Rems-Murr-Sport

Welzheimer Paralympics-Sieger Niko Kappel als Motor der Talent-Förderung

Kappel
Bei der Pressekonferenz zur Gründung des Fördervereins im Sportministerium (von links): Ministerin Susanne Eisenmann, Niko Kappel, Ex-Paralympics-Sieger und Weltmeister Heinrich Popow. © Benjamin Büttner

Wenn sich Niko Kappel etwas in den Kopf gesetzt hat, will er es erreichen. Mit dieser Einstellung ist der kleinwüchsige Welzheimer Paralympics-Sieger im Kugelstoßen geworden. Und nun hat er zusammen mit Mitstreitern eine Lücke im System des Para-Sports geschlossen.

Mit dem Verein zur Förderung der deutschen Para-Leichtathletik sollen Talente gezielt unterstützt und mehr Öffentlichkeit hergestellt werden. Offiziell gegründet worden ist er am Mittwochmorgen – und schon am Mittag wird er bei einem Pressetermin im Sportministerium des Landes Baden-Württemberg vorgestellt. Niko Kappel selbst sitzt nicht im Vorstand, schließlich ist er Leistungssportler und will noch einige Erfolge einheimsen. Doch ohne ihn hätte es den Verein nicht gegeben.

An den Strukturen im deutschen Para-Sport hapert's

Schon lange hatte er sich Sorgen um die Nachwuchsförderung gemacht. Denn während der Deutsche Leichtathletik-Verband eigenständig ist und umfassend agieren kann, ist im Para-Sport die Leichtathletik nur eine Abteilung im Deutschen Behindertensportverband. Entsprechend wenige Gelder fließen.

Um den Nachwuchs auch im internationalen Vergleich konkurrenzfähig zu machen, braucht es mehr. Bereits vor zwei Jahren unterbreitete Kappel deshalb Eike Dörzbach, bis zu seinem Ruhestand Filialdirektor des früheren Kappel-Sponsors R+V-Versicherung, den Vorschlag, einen Förderverein zu gründen.

Fördermitglieder sollen den Verein mit finanziellen Mitteln ausstatten

Ein ziemlich großer Aufwand. Doch fürs Klinkenputzen, um etwas Gutes zu erreichen, war sich Niko Kappel noch nie zu schade. Entsprechend breit ist nun sein Grinsen: „Ich bin unfassbar froh und dankbar, dass es geklappt hat.“ So viel Manpower, so viele Arbeitsstunden von Mitstreitern – da muss der Verein doch ein Erfolg werden.

Am wichtigsten ist es nun zunächst einmal, viele Fördermitglieder zu gewinnen. Sie sollen den Verein mit genügend Geld ausstatten, um tätig werden zu können. Finanziert werden sollen beispielsweise Trainingslager für Athleten, zudem muss teures Equipment wie Prothesen und Rennrollstühle besorgt werden. „Wir wollen auch Veranstaltungen zur Talentsichtung anschieben und die Veranstalter dann mit Material unterstützen.“

Landesministerin Eisenmann mit warmen Worten

Der Enthusiasmus des Welzheimers sorgt bei der Pressekonferenz für Heiterkeit. Gastgeberin Susanne Eisenmann, als Landesministerin für Kultus, Jugend und Sport sicher froh, dass an sie mal keine finanziellen Forderungen gestellt werden, sagt an Kappel gewandt: „Sie haben die notwendige positive Penetranz.“

Fördervereine, natürlich, sind wichtig. „Ich habe mich gewundert, dass es das in diesem Bereich noch nicht gibt. Umso größer ist mein Respekt.“ Gerade in diesen „schwierigen Zeiten“. Für die Vereinsgründung „hätte man sich keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können. Wir brauchen Optimismus und das Positive“. Vor allem, wenn's das Land nichts kostet, möchte man hinzufügen.

Auf der Liste der Gründungsmitglieder finden sich illustre Namen wie Claus Vogt, Präsident des VfB Stuttgart, zu dem Kappel jüngst gewechselt ist. Eike Dörzbach fungiert als Vorsitzender des Para-Fördervereins, der Fellbacher Immobilienkonzern Wohninvest, Kappels Sponsor, ist mit gleich zwei Personen vertreten: Michele Vulcano ist zum 2. Vorsitzenden gekürt worden, Andreas Bayer wird als Beisitzer für Steuer, Buchhaltung und Datenschutz zuständig sein.

Ex-Paralympics-Sieger Heinrich Popow ist Gold wert 

Neben Dörzbach und Vulcano drittes Mitglied des geschäftsführenden Vorstands ist Rechtsanwalt Andreas Wax (Schatzmeister/Recht). Weitere Beisitzer sind Kappels Mutter Heike (Schriftführerin, Mitgliederverwaltung) und das Waiblinger CDU-Landtagsmitglied Siegfried Lorek (Öffentlichkeitsarbeit). Eine ganz besondere Rolle im Verein wird dem vierten Beisitzer zukommen: Heinrich Popow.

Er ist wie Kappel ein Aushängeschild des Para-Sports. Mit sieben Jahren war ihm das linke Bein bis zum Oberschenkel amputiert worden. Als Sprinter und Weitspringer wurde er zweimaliger Paralympics-Sieger und dreimaliger Weltmeister. Inzwischen hat er seine Karriere beendet und arbeitet für den Prothetik-Weltmarktführer.

Klar, dass ihn Kappel unbedingt für den Förderverein gewinnen wollte. „Niko hat nicht aufgehört, mich zu nerven“, sagt Popow lachend. Seine Verbindungen sind für die Para-Förderung Gold wert. Den Verein hält er für bestens aufgestellt, denn: „Wir sind alles Macher.“

Wenn sich Niko Kappel etwas in den Kopf gesetzt hat, will er es erreichen. Mit dieser Einstellung ist der kleinwüchsige Welzheimer Paralympics-Sieger im Kugelstoßen geworden. Und nun hat er zusammen mit Mitstreitern eine Lücke im System des Para-Sports geschlossen.

Mit dem Verein zur Förderung der deutschen Para-Leichtathletik sollen Talente gezielt unterstützt und mehr Öffentlichkeit hergestellt werden. Offiziell gegründet worden ist er am Mittwochmorgen – und schon am Mittag wird er

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper