Rems-Murr-Sport

Zweitliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen in schwachem Derby zu fahrig

TietjenJ2
Judith Tietjen überzeugte im Derby, dennoch stand der VfL Waiblingen gegen die SG H2Ku Herrenberg (hinten links Annika Blanke, rechts Marie Beddies) beim 22:26 auf verlorenem Posten. © Ralph Steinemann Pressefoto

In der Hinrunde hatten die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen die Punkte in Herrenberg verschenkt. In der heimischen Stauferhalle war das Team nun in einem spielerisch alles andere als sehenswerten Derby vorne und hinten zu schwach, um die SG H2Ku in Gefahr zu bringen. Die 22:26-Niederlage (11:14) hat sich der VfL selbst zuzuschreiben.

Auch die Gäste aus Herrenberg machten viele Fehler, doch der VfL verstand es zu selten, diese zu nutzen. Schlechtes Passspiel und weitere technische Unzulänglichkeiten, die zu Ballverlusten führten, verhinderten, dass die nach dem 1:1 stets in Rückstand liegenden Waiblingerinnen den Gegner in Gefahr bringen konnten. Reihenweise unpräzise Würfe taten ihr Übriges. Auch in der Abwehr lief es nicht rund. Allein sechs Tore kassierte der VfL vom Kreis. Und die Ex-Waiblingerin Laura Waldenmaier gewann das Torhüterinnen-Duell gegen Branka Zec und Celina Meißner mit 13:5 Paraden sehr deutlich, während Dora Elbert mit zwei gehaltenen Waiblinger Siebenmetern glänzte.

Berg- und Talfahrt geht weiter

Die Saison des VfL bleibt eine Berg- und Talfahrt. Zuletzt hatte das Team nach vier Siegen in Folge überraschend eine 23:33-Klatsche in Solingen bezogen. VfL-Trainer Thomas Zeitz sprach von einem Ausrutscher, fügte aber hinzu, die Mannschaft müsse das nun gegen Herrenberg auch zeigen. Den Beweis ist der VfL schuldig geblieben, erneut agierte das Team schwach. Dabei war die SG nicht viel besser – aber eben abgezockter und effektiver. Damit machten die Gäste klar, warum sie auf dem dritten Tabellenplatz stehen.

Die SG spielte stoisch und ließ sich von Fehlern nicht beirren. Ganz im Gegenteil zu den Waiblingerinnen, bei denen weder Sinah Hagen noch Vanessa Nagler, obwohl mit fünf Toren beste VfL-Schützin, auf der Spielmacherposition Akzente setzten. Es wäre aber falsch, die Niederlage nur an den beiden festzumachen. Lediglich Lena Klingler und Judith Tietjen stachen aus der Mannschaft heraus. Und so entstand nie der Eindruck, Herrenberg könnte den zweiten Derbysieg aus der Hand geben.

In der ersten Hälfte brachte insbesondere die starke Aylin Bok die Waiblinger Abwehr in Schwierigkeiten. Vier ihrer fünf Tore erzielte sie vom Kreis. Nach dem 4:5 durch Caren Hammer in der zwölften Minute erhöhte Herrenberg dank Bok auf 7:4 (13./16.). Danach lief der VfL stets einem Rückstand von mindestens zwei Treffern hinterher. Kaum war ein Tor erarbeitet, klingelte es wieder hinten. Das zermürbt. Dennoch war zur Pause beim 11:14 noch alles möglich.

Sechs Minuten ohne Tor

Die zweite Hälfte begann gut: Klingler verkürzte gleich auf 12:14. Dann jedoch blieb das Team sechs Minuten ohne Tor, was die SG dazu nutzte, auf 17:12 davonzuziehen. Tietjen erlöste ihr Team mit dem 13:17 per Tempogegenstoß. Insgesamt aber agierte das Team zu langsam, um die SG-Defensive vor ernsthafte Probleme zu stellen. So hatten die Gäste zu leichtes Spiel. In der 43. Minute traf Carolin Tuc zum 15:20, in der 51. Minute sorgte dieselbe Spielerin mit dem 24:17 für die höchste Führung für Herrenberg.

Noch einmal kam der VfL dank zweier Klingler-Tore auf 21:25 heran. Doch da lief schon die 58. Minute. Auch die Umstellung auf eine sehr offensive Abwehr brachte nichts mehr, weil die für Louisa De Bellis (OP am Schienbein) eingesetzte Lisa Kristmann sich etwas unglücklich eine Zwei-Minuten-Strafe einfing. Kurz vor Schluss durfte die Spielerin wieder aufs Feld und erzielte immerhin noch den Treffer zum 22:26-Endstand. Angesichts der neuerlichen Niederlage war die Stimmung der Mannschaft danach im Keller.

Am nächsten Spieltag geht’s zum Tabellenführer BSV Sachsen Zwickau. Nach den beiden vergangenen Spielen erwartet niemand einen Sieg vom VfL Waiblingen. Das könnte dem Team helfen.

VfL Waiblingen: Zec, Meißner; Tietjen (4), Nagler (5/2), da Silva, Schraml (2), Hagen (2), Klingler (4), Hammer (3), Padutsch, Berisha, Kristmann (1), Ridder (1). SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (2), Blanke (3/1), Tuc (4), Bok (5), Bühler (1), Seeger (1), Foth (1), Neubrander (4), Hiller (2),  Beddies (3).

In der Hinrunde hatten die Zweitliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen die Punkte in Herrenberg verschenkt. In der heimischen Stauferhalle war das Team nun in einem spielerisch alles andere als sehenswerten Derby vorne und hinten zu schwach, um die SG H2Ku in Gefahr zu bringen. Die 22:26-Niederlage (11:14) hat sich der VfL selbst zuzuschreiben.

Auch die Gäste aus Herrenberg machten viele Fehler, doch der VfL verstand es zu selten, diese zu nutzen. Schlechtes Passspiel und weitere

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper