TVB Stuttgart

Leipzig kauft dem TVB den Schneid ab

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Kein Durchkommen für Felix Lobedank (blaue Spielkleidung) gegen Peter Strosack (links) und Alen Milosevic. Der TVB musste sich den kampfstarken Leipzigern verdientermaßen mit 20:25 geschlagen geben. © Justen

Ein gutes Stück entfernt gewesen vom zweiten Auswärtssieg sind die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart. Vor 4084 Fans unterlag das Team von Trainer Markus Baur dem entschlossener auftretenden SC DHfK Leipzig verdientermaßen mit 20:25. Die besten Noten in einer insgesamt zu zahmen Mannschaft verdienten sich Torhüter Jogi Bitter und Marian Orlowski.

Vio Fotache feierte nach wochenlanger verletzungsbedingter Pause sein Comeback, dafür musste der TVB allerdings weitere Rückschläge verkraften: Can Celebi verletzte sich am Freitag am Knie, Teo Coric zerrte sich die Wade und auch Djibril M’Bengue war nicht einsatzfähig. Dies bedeutete zweifellos eine Schwächung, an der Niederlage indes war die missliche personelle Lage nicht festzumachen. Dem TVB fehlte unterm Strich der Mumm, um den kampfstarken Leipzigern ernsthaft Paroli bieten zu können.

Leipzig führt nach sechs Minuten mit 4:1

Leipzig startete nach den jüngsten Erfolgserlebnissen mit viel Selbstvertrauen und wild entschlossen, führte nach sechs Minuten mit 4:1. Bobby Schagen brachte den TVB zwar beim 5:4 wieder heran (10.), mehr ließ das Team von Trainer Christian Prokop aber nicht zu. Der TVB hatte größte Mühe, sich gegen die resolute und bewegliche Deckung der Leipziger durchzusetzen. Die hatten nach etlichen Fehlwürfen und Ballverlusten des TVB recht leichtes Spiel. Dass sich der Rückstand bis zur Pause beim 8:12 im erträglichen Rahmen hielt, hatten die Gäste vornehmlich ihrem Torhüter Jogi Bitter zu verdanken. Allerdings hatten auch die Sachsen in Jens Vortmann einen starken Rückhalt.

Der beste Bittenfelder Feldspieler, Marian Orlowski, verkürzte auf 9:12. Die leise Hoffnung auf eine bessere Vorstellung im zweiten Durchgang war jedoch rasch dahin. Der TVB kam weiterhin nicht in die Zweikämpfe oder ging als zweiter Sieger aus ihnen hervor. Zudem schwächte er sich durch fünf – größtenteils unnötige – Zeitstrafen nach der Pause selbst. Mit drei Siebenmetern in Folge zog der SC auf 15:9 davon (36.). Der TVB kämpfte sich zwar auf 14:17 heran (45.) und hatte noch genügend Zeit, die Wende zu schaffen – allerdings nur theoretisch. Die Leipziger blieben das präsentere Team, und elf Minuten vor dem Ende war beim 20:14 die Partie entschieden. Das Heimteam schaukelte den Vorsprung locker über 22:18 und 23:19 zum verdienten 25:20-Erfolg nach Hause.

Der TVB mit nur einem Punkt Polster zum Abstiegsplatz
Mit diesem sechsten Sieg im neunten Spiel hat es sich der SC DHfK Leipzig mit 13:5 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz gemütlich gemacht. Dem TVB indes weht ein frischer Wind um die Nase bei lediglich einem Pünktchen Polster zum ersten Abstiegsplatz. Nach der Länderspielpause kommt am Freitag, 1. November (19.45), der Vorletzte TBV Lemgo in die Scharrena.


SC DHfK Leipzig: Vortmann, Putera; Semper (1), Rojewski (7/4), Jurdzs (2), Binder (5), Janke, Pieczkowski (3), Roscheck (1), Strosack (3), Meschke, Becvar (1), Milosevic (2/1).

TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Jerkovic; Schimmelbauer, Lobedank (1), Weiß (2), Schagen (1/1), Schweikardt (3), Kraus (3), Baumgarten (1), Fotache (1), Kretschmer, Orlowski (8).

Ausschnitte des Spiels sind im Laufe des Montags zu sehen auf zvw.de/sportvideos

Stimmen zum Spiel
Toni Guaggenti, Trainer des TSV Schwaikheim: „Das war heute besser als noch gegen Fellbach. Diesmal hat meine Mannschaft gearbeitet und gekämpft. Aber in der Landesliga entscheiden oft Kleinigkeiten, wie man heute bei den Toren gesehen hat. Heute hat die etwas glücklichere Mannschaft gewonnen.“

Giuseppe Greco, Trainer des TSV Schornbach: „Das war die Reaktion, die ich mir erhofft hatte. Zweikämpfe, Einstellung, Wille zum Sieg waren wieder vorhanden. Da sieht man, welche Qualität im Team ist.“