TVB Stuttgart

Rückendeckung für Trainer Jürgen Schweikardt

Christian May und Jürgen Schweikardt_0
Der Sprecher der Gesellschafter, Christian May (links), bei der Vertragsverlängerung mit Jürgen Schweikardt im Juni 2018. © ZVW/Danny Galm

Der TVB Stuttgart schwebt in akuter Abstiegsgefahr, da muss auch der Trainer Jürgen Schweikardt hinterfragt werden. „Ich sehe keinen Handlungsbedarf“, sagt Christian May, Sprecher der Gesellschafterversammlung und Vertreter des Hauptsponsors Kärcher, vor dem Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig (Sonntag/16 Uhr) im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Thomas Wagner.

Herr May, wie beurteilen Sie die sportliche Lage des TVB Stuttgart?

Sicherlich sind wir in einer kritischen Situation, wir müssen jetzt schauen, dass wir uns aus diesem Tief herauskämpfen. Wir hatten keine optimale Vorbereitung in der Winterpause, unter anderem fehlten die drei EM-Fahrer. So sehr wir uns natürlich freuen, dass sie dabei waren.

Wenn ein Verein im fortgeschrittenen Saisonverlauf nach Pluspunkten auf einem Abstiegsplatz steht, gerät automatisch der Trainer auf den Prüfstand. Wie sicher sitzt Jürgen Schweikardt im Sattel?

Die Frage ist, ob man Jürgen Schweikardt irgendetwas vorwerfen kann und ob ein anderer Trainer mehr bewirken könnte. Zum aktuellen Zeitpunkt sehe ich keinen Diskussions- und Handlungsbedarf.

Der Trainer bekommt aber keine Jobgarantie?

Die gibt’s nirgends, weder im Fußball noch im Handball.

Ist Jürgen Schweikardts Position auch deshalb stärker, weil er zugleich Geschäftsführer ist? Und ist diese Konstellation vielleicht doch nicht so glücklich – vor allem, wenn es nicht so gut läuft?

Für die Entscheidungsfindung spielt diese Konstellation keine Rolle. Aber natürlich ist die Arbeitsbelastung in einer so schwierigen Situation groß, Jürgen Schweikardt ist jetzt mehr als Trainer gefordert und kann seinen Aufgaben als Geschäftsführer aktuell nicht in dem normalen Maße nachgehen. Da müssen jetzt andere Kollegen auf der Geschäftsstelle einspringen.

Vor ein paar Tagen trennte sich der Ligakonkurrent HC Erlangen von seinem Trainer Adalsteinn Eyolfsson. Nach Medienberichten soll er mit dem TVB in Verbindung stehen. Was ist da dran?

Das ist frei erfunden. Vielleicht wollte da irgendjemand Unruhe bei uns reinbringen.

Angenommen, der TVB Stuttgart steigt tatsächlich in die 2. Liga ab: Was würde das für das Engagement von Kärcher bedeuten?

Das hätte keine Auswirkung auf unsere Unterstützung. Wir haben gemeinsam beschlossen, den Umbruch einzuleiten, und waren uns des Risikos bewusst. Und wir sind nach wie vor überzeugt davon, dass wir es schaffen. Falls nicht, wäre es natürlich das Ziel, sofort wieder aufzusteigen.