TVB Stuttgart

TVB-Coach Markus Baur: „Ich habe mich nie beworben“

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Es lief längst nicht alles rund beim TVB in der Hinrunde, die Gegner jubelten das eine oder andere Mal zu oft. „Wir gehen aber mit einem guten Gefühl ins neue Jahr“, sagt Trainer Markus Baur. © Ralph Steinemann

Seit einer Woche ist klar: Nicht Markus Baur, sondern der Leipziger Christian Prokop wird Nachfolger von Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Der Trainer des TVB 1898 Stuttgart äußert sich im Interview zu diesem Thema.

ZVW: Herr Baur, der Nachfolger von Bundestrainer Dagur Sigurdsson kommt nicht aus Stuttgart, sondern aus Leipzig. Wie und wann haben Sie denn von der Entscheidung erfahren?

Baur: Ich bin per Kurznachricht von Bob Hanning informiert worden.

ZVW: Besonders überrascht dürften Sie von der Wahl nicht gewesen sein, oder?

Baur: In der Tat nicht, ich hatte im Vorfeld schon genügend Information.

ZVW: Hat der Deutsche Handball-Bund seine Entscheidung Ihnen gegenüber begründet?

Baur: Nein, bisher nicht.

ZVW: „Mit Christian Prokop haben wir unseren Wunschkandidaten für eine der wichtigsten Positionen im Deutschen Handball-Bund verpflichtet“, ließ sich der DHB-Präsident Andreas Michelmann in der offiziellen Pressemitteilung des Verbands zitieren. Das heißt im Umkehrschluss, Sie waren lediglich zweite Wahl. Der Vizepräsident Bob Hanning dagegen sprach davon, dass der DHB in der Nachfolger-Frage „zwischen zweimal Gold“ habe wählen können. Wie kommen diese Aussagen bei Ihnen an? Haben Sie sich jetzt als Lückenbüßer oder gleichwertiger Kandidat gefühlt?

Baur: In der Tat passen diese beiden Aussagen aus dem Präsidium nicht zusammen und haben mich erstaunt.

ZVW: So oder so: Die wochenlange Bundestrainer-Casting-Show ist von Gerüchten, Spekulationen, Dementis und Stellungnahmen der Handball-Prominenz begleitet gewesen. Für den einen oder anderen war’s eine der größten Possen der vergangenen Jahre, in denen der DHB eine ziemlich schlechte Figur abgegeben hat. Welche Taktik sollten die Verantwortlichen Ihrer Meinung nach in Personalfragen künftig anwenden?

Baur: Das ist nicht mein Thema. Mir wäre es lieber gewesen, dieser Prozess hätte nicht in der Öffentlichkeit stattgefunden.

ZVW: Ihr Arbeitgeber, der TVB, ist nicht unglücklich über die Entscheidung des DHB pro Prokop, kann er doch jetzt weiter mit Ihnen planen – zumindest bis Juni 2018. Hier und da jedoch gab’s auch kritische Stimmen im Umfeld, weil Sie Ihre Sympathie für den Bundestrainer-Job offen bekundeten. Können Sie das nachvollziehen?

Baur: Nicht nur der Arbeitgeber, auch ich bin sehr froh, weiterhin an der Entwicklung des Projekts TVB 1898 Stuttgart dabei zu sein. Ich habe mich nie um den Bundestrainerposten beworben, sondern habe lediglich gesagt, dass der Job des Bundestrainers sehr interessant ist – und zu dem stehe ich.

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