VfB Stuttgart

Stratege oder Statist? Daniel Didavi sucht seine Rolle beim VfB

Daniel Didavi (li.) und Trainer Pellegrino Matarazzo
Spielmacher Daniel Didavi bekommt beim VfB Stuttgart zunehmend junge Konkurrenz. Wird er in seinem letzten Vertragsjahr vom Boss zum Bankdrücker? © Danny Galm

Daniel Didavi ist unter den Fans des VfB Stuttgart seit jeher ein sensibles Thema. Als gebürtiger Schwabe und Eigengewächs des Clubs steht er bei vielen von ihnen hoch im Kurs, bei manchen seit seinem zwischenzeitlichen Abschied zum VfL Wolfsburg im Sommer 2016 nicht mehr ganz so hoch.

Mislintat: „Er ist und bleibt ein wichtiger Faktor für uns“

Die einen staunen über die fußballerischen Fähigkeiten des Mittelfeldspielers, die anderen stöhnen über seine Verletzungsanfälligkeit. Für Gesprächsstoff sorgt der 30-Jährige jedenfalls so oder so. Auch in dieser noch jungen Bundesliga-Saison, in der er seine Rolle erst noch finden muss. Stratege oder Statist? Didavi könnte beides werden.

„Er ist und bleibt ein wichtiger Faktor für uns“, betonte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat nach dem 2:2 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt letzten Samstag, bei dem Didavi zum zweiten Mal in Folge auf der Bank saß. Auf Schalke (1:1) zuvor habe sich Coach Pellegrino Matarazzo „für mehr Speed im Zentrum entschieden“ und deshalb für den jungen Mateo Klimowicz, berichtete Mislintat.

Gegen Frankfurt vertraute Matarazzo dann wieder dem Argentinier, der in seinen Augen „auch ein Spielentscheider ist, aber mit anderen Waffen.“ Zudem sei laut Mislintat erst nicht klar gewesen, ob es bei Didavi nach einem Schlag auf die Wade überhaupt für einen Kaderplatz reichen würde.

Seine Gesundheit und seine körperliche Verfassung sind immer wiederkehrende Themen, wenn es um Didavi geht. Seine bisherige Laufbahn war gepflastert mit Verletzungen. Dass er einen feinen linken Fuß hat, tolle Freistöße schießen und messerscharfe Pässe spielen kann, stellt keiner infrage. Ob er nochmal eine ganze Saison auf höchstem Niveau durchziehen kann, dagegen schon.

Wertvolle Bundesliga-Erfahrung

Ein gesunder Didavi ist immer noch oft ein guter Didavi. Das belegen auch sein Tor und seine zwei Vorlagen in den ersten fünf Liga-Partien der Saison. Fast noch wertvoller macht ihn inmitten dieser jungen Stuttgarter Mannschaft aber seine Erfahrung von nunmehr 157 Bundesliga-Einsätzen.

Wohl auch deshalb können sich die VfB-Bosse vorstellen, Didavis Ende Juni 2021 auslaufenden Vertrag noch einmal zu verlängern. Erreicht er diese Saison eine gewisse Anzahl von Einsätzen, passiert das ohnehin automatisch. Andernfalls wolle man sich im Frühjahr mit dem Spieler zusammensetzen und über eine Weiterbeschäftigung sprechen, erklärte Sportdirektor Mislintat diese Woche.

Womöglich soll der Routinier die neue Generation junger Wilder also noch länger mitentwickeln, sie in ihrer aktuellen Übergangsphase begleiten. Als Stratege? Als Statist? Es ist schwer zu prognostizieren, was das Drehbuch für Didavi noch so bereit hält. Im Rampenlicht steht er aber sicher auch weiterhin.