TVB Stuttgart

TVB Stuttgart will sich auch mit Mini-Kader gut präsentieren

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Zarko Peshevski, hier bei der Hinspielniederlage des TVB gegen den HSV Hamburg (von links Azat Valiullin, Tobias Schimmelbauer und Dominik Axmann, rechts Egon Hanusz), steht vor seinen beiden letzten Spielen für Stuttgart. Der Vertrag des Kreisläufers wird nicht verlängert. © Ralph Steinemann Pressefoto

Am drittletzten Spieltag hat sich der TVB Stuttgart den Verbleib in der ersten Handball-Bundesliga gesichert – zum Glück vorzeitig. Personell nämlich sieht’s äußerst düster aus vor den letzten beiden Partien beim Aufsteiger HSV Hamburg an diesem Donnerstag (19.05 Uhr) und im Heimspiel gegen die MT Melsungen am Sonntag (15.30 Uhr) in der Porsche-Arena. Fit ist einer, der den TVB am Ende der Saison verlassen muss: Der Vertrag des Kreisläufers Zarko Peshevski wird nicht verlängert.

Peshevskis Nachteil: Er kann nur offensiv

Es hat sich in den vergangenen Wochen angedeutet, dass die dritte Saison des Nordmazedoniers die letzte sein wird beim TVB. Der junge Fynn Nicolaus bekam am Kreis immer mehr Spielanteile, auf ihn möchte der TVB in Zukunft setzen. Der große Vorteil des 18-Jährigen: Er hat, anders als Peshevski, auch in der Abwehr seine Stärken. Wie auch Oscar Bergendahl, der im Sommer zum TVB stoßen wird. Weil zudem auch der TVB-Abwehrchef Samuel Röthlisberger am Kreis spielen kann, wären die Bittenfelder auf dieser Position überbesetzt gewesen.

Nicolaus überzeugt auch im Angriff

„Wir haben uns mit dem Thema intensiv beschäftigt“, sagte der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt bei der Pressekonferenz vor dem Spiel beim HSV Hamburg. „Auch damit, mit Zarko weiterzumachen.“ Die Situation habe sich aber durch die guten Leistungen von Fynn Nicolaus – auch im Angriff – geändert. Er sei hier zwar sicherlich noch nicht so weit wie Peshevski. „Aber wir wollen Fynn weiterentwickeln und erhoffen uns sehr viel von ihm in den nächsten Jahren.“ Deshalb soll er eine größere Rolle und Bedeutung in der Mannschaft bekommen. Peshevski, der im Sommer 2019 von HC Motor Zaporozhye zum TVB gekommen war, wird sich dem mazedonischen Erstligisten RF Eurofarm Pelister anschließen.

Zweimal noch also wird Peshevski das TVB-Trikot tragen. Und die Aussichten, dass er zusammen mit seinem Team das Punktekonto aufbessern wird, sind auf den ersten Blick eher mau. Es muss kräftig improvisiert werden. Für Jerome Müller ist die Saison nach einem Bänderriss am Sprunggelenk beendet. Drei weitere Spieler haben an derselben Stelle Probleme: Der Spielmacher Egon Hanusz fehlte zuletzt, nachdem er umgeknickt war. Viggó Kristjánsson und Adam Lönn schleppen sich seit Wochen durch und sind nur bedingt einsatzfähig. Sebastian Augustinussen und Dominik Weiß haben sich zu Beginn der Woche krank gemeldet, ihr Einsatz ist eher unwahrscheinlich. Auch Max Häfner ist nach seiner Rückenverletzung noch nicht wieder der alte. Je nach aktuellem Stand wird der Kader mit Nico Schöttle oder A-Jugendspielern aufgefüllt.

Bloß kein zweites Lübbecke

„Die Saison geht so zu Ende, wie sie angefangen hat“, sagt Schweikardt. „Das ist keine gute Situation.“ Trotzdem hofft der Geschäftsführer, dass das übrig gebliebene Team noch einmal alles in die Waagschale werfen wird. „Wir dürfen jedenfalls nicht so auftreten wie gegen Lübbecke.“

Schwierig ist die Lage auch für den Trainer. „Das ist ein großer Mist. Zum Glück haben wir unser Ziel schon erreicht“, sagt Roi Sánchez. „Wir werden aber kämpfen und alles dafür tun, um mit einem guten Gefühl aus der Saison zu gehen.“ Das sei der TVB auch den Fans schuldig, rund 100 werden das Team nach Hamburg begleiten. „Die Spieler freuen sich auswärts immer über Unterstützung, vor allem in Balingen und Minden haben uns unsere Fans sehr geholfen. Das ist eine extra Motivation.“

Sorgenfrei ist auch der Stuttgarter Gegner nicht. Mit Leif Tissier, Azat Valiullin, Dominik Axmann, Finn Wullenweber und Nicolai Theilinger fehlten oder fehlen dem HSV Hamburg gleich fünf Rückraumspieler. Zuletzt trat das Team von Trainer Torsten Jansen nicht mehr so stark auf wie in der Hinrunde, in welcher der Aufsteiger regelmäßig für Überraschungen gesorgt hatte. So zogen unter anderen zweimal die Rhein-Neckar Löwen, die HSG Wetzlar, die MT Melsungen und FA Göppingen gegen den Aufsteiger den Kürzeren. Und der TVB, der in der Porsche-Arena beim 26:34 chancenlos war.

Ein Wiedersehen gibt's in der Hamburger Barclay's Arena gleich mit vier Ex-TVB-Spielern: Jogi Bitter, Manuel Späth, Jonas Maier und Tobias Schimmelbauer. Späth und Maier werden vom Verein ebenso verabschiedet wie Jan Forstbauer, der zur neuen Saison zum TVB zurückkehren wird.

Info

Fürs Saisonfinale gegen die MT Melsungen am Sonntag (15.30 Uhr) sind 3500 Tickets verkauft. Es gibt noch ausreichend Karten im Vorverkauf und an der Tageskasse. Nach dem Spiel findet auf der Terrasse des Palm Beach die Saisonabschlussfeier mit den Fans statt.

Am drittletzten Spieltag hat sich der TVB Stuttgart den Verbleib in der ersten Handball-Bundesliga gesichert – zum Glück vorzeitig. Personell nämlich sieht’s äußerst düster aus vor den letzten beiden Partien beim Aufsteiger HSV Hamburg an diesem Donnerstag (19.05 Uhr) und im Heimspiel gegen die MT Melsungen am Sonntag (15.30 Uhr) in der Porsche-Arena. Fit ist einer, der den TVB am Ende der Saison verlassen muss: Der Vertrag des Kreisläufers Zarko Peshevski wird nicht

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