TVB Stuttgart

Sorgen vor dem Duell mit EM-Helden

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Zur Erstliga-Premiere schlug sich der TVB gegen die HSG Wetzlar sehr gut und musste sich nur mit 27:28 geschlagen geben. Im Rückspiel hoffen Lars Friedrich (links) und Simon Baumgarten, dass der TVB ähnlich gut mithalten kann. Der Einsatz der beiden ist allerdings gefährdet. Hier eine Szene aus dem Hinspiel. Die Wetzlarer Jannik Kohlbacher (80) und Kristian Bliznac stemmen sich dem TVB entgegen. © Steinemann / ZVW

Nach den Niederlagen in Leipzig und gegen die Rhein-Neckar Löwen muss der TVB 1898 Stuttgart bei der HSG Wetzlar antreten. „Wenn wir in Bestbesetzung sind, rechnen wir uns etwas aus“, sagt der TVB-Trainer Thomas König. Der Einsatz der kränkelnden Viorel Fotache, Michael Schweikardt und Lars Friedrich sowie des am Daumen verletzten Simon Baumgarten ist jedoch fraglich.

Die Ausgangsposition für den TVB im Abstiegskampf hat sich durch die beiden Pleiten nicht wesentlich verschlechtert. Auch nach Ostern und vor den anschließenden acht Spielen wird der Aufsteiger fünf Punkte Abstand haben auf den 16. Tabellenplatz, auf dem der ThSV Eisenach festsitzt. Komfortabel – oder etwa doch nicht?

Jein. So viel jedenfalls lässt sich jetzt schon sagen: Die 13 Punkte, die der TVB gesammelt hat, werden ihm aller Voraussicht nach nicht reichen. Die Eisenacher haben zwar ein ähnlich hartes Restprogramm wie der TVB und müssen auf ein kleines Wunder hoffen. Durchaus machbar indes ist die Rettung für den TuS Nettelstedt-Lübbecke: Der Vorletzte liegt sieben Punkte hinter dem TVB, scheint durch die jüngsten Erfolge aber Mut geschöpft zu haben. Und das Restprogramm spricht eindeutig für das Team des ehemaligen Bittenfelders Jens Bechtloff: Gegen Eisenach, den TVB, den Bergischen HC und in Lemgo ist für den TuS sicher etwas zu holen. Auf der anderen Seite wäre ein Sieg der Bittenfelder in Lübbecke quasi die halbe Miete auf dem Weg zum Ligaverbleib.

Für die Nerven förderlich wäre es freilich, könnte der TVB vorher bereits punkten. Beispielsweise am Ostersamstag in Wetzlar. Im Hinspiel, der ersten Partie überhaupt in der ersten Liga, hätte das um ein Haar geklappt. In der durchweg engen Partie führte der TVB fünf Minuten vor dem Ende mit 26:24. Nach dem 27:27-Ausgleich traf Joao Ferraz sechs Sekunden vor der Schlusssirene zum glücklichen Sieg für Wetzlar.

Die HSG kam mühsam in die Saison, stabilisierte sich jedoch und sorgte für so manche Überraschung. Die SG Flensburg-Handewitt musste sich in der Rittal-Arena mit 21:24 ebenso geschlagen geben wie die MT Melsungen (25:29) und FA Göppingen (20:24). Die Göppinger verloren auch zu Hause gegen das Team von Trainer Kai Wandschneider (28:29). In eigener Halle musste es sich lediglich den Füchsen Berlin (27:33) am zweiten Spieltag und dem Meister THW Kiel (26:30) geschlagen geben. 18:4 Punkte sprechen für sich.

Drei Europameister: Wolff, Fäth und Kohlbacher

Die Euphorie in Mittelhessen ist riesig – nicht zuletzt, seit die HSG mit drei Europameistern werben darf: Torhüter Andreas Wolff, Rückraumspieler Steffen Fäth und Kreisläufer Jannik Kohlbacher. Seit der Partie gegen Kiel Mitte November sind sämtliche Heimspiele mit 4421 Zuschauern ausverkauft – auch die Partie gegen den TVB. Als zusätzliche Motivation dürfte die Aussicht auf einen EHF-Cup-Platz am Ende der Saison dienen.

Es wird also sehr schwer für das Team von Thomas König, in Wetzlar Bonuspunkte zu holen. „Das ist eine ganz abgezockte Mannschaft“, sagt der Trainer. Mit Kristian Bliznac (Schweden), Filip Mirkulovski (Mazedonien), Joao Ferraz (Portugal), Vladan Lipovina (Montenegro), Carlos Prieto (Spanien) und Guillaume Joli (Frankreich) hat die HSG etliche Nationalspieler in ihren Reihen.

„In Bestbesetzung sind wir dort trotzdem nicht ohne Chance“, sagt König. Fraglich ist allerdings, mit welchem Kader der TVB antreten wird: Der Defensiv-Experte Viorel Fotache hütete die Woche über das Bett, auch Michael Schweikardt und Lars Friedrich hat es erwischt. Unsicher ist überdies der Einsatz von Simon Baumgarten: Der Kreisläufer hat sich im Training am Daumen verletzt. „Gebrochen ist nichts“, sagt König. „Wir wissen aber nicht, ob er spielen kann.“

Egal, mit welchem Personal der TVB beim Tabellensiebten auflaufen wird: Er sollte schneller Zugriff zum Spiel kommen als zuletzt. In Leipzig lag der TVB nach einer Viertelstunde mit 4:11 im Hintertreffen, gegen die Löwen nach sieben Minuten mit 0:6. Auch in Gummersbach (5:13/24.) und gegen die Füchse Berlin (4:12/20.) schienen die Bittenfelder mit ihren Gedanken überall zu sein, nur nicht auf dem Spielfeld.

„Ich hoffe, es hat zwischenzeitlich jeder kapiert, dass wir konzentriert ins Spiel gehen müssen“, sagt König. „Auch sollten wir sehen, dass wir die frühen Zeitstrafen vermeiden.“

Zuletzt musste die HSG Wetzlar beim Tabellendritten SG Flensburg-Handewitt – allerdings stark ersatzgeschwächt – eine 23:35-Schlappe hinnehmen. Dass die HSG auch von weniger stark eingeschätzten Teams zu packen ist, zeigte unter anderem der HBW Balingen-Weilstetten bei seinem 27:26-Sieg.

Das Spiel können Sie am Samstag (19 Uhr) in unserem Liveticker unter www.zvw.de/liveticker verfolgen. Ausschnitte der Partie gibt es im Anschluss zu sehen auf www.zvw.de/sportvideos