Tennis

Unglückliches Halbfinal-Aus von Otte

Oscar Otte
Oscar Otte in Aktion. © Tom Weller

Stuttgart (dpa) - Oscar Otte verließ niedergeschlagen und traurig den Centre Court am Weissenhof. Die 6:7 (7:9) und 6:7 (5:7)-Niederlage im Halbfinale des ATP-Turniers in Stuttgart gegen den Italiener Matteo Berrettini saß tief. In einem hochklassigen Match gegen den Wimbledon-Finalisten der vergangenen Saison und Stuttgart-Sieger von 2019 entschieden drei kleine Konzentrationsfehler in den Tie Break beider Sätze zugunsten des Italieners. Dieser trifft im Finale am Sonntag auf den zweimaligen Wimbledon-Sieger Andy Murray aus Großbritannien. Der Schotte setzte sich in einem von Seiten seines australischen Gegners Nick Kyrgios rüpelhaft geführten Match mit 7:6 (7:5) und 6:2 durch.

Otte hatte sich gegen Berrettini durchaus mehr ausgerechnet. Der war erst nach einer Hand-Verletzung in Stuttgart wieder in die ATP-Tour eingestiegen und schien bis zum Viertelfinale noch um seine Form zu kämpfen. Doch im Halbfinale hatte er sie wiedergefunden. Auch, weil seine Hand nun auskuriert scheint. «Ich habe mich sehr gut gefühlt», sagte Berrettini.

Das bekam Otte zu spüren. Hatte der Italiener in den Partien zuvor durchaus Probleme, ins Match zu finden, war er im Halbfinale von Beginn an voll da. Nicht ein Aufschlagspiel musste er im Verlauf der Partie abgeben und war auch sonst jederzeit auf der Höhe.

Doch das war auch sein Kontrahent. Und so entwickelte sich ein Match, dass die Zuschauer am Weissenhof begeisterte. Starke Aufschläge mit einer Vielzahl an Assen auf beiden Seiten wechselten sich mit langen Ballwechseln ab, die zumeist mit spektakulären Netzattacken und Stopp-Bällen endeten. «Der erste Satz war von uns beiden etwas hektisch, da hätte ich durchaus zuschlagen können. Im zweiten war er einen Tick besser, deshalb hätte ich gern einen dritten Satz gehabt», sagte Otte.

Es war total offen, wer am Ende den Final-Einzug bei dem mit 769 645 Euro dotierten Rasenevent perfekt machen würde. Bis sich Otte die entscheidenden Unkonzentriertheiten leistete. Den ersten Satz beendete der einzige Doppelfehler im Spiel, im Tiebreak des zweiten Durchgangs gab der Kölner einen Aufschlag zum zwischenzeitlichen 2:4 ab. «Das war unnötig. Bei dem Doppelfehler habe ich den zweiten Aufschlag sehr riskant serviert. Ich wollte ihm nichts geben und dann habe ich ihm doch etwas gegeben», sagte Otte verärgert, freut sich nun aber auch auf das Turnier in Halle.