Bundesliga

Zwei Träume: Freiburg braucht Energie für den Endspurt

Christian Streich
Freiburgs Trainer Christian Streich jubelt über den Sieg gegen Hamburg. © Marcus Brandt

Freiburg (dpa/lsw) - Von Euphorie war bei Christian Streich nicht mehr viel zu spüren. Nur selten kam ihm ein Lächeln über die Lippen, als der Trainer des SC Freiburg am Donnerstag über die bevorstehende Aufgabe seiner Mannschaft in der Fußball-Bundesliga sprach. Der erste Einzug der Badener ins DFB-Pokal-Finale ist für den 56-Jährigen bis auf Weiteres abgehakt. Seine volle Konzentration gilt dem kommenden Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr/Sky).

Es ist die erste von noch fünf Partien für die Freiburger in dieser bisher so überragenden Saison. Gewinnen sie alle fünf, sind sie am Ende Pokalsieger und definitiv auch Champions-League-Teilnehmer, wie Verteidiger Nico Schlotterbeck bereits vorrechnete. Doch die Hürden sind hoch. Auch die gegen die im Stimmungstief befindliche Borussia.

Die Gladbacher hätten «sicherlich Wut im Bauch, weil sie das Derby verloren haben», betonte Streich mit Blick auf das 1:3 der Gäste gegen den 1. FC Köln zuletzt. Zudem verlor die Borussia das Hinspiel gegen Freiburg im Dezember mit 0:6. «Natürlich wollen sie diesen Tag vergessen machen», sagte der SC-Trainer. «Das wäre bei uns auch so.»

Bei den Freiburgern gehe es nach dem emotionalen 3:1 im Pokal beim Hamburger SV am Dienstag und vor dem strapaziösen Saisonschlussspurt darum, «wieder Energie reinzubringen». Sowohl taktisch als auch personell müsse man die richtige «Balance finden», sagte Streich. Das gilt für das Gladbach-Spiel genauso wie für das weitere Restprogramm.

Borussia Mönchengladbach (31. Spieltag): Das 1:3 im Derby gegen Köln am vergangenen Wochenende war ein weiterer Tiefpunkt für den Tabellenelften. Die Stimmung ist extrem angeschlagen, Trainer Adi Hütter in Fankreisen längst schwer umstritten. Gegen Freiburg hat die Borussia nach der heftigen 0:6-Klatsche im Hinspiel einiges wiedergutzumachen. Dazu geht es im Endspurt darum, zu beweisen, dass eine Zusammenarbeit mit dem Coach über den Sommer hinaus Sinn ergibt.

TSG 1899 Hoffenheim (32. Spieltag): Die Kraichgauer sind mittlerweile schon seit fünf Spielen sieglos und in der Tabelle auf Rang acht zurückgefallen. Gegen den designierten Absteiger aus Fürth kamen sie zuletzt nicht über ein 0:0 hinaus. Stand jetzt reisen die Freiburger in eineinhalb Wochen als Favorit zum Baden-Duell mit der TSG.

1. FC Union Berlin (33. Spieltag): Es wird spannend zu sehen sein, ob ihr bitterer Pokal-K.o. in Leipzig die Köpenicker nun aus der Bahn wirft. Bislang spielen sie trotz des Winter-Wechsels von Sturm-Ass Max Kruse nach Wolfsburg wieder einmal eine starke Saison. In der Liga sind sie als Sechster aktuell erster Verfolger des Sport-Clubs.

Bayer Leverkusen (34. Spieltag): Vor allem der Ausfall ihres am Knie verletzten Offensivstars Florian Wirtz macht der Werkself schwer zu schaffen. Gegen Bochum (0:0) und Leipzig (0:1) blieb sie zuletzt torlos. Der Vorsprung auf Freiburg ist auf einen Punkt geschmolzen. Am letzten Spieltag könnte es ein Endspiel um die Königsklasse geben.

RB Leipzig (DFB-Pokal-Finale): Das Team von Trainer Domenico Tedesco ist inzwischen seit 15 Pflichtspielen ungeschlagen. Trotz verkorkster Hinrunde steht RB nun auf Platz drei in der Liga, zum dritten Mal in vier Jahren im Pokalfinale und in der Runde der letzten Vier in der Europa League. Stand jetzt ist Leipzig am 21. Mai in Berlin Favorit.