TVB Stuttgart

TVB-Chef Jürgen Schweikardt mit positivem Corona-Test

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Der TVB Stuttgart (von links Viggo Kristjansson, Dominik Weiß, Fynn Nicolaus, Jürgen Schweikardt und Zarko Pesevski) zittert um die Teilnahme am BGV-Cup am Wochenende. Schweikardt, hier in der Auszeit im Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen am 30. August, wird auf jeden Fall nicht dabei sein: Er ist mit dem Corona-Virus infiziert und muss in Quarantäne. © Ralph Steinemann Pressefoto

Der Trainer und Geschäftsführer des Handball-Erstligisten TVB Stuttgart, Jürgen Schweikardt, ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das gab der Verein in einer Pressemitteilung bekannt. Schweikardt, der keinerlei Krankheitssymptome aufweise, müsse sich bis Mitte nächster Woche in häusliche Quarantäne begeben. Bevor er danach wieder zur Mannschaft stoße, müsse er einen negativen Corona-Test vorweisen.

„Nach intensivem Austausch mit den Behörden und Ärzten des Gesundheitsamtes wurde der TVB informiert, dass alle weiteren Spieler, Trainer, Betreuer sowie Mitarbeiter als Kontaktperson zweiten Grades gelten und sich daher nicht in Quarantäne müssen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. An diesem Mittwoch würden jedoch „alle aktiv Spielbeteiligten“ sowie alle Mitarbeiter des TVB auf das Corona-Virus getestet. Bis das Ergebnis der Tests vorliegt, würden alle Kontaktpersonen zweiten Grades angehalten, ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Zudem empfehle das Gesundheitsamt, weiterhin die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

TVB hofft auf negative Testergebisse am Donnerstag

Sofern alle einen negativen Corona-Test vorweisen können, darf der TVB am kommenden Freitag beim Halbfinale um den BGV-Handball-Cup antreten. Die Ergebnisse der Testung werden an diesem Donnerstag erwartet. Einen weiteren Test wird es am Samstag geben, einen Tag vor den Finalspielen in der Porsche-Arena.

Ungeachtet der Frage, ob der TVB am Freitag in Ludwigsburg und am Sonntag in der Porsche-Arena das Vorbereitungsturnier zu Ende spielen kann: Mit einem Auge blicken die Verantwortlichen auf den Saisonstart in drei Wochen – und hoffen darauf, vor möglichst vielen Fans spielen zu dürfen. Wobei noch nicht entschieden ist, ob der TVB in der 2251 Fans fassenden Scharrena oder in der Porsche-Arena (6211) antreten wird.

So oder so: Während in Baden-Württemberg die Obergrenze von 500 Personen gilt, sind andere Bundesländer großzügiger. Sachsen-Anhalt beispielsweise genehmigte vergangenes Wochenende ein Testspiel zwischen dem SC DHfK Leipzig und den Füchsen Berlin vor 725 Fans. Die Leipziger hoffen nun, dass sie in ihrem ersten Saisonheimspiel gegen Ludwigshafen am 1. Oktober mindestens 2000 Fans in die Halle lassen dürfen. Laut der(LVZ) entscheidet darüber in der kommenden Woche das Leipziger Gesundheitsamt. Dem Club gehe es auch darum, der Gesellschaft zu vermitteln, was trotz der Einschränkungen durch ein Hygienekonzept möglich sei, sagte der SC-Geschäftsführer Karsten Günther der LVZ. „Wenn wir jetzt nicht zeigen, dass der Besuch eines Handballspiels genauso ungefährlich ist wie das Einkaufen im Supermarkt, wer soll es sonst tun? Wir sind quasi in aufklärerischer Mission unterwegs“, so Günther.

Andere Bundesländer sind großzügiger

Auch die Clubs in Nordrhein-Westfalen dürfen auf mehr Zuschauer hoffen. Der Bergische HC plant in seinem ersten Heimspiel am 7. Oktober in der Solinger Klingenhalle laut einer Pressemitteilung mit 950 Fans. Die Begegnung wird in der Solinger Klingenhalle stattfinden. Damit dürften sämtliche Dauerkarten-Besitzer, die bereits bezahlt hätten, in die Halle, sagt der BHC-Geschäftsführer Jörg Föste. Der BHC gehe davon aus, dass mit der Aktualisierung der Coronaschutz-Verordnung des Landes NRW Mitte September die Zahl von 300 Zuschauern bei Sportereignissen zumindest auf 1000 nach oben korrigiert werde, so Föste weiter.

Davon darf der TVB nur träumen. Vor dem Hintergrund des aktuellen Corona-Falls dürfte die Anzahl der Fans allerdings derzeit eher eine Nebenrolle spielen. Indes: Unter 500 sollten es nicht sein, damit zumindest die Sponsoren zufriedengestellt werden können.

Der TVB hofft, dass seine Fans Verständnis aufbringen für die wirtschaftlichen Zwänge des Vereins. Der TVB sei allerdings im ständigen Austausch mit den Sponsoren, heißt es in einer Pressemitteilung. Geplant sei, die Tickets, die von den Sponsoren nicht abgerufen werden, unter den Dauerkartenbesitzern zu verlosen.