und spielte Jan Forstbauer in Hamburg, nun ist er zurück in der schwäbischen Heimat. „Ich bin sehr gespannt, was jetzt kommt“, sagt der 30-Jährige. © Sandy Dinkelacker

Die älteren Fans des TVB Stuttgart werden sich noch an ihn erinnern – allerdings mit anderer Frisur. Von 2010 bis 2012 spielte Jan Forstbauer beim damaligen Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld, nach sechs Jahren in Hamburg kehrt der gebürtige Bad Cannstatter nun wieder in seine Heimat zurück. Der 30-Jährige soll Viggó Kristjánsson ersetzen, der sich dem Liga-Konkurrenten SC DHfK Leipzig angeschlossen hat. Zusammen mit Jerome Müller wird Forstbauer den rechten Rückraum besetzen.

Starke Hinrunde in Hamburg

Bereits im Oktober vergangenen Jahres war klar, dass der TVB in der Saison 2022/2023 ohne seinen isländischen Nationalspieler planen muss. Die Verantwortlichen hatten also reichlich Zeit, sich um einen Nachfolger zu kümmern. Eine knifflige Aufgabe, schließlich sind Linkshänder heiß begehrt – und entsprechend kostspielig in der Anschaffung und im Unterhalt. Der Blick richtete sich auch in den hohen Norden. Beim Aufsteiger HSV Hamburg spielte Jan Forstbauer eine starke Hinrunde. Der TVB nahm Kontakt auf – und vermeldete Mitte Januar Vollzug.

Es war ein durchaus überraschender Transfer. „HSV verliert Aufstiegshelden“ titelte die Bild-Zeitung damals. „Jan Forstbauer zieht es im Sommer in die Heimat“, war auf der Website des Vereins zu lesen. Und: HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke hätte Forstbauer „gerne weiterhin im Dress der Hamburger gesehen“, er könne seine Entscheidung jedoch „absolut nachvollziehen“. Forstbauer wurde zitiert, dass „mir die Entscheidung, den Verein und die Stadt nach sechs Jahren zu verlassen, alles andere als leicht gefallen ist“.

Kommentiere keine Vertragsgespräche

Die Hamburger hätten Forstbauer gerne behalten, Forstbauer wäre gerne geblieben: Warum kam’s trotzdem zur Trennung? Vielleicht, weil der HSVH den Vertrag nur um ein weiteres Jahr verlängern wollte? Beim TVB bekam der Linkshänder ein Angebot über zwei Jahre. „Ich kommentiere grundsätzlich keine Vertragsgespräche“, sagt Forstbauer im Gespräch mit dieser Zeitung. „Nur so viel: Es gab Gespräche darüber, wie eine weitere Zusammenarbeit aussehen könnte.“ Er habe sich wahnsinnig wohlgefühlt in der Mannschaft, unglaubliche sechs Jahre erlebt und viele tolle Leute kennengelernt.

Nun kommt wieder einiges Neues zu auf Jan Forstbauer – wobei er den einen oder anderen aus seiner Zeit beim TVB vor zehn Jahren noch kennt. Mit 18 Jahren war der damals schmächtige Rückraumspieler vom TSV Schmiden nach Bittenfeld gewechselt, galt als eines der größten Talente in Deutschland. Mit der Jugendnationalmannschaft wurde er 2011 Weltmeister – und schloss sich ein Jahr später dem Ligakonkurrenten SG Leutershausen an. Von dort ging’s zum Erstligisten MT Melsungen, per Zweitspielrecht spielte Forstbauer zunächst weiter für Leutershausen und anschließend für den Zweitligisten ThSV Eisenach. 2016 unterschrieb er beim Drittliga-Aufsteiger HSV Hamburg.

Von der dritten Liga zurück in Liga eins

Dritte Liga statt erste Liga also. Und das mit 24 Jahren. Lief da irgendetwas schief in der Karriereplanung? „Nein, ich bin zufrieden, wie es gelaufen ist“, sagt Forstbauer ohne Zögern. „In Leutershausen war ich zum ersten Mal von zu Hause weg.“ Er habe zwar zwei Jahre gegen den Abstieg gespielt, „es war aber trotzdem eine tolle Erfahrung“. Wie auch das eine Jahr in der handballverrückten Stadt Eisenach, gekrönt mit dem Aufstieg in die erste Liga. Auch in der Saison beim Erstligisten MT Melsungen habe er einiges mitgenommen, was dazugehöre, um in der ersten Liga erfolgreich spielen zu können. „Auch wenn ich wenig zum Einsatz gekommen bin.“

In Hamburg war das anders, allerdings spielte er dort zunächst in der dritten Liga und damit unter dem Radar. Im Nachhinein indes war der Abstieg eher ein Aufstieg für Forstbauer. „Ich habe den Wechsel auch nie als Abstieg gesehen.“ Die Hamburger rappelten sich nach der Insolvenz langsam, aber stetig auf. Hamburg habe eine klare Vision gehabt, so Forstbauer. „Mittelfristig sollte es in die zweite Liga zurückgehen und langfristig in die erste Liga.“ Der geringere Trainingsaufwand war perfekt für Forstbauer, der so sein Studium der Politikwissenschaft vorantreiben konnte.

Viele Verwandte leben in Stuttgart

Sportlich ging’s flotter voran als erwartet. 2018 stieg der HSVH in die zweite Liga auf, drei Jahre später in die erste Liga. „Jeder einzelne Spieler hat eine tolle Entwicklung gemacht, wir haben aber auch ein paar Rückschläge wegstecken müssen.“ Nach dem Wiederaufstieg machten die Hamburger den Ligaverbleib mit einer starken Hinrunde quasi schon perfekt, wesentlichen Anteil daran hatte Jan Forstbauer.

Nun schließt sich also der Kreis. In Stuttgart-Heslach haben er und seine Frau Sina eine Wohnung gefunden. Damit sind sie nah dran an der Familie, auch viele Verwandte leben im Großraum Stuttgart. „Jetzt freue ich mich darauf, ein Teil einer ambitionierten Mannschaft zu sein, die sich für die nächsten Jahre einiges vorgenommen hat.“

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Die älteren Fans des TVB Stuttgart werden sich noch an ihn erinnern – allerdings mit anderer Frisur. Von 2010 bis 2012 spielte Jan Forstbauer beim damaligen Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld, nach sechs Jahren in Hamburg kehrt der gebürtige Bad Cannstatter nun wieder in seine Heimat zurück. Der 30-Jährige soll Viggó Kristjánsson ersetzen, der sich dem Liga-Konkurrenten SC DHfK Leipzig angeschlossen hat. Zusammen mit Jerome Müller wird Forstbauer den rechten Rückraum

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