Handball im Rems-Murr-Kreis

VfL Waiblingen: Handballerinnen fahren mit Rumpfteam zum Vizemeister Dortmund

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Leonie Henkel (mit Ball, rechts Vivien Jäger) ist eine der wenigen im Kader des VfL Waiblingen, die nicht angeschlagen ist – zumindest war sie am Donnerstag noch fit. © Ralph Steinemann Pressefoto

Es trifft die Erstliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen derzeit ziemlich hart. Erst mussten sie die schmerzhafte 22:34-Niederlage gegen den SV Union Halle-Neustadt verkraften, nun ist der halbe Kader krank geworden. Welche Spielerinnen dem Trainer Thomas Zeitz an diesem Samstag (19 Uhr) beim Deutschen Vizemeister Borussia Dortmund zur Verfügung stehen werden, entscheidet sich wohl erst kurzfristig.

Am Donnerstagvormittag war der Waiblinger Coach vornehmlich damit beschäftigt, sich über den Krankheitszustand seiner Spielerinnen zu informieren. Lediglich fünf meldeten sich gesund: Rabea Pollakowski, Matilda Ehlert, Leonie Henkel, Vanessa Nagler und Lena Klingler. Der Rest war angeschlagen oder lag darnieder, am Mittwoch war das Training ausgefallen.

Geringe Chancen auf Überraschung

Kurzzeitig dachten die Verantwortlichen des VfL Waiblingen darüber nach, eine Spielverlegung bei der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF) zu beantragen, verwarfen diesen Gedanken aber wieder. „Ich denke, wir werden zehn bis zwölf Spielfähige zusammenbekommen“, so Thomas Zeitz. Auf keinen Fall dabei sein werden Caren Hammer, Samira Brand und Vivien Jäger. Beim Rest muss abgewartet werden, wie sich der Zustand der Spielerinnen bis Samstag entwickelt.

Die Aussichten, beim Vizemeister eine Überraschung zu schaffen, sind angesichts dieser Voraussetzungen also äußerst gering. „Die Chancen, in Dortmund etwas zu holen, wären aber auch in Bestbesetzung nicht besonders groß“, sagt Zeitz.

Nicht immer ins Tempospiel

Fast mit voller Kapelle waren die Waiblingerinnen zuletzt gegen den SV Union Halle-Neustadt angetreten – und bekamen vom Gegner gründlich den Marsch geblasen beim 22:34. Eine Niederlage in dieser Deutlichkeit hatte der Aufsteiger nicht erwartet, sondern sich vielmehr eine Chance auf die ersten Punkte ausgerechnet. „Ich war schon ein wenig geknickt und die Spielerinnen waren’s auch, weil es in der 31. Minute beim 14:15 nicht nach so einem Ergebnis ausgesehen hat“, so Zeitz. Binnen sieben Minuten sei das Spiel vorbei gewesen und keiner habe eine richtige Erklärung dafür gehabt.

Es ist nicht zum ersten Mal gewesen in dieser Saison, dass der VfL über einen gewissen Zeitraum gut mitgehalten hat und am Ende doch auseinanderfiel. „Das ist ein Muster, das die Spielerinnen und mich natürlich beschäftigt.“ Das Problem in den Köpfen sei die Höhe der Niederlagen, weniger die null Punkte auf der Habenseite. Zeitz glaubt, dass sein Team nicht viel mehr Zähler („vielleicht zwei“) gesammelt hätte, wenn es nahe an der Bestleistung gewesen wäre.

Taktik überdenken

„Es war aber erst das siebte Spiel, wir müssen jetzt schauen, dass wir alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen.“ So sei das Ziel für das Spiel Dortmund, über eine längere Phase ein gutes Spiel zu machen. „Und wir müssen uns auch überlegen, ob wir unsere Taktik ein bisschen ändern.“ Weg vom bedingungslosen Tempohandball, hin zum sicheren Positionsangriff. Sprich: Die Gefahr ist groß, bei der ersten oder zweiten Welle den Ball zu verlieren und einen schnellen Gegentreffer zu kassieren. „Da müssen wir ein bisschen cleverer werden.“

Cleverness allein reicht freilich in Dortmund nicht. Der Meister der Saison 2020/2021 und Vizemeister der vergangenen Saison spielt auch in dieser Runde wieder ganz vorne mit. Selbstverständlich ist das nicht angesichts der Turbulenzen, die es im Verein im Herbst gab. Die Borussia trennte sich von ihrem Trainer André Fuhr, nachdem einige Spielerinnen ihm Machtmissbrauch vorgeworfen hatten und zwei Spielerinnen ihren Vertrag fristlos kündigten.

„Ich glaube, dass es dem Team guttut, dass jetzt Ruhe ist“, so Zeitz. Es spiele befreit, schnell, erfrischend und mutig auf. Die Qualität im Team sei unbestritten. Vorneweg geht die Spielmacherin Alina Grijseels, die eine überzeugende EM spielte.

Es trifft die Erstliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen derzeit ziemlich hart. Erst mussten sie die schmerzhafte 22:34-Niederlage gegen den SV Union Halle-Neustadt verkraften, nun ist der halbe Kader krank geworden. Welche Spielerinnen dem Trainer Thomas Zeitz an diesem Samstag (19 Uhr) beim Deutschen Vizemeister Borussia Dortmund zur Verfügung stehen werden, entscheidet sich wohl erst kurzfristig.

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Am Donnerstagvormittag war der Waiblinger Coach vornehmlich damit

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