TVB Stuttgart

TVB-Neuzugang Oscar Bergendahl: Die schwedische Maschine

TVB Stuttgart-Trainingslager 2022
Im ersten Testspiel gegen den österreichischen Erstligisten Schwaz zeigte Bergendahl schon, was in ihm steckt. © Sandy Dinkelacker

Da staunte Susal, die beim Sponsorenabend des TVB Stuttgart auf der Rössl-Alm im Zillertal für Party-Stimmung sorgte, nicht schlecht. „Komm’, zeig’ mir noch mal deinen Hüftschwung.“ Also schritt Oscar Bergendahl nach dem obligatorischen Neulingssingen für die Zugabe auf die Bühne, schmetterte „Gimme, gimme, gimme a Man after Midnight“ seiner schwedischen Landsleute ABBA ins Mikrofon und ließ die Körpermitte geschmeidig kreisen – begleitet von Jubelschreien des Publikums.

Er ist ein lustiger Typ

Seine Fähigkeiten als Entertainer hat der 27-jährige Neuzugang also schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In der neuen Saison nun soll er die Gegenspieler zu heißen Tänzchen auffordern und sowohl in der Offensive wie auch im Mittelblock ein wichtiger Eckpfeiler im Spiel des TVB Stuttgart werden.

Optisch bringt er dafür jedenfalls alles mit, und schon in den ersten Trainingseinheiten hat das 1,92 Meter große und 110 Kilogramm schwere Kraftpaket ziemlich Eindruck hinterlassen. Nicht nur in der Muckibude, „Oscar ist eine Maschine, ein Tier“, sagt sein Trainer Roi Sánchez. Wenig überrascht war Silvio Heinevetter, als er Bergendahl erstmals auf dem Spielfeld sah. „Er ist eine Kante. Aber es wäre auch schlimm, wenn er als Kreisläufer ein Spargeltarzan wäre“, sagt der Torhüter. „Er ist ein lustiger Typ und taut schnell auf.“

Ende November vergangenen Jahres präsentierte der TVB den Neuzugang, für besonders viel Aufsehen indes sorgte die Verpflichtung damals nicht. Was für einen dicken Fisch die Stuttgarter an Land gezogen haben, wurde erst ein paar Wochen später deutlich: Bergendahl wurde mit der schwedischen Nationalmannschaft Europameister und zum besten Abwehrspieler des Turniers gewählt.

Ich hatte ein paar Angebote

Plötzlich war der 27-Jährige in aller Munde und äußerst begehrt. Zu diesem Zeitpunkt hätte sich der TVB den Schweden wohl kaum mehr leisten können. Wieder einmal also hatten die Verantwortlichen ein feines Näschen. Die Interessenten dürften nach Bergendahls herausragendem EM-Auftritt Schlange gestanden haben. „Ja“, sagt Bergendahl und grinst. „Ich hatte schon ein paar Angebote.“

Auch, weil der Schwede alles vereint, was im modernen Handball vorausgesetzt wird. Die Zeit der Angriffs- oder Abwehrspezialisten scheint vorbei. Zu hoch ist das Tempo, viele Wechsel können sich die Teams nicht mehr leisten. Bergendahl ist vorne wie hinten zu gebrauchen. Und wo spielt er lieber? „Das ist eine gute Frage“, sagt er und überlegt. „Im Angriff, würde ich sagen.“

Vier Jahre spielte Oscar Bergendahl für den dänischen Spitzenclub GOG Handbold, er bringt Champions-League-Erfahrung mit und verabschiedete sich als dänischer Meister. Aber warum eigentlich, wo es doch so prächtig lief? „Es war an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren, eine neue Erfahrung zu machen“, sagt er. Und jetzt sei der richtige Zeitpunkt dafür gewesen. Die deutsche Bundesliga sei zwar nicht unbedingt sein Traum gewesen, „aber es war schon mein Bestreben, hier mal zu spielen“. Wobei ihm der Abschied aus Gudme schwergefallen sei. „Ich war ja eine Weile dort und wir hatten eine tolle Mannschaft.“

Die Verantwortlichen des TVB Stuttgart hätten ihm in den Gesprächen klar erklärt, wohin der Weg des Vereins mittelfristig führen soll. „Und ich hatte Aussicht auf viel Spielzeit, wenn ich es gut mache. Ich soll hier eine wichtige Rolle spielen.“

Thulin bestärkt Bergendahl

Seinen Dreijahresvertrag beim TVB hat er zu einem Zeitpunkt unterschrieben, an dem die Bittenfelder tief im Abstiegsschlamassel steckten. „Darüber habe ich nur kurz nachgedacht, ich habe mir aber keine großen Sorgen gemacht.“

Bestärkt zum Wechsel habe ihn sein Nationalmannschaftskollege, der letztjährige TVB-Keeper Tobias Thulin. Und das, obgleich es bei ihm persönlich alles andere als gut lief in Stuttgart. Thulin hat sich zur neuen Saison zu Bergendahls Ex-Club verabschiedet, in Adam Lönn hat der Kreisläufer aber immer noch einen schwedischen Ansprechpartner. Der Rückraumspieler, der mittlerweile gut Deutsch spricht, übersetzt im Zweifelsfall. Ansonsten wird auf Englisch kommuniziert.

Auch mit dem Mann in seinem Rücken, Silvio Heinevetter. Der Torhüter macht sich keine Sorgen. „Alle Schweden, die ich kennengelernt habe, sind sehr kommunikativ“, sagt er und grinst. „Oscars größtes Problem ist, dass er bei diesem Wetter besser einen Hut tragen sollte.“

Da staunte Susal, die beim Sponsorenabend des TVB Stuttgart auf der Rössl-Alm im Zillertal für Party-Stimmung sorgte, nicht schlecht. „Komm’, zeig’ mir noch mal deinen Hüftschwung.“ Also schritt Oscar Bergendahl nach dem obligatorischen Neulingssingen für die Zugabe auf die Bühne, schmetterte „Gimme, gimme, gimme a Man after Midnight“ seiner schwedischen Landsleute ABBA ins Mikrofon und ließ die Körpermitte geschmeidig kreisen – begleitet von Jubelschreien des Publikums.

Er ist ein

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