TVB Stuttgart

TVB-Neuzugang Ivan Sliskovic: Zurück in der Wohlfühlregion

TVB Stuttgart-Trainingslager 2022
Nach zwei Jahren in Portugal freut sich der ehemalige Göppinger Ivan Sliskovic, zurück zu sein im Schwabenländle. Der 60-fache kroatische Nationalspieler soll dem TVB mit seiner Erfahrung und Vielseitigkeit weiterhelfen. © Sandy Dinkelacker

Kroatien, Slowenien, Ungarn, Göppingen, Portugal: Ivan Sliskovic hat schon einiges gesehen in den rund zehn Jahren, in denen er als Handball-Profi in Europa unterwegs ist. Nun ist er zurück im Schwabenland, beim Erstligisten TVB Stuttgart hat der 30-Jährige einen Einjahresvertrag unterschrieben.

Der Kroate, Nationalspieler mit reichlich Champions-League-Erfahrung, soll in der Abwehr Dominik Weiß ersetzen und komplettiert den linken Rückraum des TVB mit Adam Lönn und dem Nachwuchsspieler Nico Schöttle. „Ich freue mich sehr, zurück zu sein in der Region, wir haben noch viele Freunde hier“, sagt Sliskovic, dessen Karriere vor ein paar Jahren nach einer schweren Krankheit auf der Kippe stand.

Olympiateilnehmer 2016

Es ging recht zügig und steil bergauf in der Karriere von Ivan Sliskovic. Nach zwei Jahren beim kroatischen Club RK Nasice wechselte er, mit 21 Jahren, 2015 zum slowenischen Top-Club RK Celje. Er wurde zweimal Meister und spielte in der Champions League. Dann klopfte der ungarische Rekordmeister Veszprem an, mit dem er Meister und Pokalsieger wurde. Ivan Sliskovic galt als eines der größten Talente in Europa.

Mit der kroatischen Nationalmannschaft nahm er 2016 an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil – und danach war nichts mehr wie vorher. Sliskovic erkrankte am heimtückischen Pfeifferschen Drüsenfieber, er war lange weg vom Fenster. „Sportlich war das sehr, sehr hart für mich“, erinnert sich Sliskovic. Der Körper habe ihm ein deutliches Signal gegeben. „Ich habe viele Turniere gespielt, die Olympischen Spiele, die Europameisterschaft. Es war irgendwie zu viel. Du siehst das aber in dem Moment nicht und willst immer mehr.“

Sport ist nicht das Wichtigste im Leben

So schwer ihm die Handballpause auch gefallen ist, der große Einschnitt in seinem Leben hat seinen Blick aufs Wesentliche geschärft. Die Familie und Freunde hätten ihm dabei geholfen, auch der Glaube. „Ich habe vieles mit anderen Augen gesehen und danke Gott, dass ich zurückkommen durfte.“ Heute sage er seinen Mitspielern immer wieder, „dass der Sport wichtig ist, aber nicht das Wichtigste im Leben“.

Nach eineinhalb Jahren Pause ging’s für Sliskovic zurück nach Celje und anschließend für zwei Jahre nach Göppingen. Der Kroate büffelte Deutsch – so gut, dass er sich auch heute noch prima verständigen kann. „Ich habe von null angefangen und viel zu Hause gelernt. Mit der Grammatik hab' ich aber noch meine Probleme.“ Seine Sprachkenntnisse konnte er auch in den vergangenen beiden Jahren anwenden, in Porto waren die Ex-Stuttgarter Manuel Späth und Djibril M’Bengue seine Mannschaftskameraden.

„Ja, der Djibi“, sagt Sliskovic und grinst. „Das ist ein super Junge und ein richtig guter Handballer.“ Sliskovic wurde zweimal Meister mit Porto und Pokalsieger, in den 16 Champions-League-Spielen in der vergangenen Saison erzielte er 34 Tore. Dennoch lief’s nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. „Wir spielten viel Sieben gegen sechs und hatten dafür eine feste Formation.“ Für ihn sei da kein Platz gewesen. Zudem sei das Gedränge mit vier Spielern auf seiner Position groß gewesen. „Ich wollte wieder mehr spielen.“ Also hat sich sein Berater nach Alternativen umgesehen. Um ein Haar wäre Ivan Sliskovic in Minden gelandet. Im Januar hatte der deutsche Bundesligist angefragt, wollte ihn sofort und für zweieinhalb Jahre verpflichten. Der FC Porto habe ihn aber nicht mitten in der Saison abgeben wollen. Zu diesem Zeitpunkt habe es auch schon lose Gespräche mit dem TVB Stuttgart gegeben, „aber nicht so konkret“.

Schneller in der Heimat

Nun ist Sliskovic froh, dass es geklappt hat und er den Kontakt zu den alten Freunden aus seiner Göppinger Zeit intensivieren kann. „Und wir sind hier im Süden nicht so weit weg von der Heimat.“ Nach Zagreb und Split gibt’s Direktflüge ab Stuttgart, zur Not kann ein Heimatbesuch auch mit dem Auto erledigt werden.

Sportlich hat Sliskovic einiges vor mit dem TVB. „Wir haben eine gute Mannschaft und ich bin überzeugt davon, dass wir uns in der Tabelle verbessern werden.“ Sliskovic soll einen wesentlichen Teil dazu beitragen. Mit seiner Ruhe, Souveränität, Ballsicherheit und seinem guten Auge. Und mit einer gewissen Demut, die ihn die schwere Krankheit gelehrt hat. „Ich dachte damals nicht daran, dass ich vielleicht mein Niveau nicht mehr erreichen kann“, sagt er und denkt kurz nach. „Ich wollte einfach nur wieder Handball spielen und genießen. Mit einem Team, wie mit 14 oder 15 Jahren.“

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Kroatien, Slowenien, Ungarn, Göppingen, Portugal: Ivan Sliskovic hat schon einiges gesehen in den rund zehn Jahren, in denen er als Handball-Profi in Europa unterwegs ist. Nun ist er zurück im Schwabenland, beim Erstligisten TVB Stuttgart hat der 30-Jährige einen Einjahresvertrag unterschrieben.

Der Kroate, Nationalspieler mit reichlich Champions-League-Erfahrung, soll in der Abwehr Dominik Weiß ersetzen und komplettiert den linken Rückraum des TVB mit Adam Lönn und dem

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