TVB Stuttgart

TVB gelingt erster Saisonsieg

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Ausgelassen feierte der TVB in Ludwigshafen den ersten Saisonsieg (von links): Sascha Pfattheicher, Max Häfner, Adam Lönn, Zarko Pesevski, Tim Wieling, Manuel Späth, Karsten Schäfer, Johannes Bitter, Patrick Zieker, Herbert Stadler, Nick Lehmann, Andreas Maier, Frank Jakschitz. Am Donnerstag soll in der Scharrena der erste Punktspiel-Heimsieg seit dem 14. Februar bejubelt werden. © Harry Reis

Der heiß ersehnte erste Saisonsieg des TVB Stuttgart beim 27:23 in Ludwigshafen war nicht nur für den mageren Kontostand und das Selbstvertrauen wichtig. Eine Pleite hätte den TVB ganz ans Ende der Tabelle gespült. „Es ist alles eng beieinander“, sagt der Trainer Jürgen Schweikardt – und hat schon die nächsten Punkte im Blick: Am Donnerstag kommt Lemgo.

Die Anspannung ist riesig gewesen vor dem Spiel zwischen den Eulen Ludwigshafen und dem TVB Stuttgart – bei beiden Teams übrigens, schließlich erwartete der Drittletzte den Vorletzten. „Wirklich? So genau kenne ich die Tabelle gar nicht“, sagte der Eulen-Trainer Benjamin Matschke kurz vor der Partie am Samstagabend in der ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle und versuchte damit die Bedeutung der Begegnung kleinzureden. „Für uns war wichtig, dass wir im Training Plantreue hatten.“

Was auch immer Matschke damit meinte: Zum zweiten Saisonsieg hat es nicht gereicht für sein junges Team. Die Ludwigshafener trafen auf einen Gegner, der sich mindestens genauso akribisch auf den Kontrahenten vorbereitet hatte und einen abgeklärten Auftritt hinlegte. Der Eulen-Spieler Pascal Bührer brachte das Duell hernach auf den Punkt: „Es hat vieles dafür gesprochen, dass wir das Spiel nicht gewinnen werden. Die Torhüterleistung, die Abwehrleistung – und auch der Angriff lief nicht flüssig.“

"Natürlich beruhigt so ein Start die Nerven und stärkt das Selbstbewusstsein"

Der TVB Stuttgart war den Eulen auf nahezu jeder Position überlegen und geriet nur einmal – beim 0:1 – in Rückstand. Es war zwar nicht so, dass sich Jürgen Schweikardt 60 Minuten lang entspannt auf der Trainerbank zurücklehnen konnte. „Insgesamt aber war’s ein souveräner Auftritt“, sagt er. „Das freut mich sehr, weil wir schon sehr unter Druck gestanden hatten.“

Dass sein Team glänzend aus den Startlöchern kam und nach sieben Minuten mit 4:1 führte, sei zwar nicht spielentscheidend gewesen. „Aber natürlich beruhigt so ein Start die Nerven und stärkt das Selbstbewusstsein.“ Viele Bausteine hätten zum ersten Saisonsieg geführt, der wichtigste sei die über 60 Minuten kompakte Defensive gewesen. „Und wir haben unsere schwächere Phasen im Spiel kürzer gehalten.“

„Wir haben vorne diszipliniert gespielt“

Der TVB hatte den Rückraum der Eulen im Griff – sowohl die Spielmacher Max Neuhaus und Dominik Mappes als auch die Distanzschützen Gunnar Dietrich, Jerome Müller und Azat Valiullin. Sechs Minuten vor dem Ende hatte der TVB erst 19 Gegentreffer zugelassen. Da braucht’s kein Offensivspektakel, um das Spielfeld als Sieger zu verlassen.

Am Ende standen dennoch immerhin 27 Tore zu Buche. „Wir haben vorne diszipliniert gespielt“, so Schweikardt. „Trotzdem haben wir im Angriff noch Potenzial.“ Beispielsweise im rechten Rückraum. Weder David Schmidt an seiner alten Wirkungsstätte noch Robert Markotic überzeugten. Dafür zeigte ein anderer aufsteigende Form: Max Häfner scheint sein kleines Tief überwunden zu haben. „Er hat das Spiel zusammen mit Elvar Asgeirsson sehr gut gesteuert“, sagt Schweikardt.

„Das ist wieder ein ganz wichtiges Spiel für uns“

Einen kleinen Kritikpunkt hat der Trainer doch. „Wir haben zu wenig Bälle aufs Tor gebracht.“ Die Chancen, dass die Würfe auch im Netz gelandet wären, standen selten so gut wie am Samstagabend. Für die beiden Eulen-Torhüter Martin Tomovski und Leon Hoblaj stand nach 60 Minuten eine Fangquote von 20 Prozent in der Statistik – wobei Tomovski drei seiner nur fünf Paraden in der Schlussphase gelangen, als das Spiel längst entschieden war. „Die beiden waren aber sicher nicht alleine schuld“, so Schweikardt. „Wir haben uns auch oft in eine sehr gute Wurfposition gebracht.“

So einfach werden es die Stuttgarter Angreifer am Donnerstag (19 Uhr) in der Scharrena nicht haben: Es gastiert der TBV Lemgo mit dem ehemaligen TVB-Rechtsaußen Bobby Schagen. „Das ist wieder ein ganz wichtiges Spiel für uns“, sagt Schweikardt. Mit dem zweiten Punktspielsieg ließe Stuttgart nach Ludwigshafen und Nordhorn auch Lemgo in der Tabelle hinter sich.


Info

Für das Spiel gegen den TBV Lemgo an diesem Donnerstag (19 Uhr) in der Scharrena gibt es noch rund 250 Karten.