VfB Stuttgart

Stresstest zum Auftakt: Neuer Trainer, neues Glück?

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo_0
Der VfB Stuttgart hatte sich nach der Hinrunde von Trainer Tim Walter getrennt und Hoffenheims Co-Trainer Matarazzo als Nachfolger verpflichtet. © ZVW/Danny Galm
Stuttgart.

Neuer Trainer, neues Glück? Am Mittwoch (18.30 Uhr/ZVW-Liveticker) geht es im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim für den VfB Stuttgart mit seinem neuen Chefcoach Pellegrino Matarazzo um die ersten drei Punkte des Jahres. Beide Clubs trennt vor dem Spiel nur ein Zähler - eine Niederlage kann sich der VfB eigentlich nicht erlauben. Sonst wäre das große Ziel vom Aufstieg in die Fußball-Bundesliga noch mehr in Gefahr als ohnehin schon. Die Partie wird direkt ein Stresstest für den neuen Trainer und seine Mannschaft. Doch wie gut in Form ist das Team, wie lief die Wintervorbereitung und welche Personalentscheidungen hat Matarazzo schon getroffen? Antworten auf die wichtigsten Fragen vor dem Heidenheim-Spiel.

Wie ist die Situation für den VfB Stuttgart?

Stuttgart steht in der Tabelle nur auf Platz drei - das ist zu wenig. Für die direkte Rückkehr in die Bundesliga muss die Mannschaft Erster oder Zweiter werden. Im Dezember musste Trainer Tim Walter deswegen gehen, Nachfolger ist Pellegrino Matarazzo. Der war zuvor Co-Trainer bei der TSG 1899 Hoffenheim und noch nie Chefcoach einer Profimannschaft. Der 42-Jährige fiebert seinem ersten Spiel auf der Stuttgarter Trainerbank entgegen: "Ich freue mich extrem auf die Atmosphäre im Stadion und bin mir sicher, dass wir die Herausforderung gemeinsam gut meistern werden."

In welcher Form geht der VfB ins Heimspiel gegen Heidenheim?

Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. "Wenn wir in der Rückrunde die Dinge anpacken, die wir in der Hinrunde nicht so gut gemacht haben, geht kein Weg an uns vorbei", sagte Stürmer Mario Gomez dem SWR im Trainingslager. Er betonte aber auch: Es geht ums Machen, nicht um das darüber Reden. Die drei Testspiele in der Vorbereitung hat der VfB gewonnen. Zuletzt gab es im Duell mit Liga-Konkurrent Dynamo Dresden ein 3:1.

Worauf hat der neue Trainer in der Vorbereitung wert gelegt?

Sauberes Passspiel, kluge Verlagerung, angreifen im richtigen Moment - das ist Pellegrino Matarazzo wichtig. Er erwartet etwas mehr Flexibilität als Vorgänger Tim Walter. "Das Thema Ballverlust war sehr wichtig für uns. Und wie wir auch zu Torchancen kommen wollen", erklärte Matarazzo vor seinem Debüt gegen Heidenheim. "Wenn alle das gleiche Verständnis haben, dann wird es meistens auch synchron und das Timing passt besser." Ein Schlüssel für den Erfolg: Hohes Tempo.

Welche Personalentscheidungen sind schon getroffen?

Sicher ist vor allem, wer nicht spielt: Der verletzte Holger Badstuber und der gesperrte Gonzalo Castro. Silas Wamangituka war krank, ob es bei ihm für Mittwoch reicht, war am Montag noch offen. Mateo Klimowicz ist mit Fieber kein Thema. Im Tor hat sich Matarazzo für Gregor Kobel entschieden, der unter Vorgänger Tim Walter zuletzt seinen Stammplatz verloren hatte. Kapitän Marc Oliver Kempf dürfte sicher spielen, allerdings womöglich als Linksverteidiger. Über seine beiden Stoßstürmer Mario Gomez und Hamadi Al Ghaddioui sagte Matarazzo: "Unsere Stürmer haben beide eine sehr gute Form und es ist sehr denkbar, dass beide spielen oder nur einer." Bei der Generalprobe gegen Dresden durften die beiden "Tanker" (O-Ton Sportdirektor Sven Mislintat) in der zweiten Halbzeit gemeinsam ran. Beide trafen. Dennoch spricht viel dafür, dass Matarazzo zum Ligaauftakt mit einem 4-2-3-1-System beginnt.

Was denkt Matarazzo über den Gegner aus Heidenheim?

Der Respekt vor dem Tabellenvierten ist groß. "Das ist eine sehr geschlossene, sehr disziplinierte und sehr laufstarke Mannschaft, die einen großen Fokus auf die Defensive legt", erklärte er. "Das wird auch ein Tick weit ein Geduldsspiel werden." Auch wenn er im Aufstiegsrennen einen Dreikampf aus Tabellenführer Arminia Bielefeld, dem Hamburger SV und seinem VfB erwartet, sagte Matarazzo: "Heidenheim greift auch an. Mit so wenig Gegentoren ist man immer gefährlich. Die sind auch ernstzunehmen."

Wie steht der VfB-Trainer zu weiteren Transfers?

Matarazzo hat am Montag weitere Zugänge noch in dieser Transferperiode nicht ausgeschlossen: "Wir sind zufrieden, aber wenn irgendwas passt, kann es sein, dass wir zuschlagen. Es muss passen. Ich will auch keine bestimmte Position sagen." Noch bis zum Freitag können die Proficlubs in Deutschland Spieler verpflichten. Bislang hatte der VfB in der Winterpause den Außenbahnspieler Darko Churlinov vom 1. FC Köln geholt. Nicht mehr in Stuttgart spielen Emiliano Insua (LA Galaxy) und Santiago Ascacíbar (Hertha BSC).


Neue Podcast-Folge zum Start ins Pflichtspieljahr

Der Start ins Pflichtspieljahr ist auch Thema in der aktuellen Folge von "Wir reden über den VfB", dem ZVW-Fußball-Podcast. Der 1. FC Heidenheim ist in vielen Bereichen völlig anders als der VfB: Vorstandschef Holger Sanwald hat seit 25 Jahren das Sagen. Trainer Frank Schmidt amtiert seit 2007. Der Etat ist an der Brenz nur halb so hoch, trotzdem liegt Heidenheim in der Tabelle nur einen Punkt hinter dem VfB. Wie wird das Spiel am Mittwoch? Was kann der neue Trainer Pellegrino Matarazzo bewirken? Und wie steht es wirklich um das Projekt Aufstieg? Darüber spricht Frank Nipkau mit  VfB-Reporter Danny Galm. Sie hören die neue Folge auf zvw.de/podcast oder auf Apple Podcast und Spotify.