TVB Stuttgart

Ziel: Noch einmal gut präsentieren

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Johannes Bitter (Mitte, zwischen den Balingern Christoph Theuerkauf und Dennis Wilke) scheint wild entschlossen zu sein, den Flensburgern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Im letzten Heimspiel muss sich der TVB 1898 Stuttgart dem Vollgas-Handball des Tabellenzweiten erwehren. Archivbild. © Ramona Adolf

„Die Fans haben uns in dieser Saison überragend unterstützt“, sagt Thomas König. Deshalb hofft der Trainer des TVB 1898 Stuttgart, dass sich sein Team im letzten Heimspiel von seiner besten Seite zeigen wird. Der Liga-Neuling kann sich jedoch auf einiges gefasst machen: Der Tabellenzweite SG Flensburg-Handewitt glaubt noch an seine Titelchance.

Auf Punkte angewiesen ist der TVB 1898 Stuttgart in seinen letzten beiden Spielen wohl nicht mehr – zum Glück für den Aufsteiger. Nüchtern betrachtet, kann es gegen den Tabellenzweiten Flensburg am Sonntag (15 Uhr) in der Scharrena und die Woche darauf beim Dritten THW Kiel lediglich um Schadensbegrenzung gehen. Zumindest, wenn die Hinspielresultate als Maßstab herangezogen werden: Mit 15 Toren Differenz (19:34) unterlag der TVB in Flensburg, mit neun in eigener Halle gegen den Deutschen Meister (26:35), der seinen Titel in dieser Saison nicht verteidigen kann.

Zwei andere Mannschaften waren in dieser Spielzeit stärker – und der Titelkampf ist zwei Spieltage vor Schluss noch nicht entschieden. Wobei die Rhein-Neckar Löwen eindeutig die besseren Karten haben bei einem Punkt Vorsprung und der um 36 Tore besseren Trefferdifferenz. Die Löwen müssten also entweder am Sonntag gegen den TSV Hannover-Burgdorf oder am letzten Spieltag beim Absteiger TuS Nettelstedt-Lübbecke verlieren. Dann könnten die Flensburger den Spitzenreiter mit Siegen in Stuttgart und gegen den Bergischen HC noch abfangen.

Verdient hätten beide den Titel. Um ein Haar hätte sich der Bittenfelder Gegner noch in die Pole-Position gespielt: Beim 23:19-Sieg in Melsungen wurden die Löwen hart gefordert, während die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes ihre Pflichtaufgabe beim 35:18-Sieg gegen den ThSV Eisenach souverän erledigte. Zuvor hatte die SG den Tabellenführer mit ihren Siegen in Kiel (28:26) und Melsungen (32:25) unter Druck gesetzt.

Nun wird’s wahrscheinlich nicht reichen für die Flensburger. Trotz starker Auftritte schwächelten sie in dem einen oder anderen entscheidenden Spiel, schieden in der Champions-League aus und mussten sich im DHB-Pokalfinale dem SC Magdeburg beugen. „Wenn eine Mannschaft aber mit nur neun Minuspunkten auf Platz zwei in der Tabelle steht, sagt das schon alles“, sagt Thomas König.

Zu Saisonbeginn indes lief’s noch nicht rund. Die SG kassierte Niederlagen gegen Melsungen (32:33), in Wetzlar (21:24) und kam gegen die Füchse Berlin nicht über ein 30:30-Unentschieden hinaus. Schmerzhaft waren die 25:32-Heimpleite gegen den Meisterschaftskonkurrenten Flensburg und die Punktverluste in Hannover (25:25) und Magdeburg (23:23).

„Ganz klar, Flensburg und die Löwen haben die Liga dominiert“, sagt König. „Wobei mir das Gegenstoßspiel der Flensburger am besten gefällt.“ Ausgangspunkt der gefährlichen Konter ist einer der immer noch weltbesten Torhüter: Die Abwürfe des 38 Jahre alten Mattias Andersson kommen punktgenau – meist auf das Außenduo Anders Eggert/Lasse Svan.

Ansonsten ist die SG auf sämtlichen Positionen doppelt bis dreifach und mit Weltklassespielern besetzt. Da fällt es auch nicht ins Gewicht, dass Rasmus Lauge, Jacob Heinl und Anders Zachariassen in der Scharrena verletzungsbedingt nicht dabei sein werden. Zu bestaunen gibt es unter anderem mit Tobias Karlsson einen der besten Abwehrspieler der Welt, Holger Glandorf, Henrik Toft Hansen, Kentin Mahé, Thomas Mogensen, Jim Gottfridsson und Petar Djordjic.

Wenn das Vranjes-Team ins Rollen kommt, ist es schwer zu stoppen. Das bekam der TVB im Hinspiel zu spüren und die Eisenacher zuletzt: 12:2 stand es da nach 21 Minuten, 22:8 nach 40 Minuten. Die Fans dürfen sich also auf Vollgas-Handball der Norddeutschen freuen – und der TVB muss hoffen, dass er nicht untergeht.

„Natürlich wäre es vermessen, wenn ich sagen würde, wir holen etwas gegen Flensburg“, sagt König. Doch wenn sein Team es schaffe, eine stabile Abwehr zu stellen und die Gegenstöße zu vermeiden, könne sich das Ergebnis in einem akzeptablen Rahmen bewegen.

Der TVB wird in unveränderter Besetzung antreten – also wieder ohne die angeschlagenen Djibril M’Bengue und Michael Schweikardt, die auch im finalen Spiel in Kiel geschont werden.

Info

Das letzte Heimspiel des TVB in dieser Saison ist ausverkauft, der Fernsehsender Sport 1 berichtet live von 15 Uhr an. Nach dem Spiel treffen sich Spieler, Fans, Partner, Sponsoren, Mitarbeiter und Freunde des TVB zur Saisonabschlussfeier im Restaurant Cancun im Carl-Benz-Center, direkt neben der Sports-Bar Palm Beach. Jeder Gast mit TVB-Eintrittskarte oder Dauerkarte erhält auf sein erstes Getränk 50 Prozent Rabatt.

Ausschnitte der Partie des TVB gegen die SG Flensburg-Handewitt gibt es zu sehen auf www.zvw.de/sportvideos.

Das Spiel können Sie bei uns im Liveticker auf www.zvw.de/liveticker verfolgen.