TVB Stuttgart

Michael Kraus kommt zum TVB

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Von 2003 bis 2007 spielten Michael Kraus (rechts) und Michael Schweikardt zusammen bei FA Göppingen, in der nächsten Saison tragen die beiden Spielmacher das Bittenfelder Trikot. Kraus verletzte sich am letzten Samstag am Knie. Ein Kreuzbandriss? Glücklicherweise lautet der Befund nur: Bänderdehnung. © Ramona Adolf

Erst „Jogi“, jetzt „Mimi“: Mit Johannes Bitter spielt bereits ein Handball-Weltmeister von 2007 beim Erstligisten TVB 1898 Stuttgart. In der neuen Saison soll nun Michael Kraus seinen Beitrag dazu leisten, dass sich der TVB in der Liga etabliert. Der 32-jährige Spielmacher von FA Göppingen hat beim Aufsteiger einen Einjahresvertrag unterschrieben.

Eine Sensation ist es nicht mehr, ein Transfercoup aber allemal: Der TVB hat sich mit Michael Kraus eine echte Hausnummer des deutschen Handballs geangelt. Nachdem FA Göppingen vergangenen Monat bekanntgegeben hatte, in der kommenden Saison nicht mehr mit „Mimi“ Kraus zu planen, wurde der 32-Jährige unter anderem mit dem TVB in Verbindung gebracht.

Seit Samstag hat der Aufsteiger den Ligaverbleib sicher – und vom 1. Juli an einen der talentiertesten deutschen Handballer im Kader. „Wir sind sehr, sehr froh, dass sich Mimi für uns entschieden hat“, sagt der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Vor allem in der zweiten Saisonhälfte habe Kraus gezeigt, dass er nach wie vor ein außergewöhnlicher Handballer sei. „Ich bin fest davon überzeugt, dass er uns im Angriff weiterbringen wird. Da ist uns zuletzt ja nicht so viel gelungen.“ Kraus’ Stammposition ist die Spielmacherrolle, er kann jedoch auch auf den Halbposition im Rückraum spielen.

Eine freche Art, Handball zu spielen

Dass Kraus trotz etlicher lukrativer Angebote aus dem In- und Ausland – im Gespräch waren unter anderem Katar, Istanbul und ein Verein aus Polen – dem TVB den Vorzug gab, freut den TVB-Geschäftsführer besonders. „Wir haben viele sehr gute Gespräche geführt, Mimi wollte unbedingt zu uns“, sagt Schweikardt. Finanzielle Einbußen muss Kraus wohl in Kauf nehmen. „Wir geben sicher keine Details bekannt“, sagt Schweikardt. „Nur so viel: Kraus passt in unsere Struktur.“

Keinerlei Probleme dürfte der Neue mit der Integration haben. „Wir kennen uns gut“, sagt Schweikardt. „Und Mimi kennt viele Spieler. Ich bin mir sicher, dass er mit seiner frechen Art, Handball zu spielen, unsere Mannschaft beleben wird.“

Kraus selbst sagt laut einer Pressemitteilung des TVB, dass er sich bewusst für den TVB entschieden habe. Seit vielen Jahren verfolge er schon die „bemerkenswerte Arbeit und die Entwicklung“ des TVB. „Sehr gerne möchte ich künftig Teil dieses einzigartigen Projektes sein. Die professionelle Vereinsführung und die Mannschaft bedeuten mir mehr als andere Komponenten“, so der 32-Jährige weiter.

Beim 28:21-Sieg der Göppinger am Samstag gegen Gummersbach fehlte Kraus nach einem Zusammenstoß im Training wegen einer Halswirbelverletzung. Nach Schweikardts Information ist die Verletzung jedoch nicht dramatisch.

Der zweite Neuzugang des TVB aus Göppingen, Felix Lobedank, stand nach seiner Achillessehnenoperation zum zweiten Mal im Kader. „Er ist noch nicht bei hundert Prozent, aber glücklich, dass er wieder spielen kann“, so Schweikardt

Im Einsatz waren auch die Bittenfelder. Der Auftritt bei der 23:34-Niederlage am Sonntag in Magdeburg war allerdings wenig glorreich. Auch wenn der TVB nicht mehr unter Zugzwang stand: Besonders gut gefallen hat dem Trainer die Darbietung seiner Mannschaft nicht. „Die Niederlage an sich tut uns nicht mehr weh“, sagt Thomas König. „Allmählich sollte jedoch ein Lernprozess zu erkennen sein.“ Die Spiele des TVB laufen derzeit stets nach demselben Muster ab: Der Aufsteiger kommt gut ins Spiel und gibt es binnen kurzer Zeit aus der Hand. „Wir zeigen immer wieder, dass wir auch gegen richtig gute Gegner mithalten können“, sagt der Coach. „Gleichzeitig werden aber auch unsere Defizite sichtbar: die vielen technischen Fehler und Schwächen im Rückraum.“

In Magdeburg kamen die verletzungsbedingten Ausfälle von Djibril M’Bengue und Michael Schweikardt erschwerend hinzu. „Da fehlt uns dann nicht nur die Qualität, sondern auch die Quantität.“ Das größte Manko sei, dass kaum ein Spieler über 60 Minuten hinweg eine konstante, verlässliche Leistung zeige. „Und dieses Problem hat der TVB nicht erst in dieser Saison.“

Michael Kraus

Michael „Mimi“ Kraus wurde am 28. September 1983 in Göppingen geboren. Er ist 1,87 Meter groß, verheiratet und hat ein Kind. In der Jugend spielte Kraus für die TSG Eislingen, die TS Göppingen und den TSV Deizisau.

Seine Stationen später: 2002 bis 2007: FA Göppingen. 2007 bis 2010: TBV Lemgo. 2010 bis 2013: HSV Hamburg. 2013 bis 2016: FA Göppingen.

Sein Nationalmannschafts-Debüt feierte Kraus am 25. März 2005 gegen Russland. Insgesamt brachte er es auf 128 Länderspiele.