TVB Stuttgart

Rückschlag für den TVB: Jogi Bitter positiv auf Corona getestet - Sorgen um Handball-Termine

Jogi Bitter
Torhüter Johannes Bitter. © Ralph Steinemann

Das vermaledeite Corona-Virus sorgt dafür, dass es dem glänzend in die Saison gestarteten Handball-Erstligisten TVB Stuttgart nicht zu wohl wird: Der zuletzt überragende Torhüter Johannes Bitter ist nach dem Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag in Estland positiv getestet worden.

Ein Nachtest am Dienstag bestätigte das Ergebnis vom Sonntag. Bitter wird dem TVB damit sowohl an diesem Mittwoch (19 Uhr) in Nürnberg gegen den HC Erlangen als auch am Samstag (20.30 Uhr) in der Porsche-Arena gegen die TSV Hannover-Burgdorf fehlen.

Eine gute Nachricht gibt’s immerhin: Die restlichen TVB-Spieler sind offenbar negativ.

Sorgen um Handball-Termine

Die Handball-Bundesliga (HBL) wird nach Bitters positivem Test eventuell das für diesen Donnerstag geplante Spiel zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und Frisch Auf Göppingen verlegen, wie HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Deutschen Presse-Agentur sagte. Nach dpa-Informationen waren zwei Göppinger Nationalspieler nach der Rückkehr aus Estland gemeinsam mit Bitter im Auto nach Baden-Württemberg zurückgekehrt.

Die beiden Spieler befinden sich ebenfalls in Quarantäne, ihre Testergebnisse lagen zunächst nicht vor. Auch ob vielleicht sogar mehrere Partien verlegt werden, stand noch nicht fest. «Das weitere Vorgehen wird von den Gesundheitsämtern abhängen», sagte Bohmann.

Damit bestätigen sich schon jetzt die Sorgen, welche die Liga und einige Vereine schon vor der Länderspielpause geäußert hatten. «Das Zusammenkommen mit Spielern aus anderen Vereinen und die Spiele gegen andere Nationalmannschaften, bei denen es genauso ist» würden ein erhöhtes Ansteckungsrisiko bedeuten, erklärte Bohmann. Der ohnehin extrem eng getaktete Handball-Kalender könnte durch weitere positive Fälle durcheinandergewirbelt werden.

Wo und wie Bitter sich mit dem Virus angesteckt haben könnte, wusste der Routinier selbst nicht. «Für mich ist unerklärlich, was Ursache der Infektion ist», sagte er. «Wir Nationalspieler haben uns während des gesamten Lehrgangs sehr sicher gefühlt. Die Abläufe waren sehr gut und professionell.»

Der DHB teilte mit, dass während des gesamten Lehrgangs mit den Spielen gegen Bosnien-Herzegowina am vergangenen Donnerstag sowie anschließend in Estland insgesamt fünf PCR-Tests für die gesamte Nationalmannschaft durchgeführt worden seien. Alle abschließenden Tests am frühen Sonntagabend seien - bis auf den von Bitter - negativ ausgefallen.

Der DHB bekräftigte dennoch seine Empfehlung, dass die unmittelbaren Kontaktpersonen des Torhüters zunächst nicht am Training in ihren Vereinen teilnehmen sollten. Die meisten Bundesliga-Clubs nahmen die Vorbereitung auf die nächsten Spiele am Mittwoch und Donnerstag bereits wieder auf. Manche Vereine befanden sich zudem schon auf der Anreise zu ihren Auswärtsspielen. «Die meisten Clubs sind schon unterwegs», bestätigte Bohmann.

Fünf Partien sollen allein am Mittwoch stattfinden, vier weitere sind - Stand Dienstagabend - für Donnerstag angesetzt. Am Mittwoch will die HBL darüber beraten, wie es nun weitergeht. Und auch wenn in diesem Jahr keine Länderspielpause mehr ansteht, ist für Bohmann schon jetzt klar: «Wir werden künftig bei jeder Maßnahme, jede Abstellung von Nationalspielern sorgfältig überprüfen. Das tun wir nicht, um jemanden zu drangsalieren, sondern wir ziehen lediglich unsere Lehren aus den aktuellen Vorfällen», sagte der 55-Jährige.