TVB Stuttgart

TVB-Gegner steckt wegen Unwetter in Ungarn fest, unterhaltsames Ersatzprogramm

Hallenjubi02
Das Testspiel gegen Pick Szeged musste abgesagt werden, die Zuschauer in der Winnender Alfred-Kärcher-Sporthalle hatten trotzdem ihren Spaß bei der Trainingseinheit des TVB Stuttgart. Hier ist Torhüter und Geburtstagskind Miljan Vujovic am Ball, rechts Fynn Nicolaus (hinten von links Adam Lönn, Patrick Zieker, Samuel Röthlisberger und Silvio Heinevetter. Links hinter dem Kasten der Moderator Joachim Baumann). © Ralph Steinemann Pressefoto

Es war alles perfekt vorbereitet gewesen vom HC Winnenden, doch höhere Gewalt hat den Handballern am Samstag einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum zehnjährigen Bestehen der Alfred-Kärcher-Sporthalle wollte der HCW den Fans einen besonderen Leckerbissen bieten mit dem Spiel zwischen dem Erstligisten TVB Stuttgart und dem Champions-League-Teilnehmer Pick Szeged. Weil der Flug der Ungarn am Freitagabend aufgrund schlechter Wetterbedingungen ersatzlos gestrichen wurde, war Improvisationskunst gefragt – und die Winnender haben in Zusammenarbeit mit dem TVB ein tolles Programm auf die Beine gestellt, das mehr war als nur ein Ersatz.

Der Winnender Oberbürgermeister sieht das Unheil kommen

Es ist sozusagen der Worst Case für alle, die ein größeres Event geplant haben: Ein paar Stunden vor dem Start sagt der Hauptdarsteller ab. Hartmut Holzwarth hatte die schlechte Nachricht quasi aus erster Hand: Am Freitagabend holte der Winnender Oberbürgermeister die Delegation aus der spanischen Partnerstadt Santo Domingo de la Calzada, die zum Hallen-Jubiläum anreiste, am Stuttgarter Flughafen ab. „Da haben wir schon gesehen, dass der Flug aus Ungarn gecancelt war“, sagte Holzwarth im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum am Samstagnachmittag.

Ein bisschen Hoffnung indes habe er noch gehabt, dass die ungarischen Handballer mit anderen Verkehrsmitteln noch den Weg nach Winnenden finden würden. Schnell indes war klar, dass daraus nichts werden würde.

Erfolglose Suche nach einem Ersatzgegner

Damit hatten sowohl der HC Winnenden als auch der TVB Stuttgart ein beträchtliches Problem: Die Winnender mussten mit enttäuschten – oder wenigen – Fans rechnen. Und für den TVB fiel die Generalprobe vor dem Liga-Auftakt beim THW Kiel am kommenden Sonntag ins Wasser. Die eilige und hartnäckige Suche nach einem halbwegs adäquaten Ersatzgegner blieb erfolglos. „Die aufgrund der räumlichen Nähe infrage kommenden Zweitligisten sind an diesem Wochenende im DHB-Pokal im Einsatz“, sagte der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Und von den Kandidaten aus der dritten Liga habe auch keiner so kurzfristig zur Verfügung gestanden.

Ähnlich erging’s tags darauf dem Stuttgarter Liga-Konkurrenten Bergischer HC, der die Ungarn zum Saisoneröffnungsspiel in Solingen gebucht hatte und die Veranstaltung komplett absagen musste.

Dass auf der Tribüne und auf dem Spielfeld der Alfred-Kärcher-Sporthalle dennoch beste Laune herrschte, hatte viele Gründe: Die Fans waren einsichtig und dankbar. Und der TVB ließ sich mit dem – nicht alltäglichen – öffentlichen Training etwas einfallen. Der TVB-Trainer Roi Sánchez erläuterte den Gästen die Übungen via Mikrofon. „Ich hoffe, das ist für euch auch ein bisschen interessant“, sagte er. Und die spanischen Gäste aus Santo Domingo de la Calzada freuten sich, dass ein Landsmann ein paar Worte in ihrer Sprache an sie richtete.

Bevor jedoch eifrig geübt und geschwitzt wurde, wärmten die Spieler ihre Handgelenke auf: Lang war die Schlange an den Tischen, hinter denen die Bundesligaspieler Autogramm- und Fotowünsche erfüllten.

Mit dem kompletten Kader war der TVB in Winnenden vertreten. Drei Spieler indes schauten bei der Trainingseinheit verletzungsbedingt zu. Während Oscar Bergendahl (Schulterprobleme) und Max Häfner (Fußverletzung) zum Ligaauftakt in Kiel am Sonntag wahrscheinlich im Kader stehen werden, muss sich Jerome Müller noch eine Weile gedulden: Vor drei Wochen zog sich der Linkshänder eine Bänderverletzung am Fuß zu, sechs bis sieben Wochen dürfte er insgesamt ausfallen. „Ich bin froh, dass ich die Hälfte 'rumhabe“, sagte er. Ziel fürs Comeback sei das Spiel beim VfL Gummersbach am 22. September. Immerhin war Müller schon so weit wieder hergestellt, dass er beim abschließenden Trainingsspiel den Wischerdienst übernehmen konnte.

Moderator Joachim Baumann ist bestens vorbereitet

Für einen Mehrwert, beste und kurzweilige Unterhaltung während der eineinhalbstündigen Trainingseinheit, sorgte der Moderator des Nachmittags: Charmant und mit immensem Detailwissen führte Joachim Baumann vom HC Winnenden durchs Programm. Jeden einzelnen Spieler stellte er vor, ließ für das Geburtstagskind Miljan Vujovic ein Ständchen anstimmen – und überraschte Max Häfner mit einer kleinen Anekdote. Bei der Einweihung der Alfred-Kärcher-Sporthalle vor zehn Jahren spielte der damalige Zweitligist TV Bittenfeld gegen den HBW Balingen-Weilstetten. Im Kader des Erstligisten stand Max Häfners Bruder Kai – und er musste, wie Max am Samstag, verletzungsbedingt zusehen.

Zugeschaut haben bei der eineinhalbstündigen Trainingseinheit auch die Spieler des HC Winnenden – bis zehn Minuten vor Schluss. Roi Sánchez sagte die letzte Übung an. Zwei gegen eins mit Torabschluss. „Jetzt brauche ich ein paar Winnender Spieler“, sagte er. „Wer hat Bock, mitzumachen?“ Natürlich ließen sich die Winnender nicht zweimal bitten. Wer hat schon die Gelegenheit, dem Nationaltorhüter Silvio Heinevetter ein Ei ins Nest zu legen?

Info

Vor der Trainingseinheit hatte ein Testspiel auf dem Programm gestanden: Der Bezirksligist und Gastgeber HC Winnenden unterlag dem Württembergligisten SKV Oberstenfeld mit 21:31 (8:18).

Übrigens: Wer eine Karte für das Spiel gegen Pick Szeged im Vorfeld gekauft hatte, bekam das Eintrittsgeld an Ort und Stelle zurückerstattet.

Es war alles perfekt vorbereitet gewesen vom HC Winnenden, doch höhere Gewalt hat den Handballern am Samstag einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum zehnjährigen Bestehen der Alfred-Kärcher-Sporthalle wollte der HCW den Fans einen besonderen Leckerbissen bieten mit dem Spiel zwischen dem Erstligisten TVB Stuttgart und dem Champions-League-Teilnehmer Pick Szeged. Weil der Flug der Ungarn am Freitagabend aufgrund schlechter Wetterbedingungen ersatzlos gestrichen wurde, war

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