Corona-Krise

US Open ohne Tennisstar Nadal - Wer sagt als Nächstes ab?

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Rafael Nadal
Spaniens Tennisstar Rafael Nadal wird nicht bei den US Open aufschlagen. Foto: Michael Dodge/AAP/dpa © Michael Dodge
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Angelique Kerber ist für die US Open gemeldet. Foto: Scott Barbour/AAP/dpa © Scott Barbour

New York (dpa) - Diese klare Entscheidung wie Rafael Nadal hat Angelique Kerber noch nicht getroffen.

Anders als der spanische Tennisstar wird die dreimalige Grand-Slam-Siegerin von den Machern der US Open auf der Internetseite des Turniers aufgeführt, sie steht etwas überraschend auf der Meldeliste für New York. Doch dass die 32-Jährige inmitten der Coronavirus-Pandemie tatsächlich antritt, ist alles andere als garantiert. Die Organisatoren halten momentan unbeirrt an ihrem Grand-Slam-Turnier fest. Die Absage von Nadal aber ist ein Rückschlag. Und wie viele Topspieler werden noch folgen?

«Das ist eine Entscheidung, die ich nie treffen wollte», schrieb Titelverteidiger Nadal am Dienstagabend auf Twitter. «Aber ich habe mich entschlossen, diesmal meinem Herzen zu folgen, und vorerst reise ich lieber nicht.» Schon am 31. August sollen die US Open beginnen. Bis zum 13. September sollen dann - ohne Zuschauer und unter strengen Sicherheitsmaßnahmen - die Sieger eines Topevents ermittelt werden, zu dem normalerweise Spieler aus der ganzen Welt anreisen.

Bei all den Fragezeichen, die die US Open umgeben, ist nun also immerhin klar, dass neben dem verletzten Schweizer Roger Federer ein weiteres Aushängeschild der Branche fehlen wird. «Die Situation ist weltweit sehr kompliziert, die Covid19-Fälle nehmen zu. Es sieht so aus, als hätten wir noch keine Kontrolle darüber», begründete er. Mit seinen Bedenken ist er nicht allein. Auch die Nummer eins der Damen, die Australierin Ashleigh Barty, verzichtet auf eine Teilnahme.

Der serbische Weltranglisten-Erste Novak Djokovic führt dagegen das vorläufige Teilnehmerfeld der Herren an, auch der beste deutsche Spieler Alexander Zverev wird dort wie erwartet aufgelistet. «Es ist ein bisschen verrückt, jetzt die US Open zu spielen», hatte der Hamburger vor wenigen Tagen allerdings gesagt.

Etliche Profis werden wohl kurzfristig über ihre Reise nach New York entscheiden. Denn Vieles ist aktuell völlig unklar, etwa ob die Teilnehmer nach der Einreise in die USA erst einmal in Quarantäne müssen oder nicht. Und was passiert bei der Rückkehr nach Europa, wo im Anschluss die Tennis-Tour fortgesetzt werden soll?

«Wir sind zuversichtlich, dass Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten garantiert werden können», hatte der amerikanische Tennisverband (USTA) jüngst mitgeteilt. Die USTA veranstaltet in New York gleich zwei Turniere. Erst das Masters, das von Cincinnati in den Billie Jean King Tennis Centre verlegt wurde, dann die US Open.

Ein Jahr nach seinem spannenden Fünf-Satz-Erfolg im Endspiel gegen den Russen Daniil Medwedew wird Nadal das ungewohnte Treiben diesmal nur aus der Ferne verfolgen. Zu seinen Ambitionen für die French Open, die nur zwei Wochen nach den US Open angesetzt sind, hat er sich am Dienstag nicht geäußert. Doch der Spanier wird sich auf Paris konzentrieren. Wie wacklig aber auch die Turnierpläne für Europa sind, hat sich ebenfalls am Dienstag gezeigt. Das in den September verlegte Event in Madrid wurde gestrichen. Klarheit für dieses Jahr hat dagegen Federer, der seine Saison verletzungsbedingt beendete.

© dpa-infocom, dpa:200805-99-50034/3