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Zweitliga-Neuzugang Mariel Wulf: Eine Hochbegabte will beim VfL Waiblingen dazulernen

Wulf
Auf dem Weg zu einer Säule im Waiblinger Rückraum? Zweitliga-Neuzugang Mariel Wulf. © Heiko Potthoff

Bei der Vorstellung von Neuzugang Mariel Wulf vor der Saison hatte der Trainer der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen viel Lob parat: „Mariel ist eine der talentiertesten Spielerinnen ihres Jahrgangs. Sie verfügt für eine Rückraumspielerin über außergewöhnliche Qualitäten und wird unseren Kader aufwerten“, sagte Thomas Zeitz. Zunächst aber stellte sich die bange Frage, wie die Junioren-Nationalspielerin ihre schwere Verletzung verkraften würde.

Zugezogen hatte sie sich den Kreuzbandriss am 8. Februar in einem Drittliga-Frauenspiel für ihr damaliges Team Borussia Dortmund II. Eine niederschmetternde Erfahrung: „Ich war davor noch nie verletzt. Das war schon sehr schwierig, ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte.“

Wulf ist jung und strotzt vor Energie. Wohl hatte die 1,85 Meter große Nachwuchsspielerin, die mit Dortmund Deutsche B- und A-Jugendmeisterin wurde, gehört, dass die Rekonvaleszenz nach einer Kreuzband-Operation viele Monate dauert. Doch sie war zunächst davon überzeugt, deutlich früher wieder Handball spielen zu können. Was freilich ein Trugschluss war: „Die Physios haben mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.“

Nach dem Kreuzbandriss beginnt ein Abenteuer

Dass eine Verletzung nicht durch pure Willenskraft ausheilt und Geduld die wichtigste Tugend ist, lernte die Westfälin, ihr Heimatverein ist der Lüner SV, mit der Zeit. Sogar Corona habe ihr ein Stück weit geholfen: „Es fand ja lange kein Handball-Betrieb statt.“ Hinzu kam die Aussicht, bald ein neues sportliches Abenteuer beginnen zu können – beim ambitionierten Zweitligisten VfL Waiblingen.

Wulfs Berater hatte sie vermittelt, schon die ersten Gespräche mit Vorstandsmitglied und Sportlichem Leiter Peter Müller, dem neuen Coach Thomas Zeitz sowie Sportkoordinator und Torwarttrainer Fabian König seien sehr fruchtbar gewesen. Bald war Mariel Wulf dazu bereit, den nächsten Schritt zu machen und in die 2. Frauen-Liga zu wechseln.

Zwar seien die Strukturen in Dortmund sehr professionell, junge Spieler hätten sehr gute Chancen. Der Sprung ins Erstliga-Team der Borussia wäre aber zu hoch gewesen. Zudem hatte Wulf beschlossen, nach dem Abitur woanders zu studieren. Es trifft sich gut, dass in Ludwigsburg Sonderpädagogik angeboten wird – der Weg nach Waiblingen ist nicht weit.

Ehrgeizige Spielerin, ehrgeiziger Verein - das passt

Und vom VfL ist die im linken Rückraum beheimatete Rechtshänderin begeistert: „Hier geht es sehr familiär zu.“ Zudem wolle der Verein mittelfristig aufsteigen. Das passt zur ehrgeizigen Spielerin.

Die von Trainer Zeitz an sie verteilten Vorschusslorbeeren freuen Mariel Wulf natürlich. Doch sie kann das Lob richtig einordnen. Erfolge von gestern können schon morgen nichts mehr wert sein. „Ich muss immer meine Leistung zeigen. Außerdem gehört zum Erfolg die Mannschaft dazu.“

Die Voraussetzungen dafür sieht Wulf in Waiblingen gegeben. Als sie das Team kennenlernte, sei sie schon nervös gewesen. „Aber ich wurde total lieb aufgenommen.“ Harmonie in der Mannschaft sei sehr wichtig, um gut spielen zu können.

Anfangs noch Sorgen: Hält das Knie?

Zu Beginn der Saison musste der VfL verletzungsbedingt noch ohne den Neuzugang auskommen. Als Wulf fünf Monate nach dem Kreuzbandriss erstmals ins Mannschaftstraining einstieg, machte sie sich wegen des Knies noch etwas Sorgen. Doch die gaben sich bald: „Ich habe keine Beschwerden mehr.“

Das zeigte sich erstmals im vierten Saisonspiel des Teams: In der Waiblinger Rundsporthalle feierte die Junioren-Nationalspielerin beim 31:27 gegen den TVB Wuppertal ein hervorragendes Debüt im VfL-Dress. „Es hätte für mich nicht besser laufen können.“

Der Neuzugang spart nicht mit Selbstkritik

Inzwischen hat Wulf viermal für den VfL gespielt, im Großen und Ganzen ist sie mit ihrer Leistung zufrieden. Aber es gebe noch viel zu lernen. „Ich merke, dass ich noch unsicher bin, zum Beispiel beim Thema Übersicht auf dem Spielfeld.“ Der Schritt von der 3. in die 2. Liga sei groß, vor allem was das Tempo der Mannschaften und die Aggressivität in der Abwehr angeht.

Auch das Waiblinger Team insgesamt hat noch einiges an Potenzial. Platz acht mit 8:8 Punkten ist nicht die Zwischenbilanz, die sich Verein, Trainer und Spielerinnen erhofft hatten. „Wir müssen in den nächsten Spielen zeigen, was wir können“, fordert Wulf. Am 8. Januar steht das Derby gegen den Tabellensechsten TG Nürtingen auf dem Plan. Gespielt wird dann jedoch in der kleinen Staufer-Halle, weil die Rundsporthalle als Impfzentrum gebraucht wird.

Punkte sind wichtiger als die Frage, wo gespielt wird

Dass die Heimspielstätte für absehbare Zeit belegt ist, findet Mariel Wulf („Es ist eine sehr schöne Halle“) schade. Damit aber will sich die 19-Jährige nicht aufhalten, schließlich haben alle Mannschaften wegen Corona Probleme.

Und viel wichtiger als die Frage, wo gespielt wird, ist ja, wie sich der VfL Waiblingen künftig präsentiert. Für Wulf ist der Fall klar: „Wenn wir unsere Leistung mehr abrufen, werden wir auch mehr Punkte holen.“

Bei der Vorstellung von Neuzugang Mariel Wulf vor der Saison hatte der Trainer der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Waiblingen viel Lob parat: „Mariel ist eine der talentiertesten Spielerinnen ihres Jahrgangs. Sie verfügt für eine Rückraumspielerin über außergewöhnliche Qualitäten und wird unseren Kader aufwerten“, sagte Thomas Zeitz. Zunächst aber stellte sich die bange Frage, wie die Junioren-Nationalspielerin ihre schwere Verletzung verkraften würde.

Zugezogen hatte sie sich den

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