Leichtathletik Rems-Murr

Zurück mit Fabel-Weltrekord: Der Welzheimer Kugelstoßer Niko Kappel

Kappel
Weltrekord bei Werfertagen in Halle: Der Welzheimer Niko Kappel und die Kugel haben sich wieder lieb. © Tom Weller

14,94 Meter – unfassbar. Bei den Werfertagen in Halle an der Saale hat Niko Kappel den Weltrekord im Kugelstoßen der Kleinwüchsigen um 63 Zentimeter überboten. Auch der Welzheimer selbst war davon komplett überrumpelt. Auch wenn er den Grund für die Leistungsexplosion kennt.

Eigentlich ist der Sportler des VfB Stuttgart ja an Erfolge gewöhnt. In Rio wurde er 2016 Paralympics-Sieger, auch Weltmeister und Weltrekordhalter war er schon mehrmals. Dennoch hat Kappel sein Auftritt in Halle ziemlich kalt erwischt. Eine Bestmarke um 63 Zentimeter zu steigern – „das hat's im Kugelstoßen schon ewig nicht mehr gegeben“. Besonders geschockt sein dürfte daher der bisherige Rekordhalter sowie amtierende Paralympics-Sieger und Weltmeister Bobirjon Omonov aus Usbekistan.

Seinen Weltrekord muss Ex-Paralympics-Sieger Niko Kappel erst mal verarbeiten

Mit 28 Jahren kommen Athleten ins beste Kugelstoßalter, heißt es. Kappel ist erst 27 – was kommt da noch? Nach wie vor verblüfft erinnert er sich an seinen Auftritt bei den Werfertagen zurück: „Ich wusste schon, dass der Versuch weit war. Aber als das Ergebnis angezeigt wurde, habe ich gedacht: ,Oha!‘ Ich war einfach nur happy, muss das aber jetzt erst mal verarbeiten.“

Mit dem Jahr 2021 hatte Kappel trotz großer Erfolge gehadert. Er schleppte eine Verletzung mit sich herum und kam nie in Topform. Klar, Bronze bei den Paralympics in Tokio 2021 war alles andere als schlecht. Doch mit einer auch nur annähernden Leistung wie jetzt wäre die Titelverteidigung nur Formsache gewesen.

Damit beschäftigt sich der stets nach vorne blickende Kappel allerdings nicht: „Das letzte Jahr ist abgehakt.“ In dem hätten er und das Trainerteam um Peter Salzer einige Fehler gemacht. „Und dann haben wir eben versucht, daraus zu lernen.“ Der Welzheimer nennt vor allem die im Winter 2021 neu eingeführte akribische Trainingsanalyse als Grund dafür, dass es jetzt wieder läuft wie am Schnürchen. Unter anderem wird die Physis des Athleten täglich zur gleichen Uhrzeit überprüft.

Die Trainingsanalyse ist ein Luxus, für den Niko Kappel dankbar ist

Die Analyse bedeute einen riesigen Aufwand, sagt Kappel. Der Olympiastützpunkt habe deshalb extra noch zwei zusätzliche Leute eingebunden. „Dafür bin ich sehr dankbar.“ Denn der Kugelstoßer weiß, dass kaum einem Athleten ein solcher Luxus zugestanden wird.

Aufgrund der Trainingseindrücke „wusste ich, dass ich über 14,50 Meter stoßen kann“. Von einem Versuch auf knapp 15 Meter wagte der Welzheimer dennoch nicht zu träumen. Den Fabel-Weltrekord sieht er nun vor allem als Herausforderung: „Ich muss mich selbst an dieser Leistung messen.“ Aber wenn einer mit Druck umgehen kann, dann doch wohl Niko Kappel.

14,94 Meter – unfassbar. Bei den Werfertagen in Halle an der Saale hat Niko Kappel den Weltrekord im Kugelstoßen der Kleinwüchsigen um 63 Zentimeter überboten. Auch der Welzheimer selbst war davon komplett überrumpelt. Auch wenn er den Grund für die Leistungsexplosion kennt.

Eigentlich ist der Sportler des VfB Stuttgart ja an Erfolge gewöhnt. In Rio wurde er 2016 Paralympics-Sieger, auch Weltmeister und Weltrekordhalter war er schon mehrmals. Dennoch hat Kappel sein Auftritt in Halle

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