VfB Stuttgart

Stabile Stuttgarter: Die neuen Comeback-Qualitäten des VfB

Fußball Bundesliga FC Schalke 04 vs. VfB Stuttgart
Auch gegen den FC Schalke 04 kamen Kapitän Gonzalo Castro und der VfB nach einem Rückstand noch zu einem Punktgewinn. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart steht nach den ersten sechs Bundesliga-Spieltagen prima da: Zwei Siege, drei Remis und erst eine Niederlage stehen für den Aufsteiger zu Buche. Der starke Saisonstart hat dem jungen Team eine breite Brust verschafft - und nebenbei zeigt die Truppe beinahe in Vergessenheit geratene Comeback-Qualitäten.

Rückstände gegen Freiburg, Mainz, Leverkusen und Schalke

In vier der ersten sechs Saisonspiele lagen die Schwaben zunächst im Rückstand. Jüngst am Freitagabend beim Auswärtsspiel in der Gelsenkirchener Veltins-Arena. Doch sowohl gegen den FC Schalke 04 (1:1) als zuvor auch schon gegen Bayer Leverkusen (1:1) kamen die Stuttgarter dank einer Energieleistung im zweiten Durchgang noch zu je einem Punktgewinn.

Gegen den 1. FSV Mainz 05 drehte der VfB die Partie sogar komplett: Nach einem Gegentor in der Anfangsphase schalteten Wamangituka und Co. einen Gang hoch und kamen so letztlich zu einem überzeugenden 4:1-Erfolg. Einzig am ersten Spieltag ging die Elf von Trainer Matarazzo bislang leer aus. Den zwischenzeitlichen 0:3-Rückstand im Heimspiel gegen den SC Freiburg bekamen die Hausherren nicht mehr gedreht. Am Ende hieß es 2:3 aus VfB-Sicht.

Castro: „Man sieht einfach die Moral der Mannschaft“

Woher kommen diese neuen Comeback-Qualitäten des VfB? Waren frühe Gegentreffer in der abgelaufenen Saison in der 2. Liga in den meisten Fällen eine schier unüberwindbare Hürde für die Truppe, so wirkt das neue VfB-Kollektiv in dieser Saison deutlich stabiler und vor allem mental gefestigter.

„Man sieht einfach die Moral der Mannschaft“, erklärte Kapitän Gonzalo Castro nach dem Remis auf Schalke. Zur neuen Stuttgarter Stabilität sagte er: „Wir haben eine junge Mannschaft, die nie aufgibt. Das ist auch ein Resultat der vergangenen Spiele. Wir wussten, dass unsere Chance kommt und haben es in der zweiten Hälfte viel besser gemacht als in der ersten.“

Außenverteidiger Borna Sosa ergänzte: „Für uns als junge Mannschaft ist es wichtig, dass wir mental stabil sind. So konnten wir in der zweiten Hälfte unsere Leistung deutlich steigern.“

Der Glaube an die eigene Stärke

Aus dem Glauben an die eigene Stärke leitet sich eine gewisse Unerschrockenheit ab. Torhüter Gregor Kobel beschrieb diese Einstellung vor kurzem mit folgenden Worten: „Sich lange mit einem Gegentor zu beschäftigen, bringt uns nichts. Jeder macht mal Fehler, das gehört zum Fußball dazu – daher müssen wir uns einfach unterstützen und weitermachen.“

Hinzu kommt, dass die von Sportdirektor Sven Mislintat bereits im Sommer-Trainingslager beobachteten Entwicklungsschritte augenscheinlich eingetreten sind. Nicht ohne Stolz in der Stimme sagte der Kaderplaner nach dem Duell mit S04: „Es sagt schon etwas aus, wenn wir nicht zufrieden sind, auf Schalke nicht drei Punkte geholt zu haben.“

Selbst als im ersten Saisonspiel gegen Freiburg zwischenzeitlich ein Debakel drohte, ergaben sich die VfB-Profis nicht ihrem Schicksal, sondern setzten alles auf eine Karte. Mit diesem Mix aus jugendlicher Unbekümmertheit und fußballerischer Qualität wollen Matarazzo und seine „jungen Wilden“ auch weiter fleißig Punkte sammeln. 

Und die kommenden Wochen haben es in sich: Zunächst kommt Eintracht Frankfurt in die Stuttgarter Arena (07. November), dann geht es zum Europa-League-Teilnehmer 1899 Hoffenheim (21. November) und zum Monatsabschluss sind am 28. November die Bayern zu Gast am Wasen. Da können die neuen Stuttgarter Comeback-Qualitäten mit Sicherheit nicht schaden. 

Die Personallage vor dem Fankfurt-Spiel

  • Ein Gedränge wie schon lange nicht mehr herrschte am Montag auf dem Trainingsgelände des VfB: Die Stuttgarter Profis starteten unter Anleitung von Cheftrainer Matarazzo mit den Vorbereitungen auf das kommende Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt.
  • So ist die aktuelle Personalsituation: Mit Ausnahme der beiden Langzeit-Verletzten Konstantinos Mavropanos (Meniskusriss) und Maxime Awoudja (Achillessehnenriss) nahmen alle 27 Feldspieler sowie das Torhüter-Trio am Teamtraining teil. Lediglich Erik Thommy (nach Ellenbogenbruch) und Clinton Mola (nach Hüftproblemen) trainierten individuell.