TVB Stuttgart

Kommt ein Champions-League-Spieler?

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Auch der TVB Stuttgart und Trainer Jürgen Schweikardt sind von den Absagen betroffen. © ZVW/Danny Galm

Die Spielbetriebspause im Januar nutzen die Vereine, um in aller Ruhe ihre Personalplanungen voranzutreiben. Das tat auch der TVB Stuttgart, der während der Europameisterschaften verkündete, mit einem neuen Gespann im rechten Rückraum in die Saison 2020/2021 zu gehen. Viggo Kristjansson (HSG Wetzlar) und Jerome Müller (Eulen Ludwigshafen) haben Verträge über zwei Jahre unterschrieben. Viel wird sich damit im Kader nicht mehr tun. Eine Überraschung indes könnte es noch geben: Der TVB soll nach Informationen dieser Zeitung mit einem Champions-League-Spieler in Kontakt stehen.

Die dringlichste Personalfrage möchten die Verantwortlichen des TVB so schnell wie möglich klären: Es fehlt noch die Unterschrift von Johannes Bitter. Der Nationaltorhüter hatte bereits gegen Ende des vergangenen Jahres angedeutet, seinen Vertrag beim TVB um ein weiteres Jahr verlängern zu wollen. Die finalen Verhandlungen wurden aufgrund Bitters EM-Einsatz auf Eis gelegt. Sind die Chancen der Stuttgarter womöglich gesunken, weil Bitter durch seine starken Leistungen für die Konkurrenz noch interessanter geworden ist? Wohl kaum, dazu waren die Verhandlungen bereits zu weit fortgeschritten.

Nicht ausgeschlossen ist, dass Bitter einen neuen Kollegen an seiner Seite haben wird. Der TVB steht offensichtlich in Kontakt mit dem Iraner Saeid Heidarirad. Der 29-Jährige spielt aktuell beim Champions-League-Teilnehmer CS Dinamo Bukarest, sein Vertrag beim rumänischen Club läuft zum Saisonende aus. Der TVB-Trainer und -Geschäftsführer Jürgen Schweikardt wollte sich auf Anfrage zu dieser Personalie nicht äußern. Offen sei auch, ob der TVB auf Linksaußen und auf der Kreisläuferposition nachlege. Auf Außen spielt Patrick Zieker den Alleinunterhalter, Manuel Späths Vertrag ist nicht verlängert worden.

Kein Platz mehr ist für Robert Markotic. Die Verletzungsanfälligkeit ist dem Kroaten zum Verhängnis geworden. „Wenn er fitter wäre, hätte er wahrscheinlich weiter für uns gespielt“, sagt Schweikardt. So orientierte sich der TVB um und holte gleich zwei neue Linkshänder für David Schmidt (zum Bergischen HC) und Markotic: Jerome Müller (23) kommt vom Ligakonkurrenten Eulen Ludwigshafen und Viggo Kristjansson von der HSG Wetzlar.

Die Handball-Fans, die die EM verfolgt haben, haben sich vom Isländer bereits ein Bild machen können. Der 26-Jährige, als Backup geplant für Alexander Pettersson, spielte ein gutes Turnier. Nach dem 34:23-Sieg der Isländer gegen Russland wurde der Linkshänder zum „Man of the match“ gekürt. Schweikardt freut sich, dass sich Kristjansson für den TVB entschieden hat. „Wir haben ihn schon beobachtet, als er noch in Österreich spielte“, sagt er. Es gebe nicht viele Spieler auf dieser Position, die einigermaßen ins Gehaltsgefüge des TVB passten. „Mit Jerome und Viggo haben wir zwar keine Urgewalt aus dem Rückraum, aber sehr flexible Spieler.“