TVB Stuttgart

Stresstest für den TVB

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Mit 30:20 setzten sich Simon Baumgarten (am Ball, hinten Mimi Kraus) und der TVB im Hinspiel in der Scharrena gegen den TSV Hannover-Burgdorf durch. © Ralph Steinemann

Im Abstiegskampf sind die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart nicht nur mental, sondern auch körperlich gefordert: Binnen 22 Tagen muss das Team von Trainer Markus Baur gleich sieben Spiele bestreiten. Im ersten von vier Auswärtspartien in Folge muss der TVB am Samstag beim TSV Hannover-Burgdorf ran. Die „Recken“ sind seit zehn Spielen punktlos.

Der TVB biegt ein in die sogenannte Crunch-Time – in die entscheidende Phase der Saison: Acht Spiele stehen noch auf dem Programm, nur zweimal genießt das Team von Trainer Markus Baur dabei Heimrecht: gegen den Vierten Füchse Berlin und das Schlusslicht HSC Coburg.

Die Chancen stehen nicht schlecht

Gegen die Hauptstädter darf sich der TVB nichts ausrechnen, und die beiden fest eingeplanten Punkte gegen Coburg werden nicht reichen zum Ligaverbleib. Mindestens zwei, eher vier weitere Zähler muss der TVB aus der Fremde mitnehmen. Dringend aus Lemgo – und vielleicht bereits am Samstag aus Hannover.

Die Chancen hierzu stehen – zumindest theoretisch – nicht schlecht. Schließlich wartet das Team des Ex-Bittenfelders Jens Bürkle seit dem 31:23-Sieg gegen Göppingen am 27. Dezember auf ein Erfolgserlebnis. 0:20 Punkte lautet die niederschmetternde Bilanz im Jahr 2017, nachdem der TSV die Hinrunde auf Rang fünf beendet hatte.

„Das ist natürlich nicht der Anspruch von Hannover“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur. Dazu sei der Kader zu gut besetzt. „Es läuft derzeit nicht bei den Hannoveranern, das heißt aber nicht, dass sie schlecht spielen.“

Kleine Deutschland-Tour für den TVB

Einen schwachen Tag erwischten die „Recken“ im Hinspiel, beim TVB dagegen lief’s wie geschmiert. Nach ausgeglichenen ersten 30 Minuten spielte sich der TVB in einen Rausch und deklassierte Hannover mit 30:20. Dieser Erfolg und das aktuell angeknackste Selbstvertrauen des Gegners machen dem TVB Hoffnung zum Auftakt der kleinen Deutschland-Tour mit den Partien in Hannover, Flensburg, Lemgo und Mannheim.

„Wir fahren natürlich nicht als Favorit nach Hannover“, sagt Baur. „Aber wir glauben zu wissen, was der Gegner macht.“ Basis müsse wieder die Deckung sein, die zuletzt einen sehr stabilen Eindruck machte. Ziel sei es, die gefährlichen Gegenstöße des Gegners zu verhindern und selbst das Tempo hochzuhalten. „Ich denke, wenn wir lange dranbleiben, steigen unsere Chancen. Vielleicht hat Hannover auch vergessen, wie’s geht.“ Wenn es sich allerdings freischwimme, werde es sehr schwer für sein Team.

Traum vom perfekten Schwaben-Wochenende in Niedersachsen

Nahezu durchweg mit Nationalspielern besetzt ist der Kader des TSV Hannover-Burgdorf. Angeführt wird das Team vom Ex-Bittenfelder und Europameister Kai Häfner sowie den dänischen Olympiasiegern Morten Olsen (Rückraummitte) und Caspar Ulrich Mortensen (Linksaußen). Letztere waren diese Woche ebenso mit ihren Nationalmannschaften unterwegs wie der Linkshänder Runar Karason (Island) und Joakim Hykkerud.

Der Norweger teilt sich die Position am Kreis mit dem deutschen Nationalspieler Erik Schmidt. Stark besetzt ist der TSV auch im linken Rückraum mit Fabian Böhm, Mait Patrail und Sven-Sören Christophersen. Auf die TVB-Defensive kommt also einiges zu – und ausgerechnet jetzt bangt Baur um den Einsatz von Vio Fotache: Der Abwehrspezialist klagt über Rückenprobleme. Reduziert trainiert haben unter der Woche Mimi Kraus (Knie) und Simon Baumgarten (Nacken). Beide dürften jedoch einsatzfähig sein.

Es darf also geträumt werden vom perfekten Schwaben-Wochenende in Niedersachsen: Mit einem Erfolg am Samstag würde der TVB einen gewaltigen Schritt machen auf dem Weg zum Ligaverbleib. Der VfB Stuttgart könnte mit einem Sieg am Sonntag bei Hannover 96 die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga perfekt machen.