VfB Stuttgart

Stuttgart bestraft den BVB eiskalt

Fußball VfB Stuttgart vs. Borussia Dortmund_0
Stuttgarts Akolo wird von BVB-Keeper Bürki angeschossen und marschiert anschließend ins leere Dortmunder Tor. © Danny Galm

Stuttgart.
Der VfB Stuttgart hat seine beeindruckende Heimserie weiter ausgebaut und am Freitagabend auch das Spitzenteam aus Dortmund geschlagen. Chadrac Akolo (5.) und Josip Brekalo (51.) trafen beim 500. Bundesliga-Heimsieg der Schwaben für den Aufsteiger, Maximilian Philipp erzielte das zwischenzeitliche 1:1 (46.).

Wie die Mannschaft von Hannes Wolf den BVB geknackt hat, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

62 Tage nach seinem Horror-Crash kehrte VfB-Kapitän Christian Gentner gegen Borussia Dortmund überraschend zurück in die Stuttgarter Startelf. Zusammen mit Santiago Ascacibar, der zuletzt gegen den HSV aufgrund einer Gelbsperre fehlte, bildete der 32-Jährige im 3-4-2-1-System die Doppelsechs.

In der Defensive schickte Trainer Hannes Wolf das spielstarke Innenverteidiger-Trio Badstuber, Baumgartl und Pavard auf den Rasen, flankiert von Emiliano Insua (links) und Andreas Beck (rechts). In der Sturmspitze durfte Daniel Ginczek von Beginn an ran. Bedient werden sollte der bullige Angreifer am Freitag von Berkay Özcan und Chadrac Akolo.

Spielidee und Taktik

Der BVB wollte auch in Stuttgart seinen intensiven und extrem dominanten Ballbesitzfußball spielen. Dem wollte VfB-Trainer Hannes Wolf mit einer Systemumstellung beikommen und so schickte er seine Elf im 3-4-2-1-System, statt wie zuletzt in Hamburg im 4-2-3-1, auf den Rasen.

Ziel war es so, durch geschicktes Verschieben und eine aggressive und extrem hohe mannorientierte Verteidigung, die spielstarke Borussia möglichst früh zu bremsen. Durch schnelles Umschaltspiel sollte über die schnellen Außenbahnspieler die zuletzt wackelige BVB-Defensive in Bedrängnis gebracht werden.

Spielverlauf kompakt

Keine fünf Minuten waren gespielt, da schoss Chadrac Akolo den VfB nach einem dicken Patzer von BVB-Keeper Bürki mit 1:0 in Führung. In der Folge übernahmen die Gäste allerdings mehr und mehr die Spielkontrolle und kamen in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 1:1: Maximilian Philipp verwandelte einen Abpraller, nachdem Andre Schürrle zuvor mit einem Handelfmeter an VfB-Keeper Zieler gescheitert war. Der BVB in der ersten Hälfte mit 9:1 Torschüssen und 64 Prozent Ballbesitz - der Ausgleich verdient.

Auch in die zweite Halbzeit erwischten die Hausherren einen Traumstart: Berkay Özcan gewann den Ball in der eigenen Hälfte und schickte den eingewechselten Josip Brekalo, der den Ball durch die Beine von Abwehrspieler Zagadou und Keeper Bürki ins Tor jagte (51.). Mit der knappen Führung im Rücken verlagerte sich der VfB aufs Kontern. Dortmunds Yarmolenko traf einmal irregulär (Handspiel) ins Stuttgarter Tor und scheiterte wenig später am aufmerksamen Zieler (73.). Özcan (71) und Asano (79.) vergaben auf der Gegenseite zwei gute VfB-Chancen. Dann war der 500. Heimsieg des VfB in der Bundesliga eingefahren.

Spielentscheider

Wie spielt eine Mannschaft, die keinen klassischen Spielmacher hat? Ganz einfach: Das Mittelfeld wird mit scharfen und präzisen Pässen in die Schnittstelle oder langen Flugbällen hinter die Abwehrreihen schnell und schnörkellos überbrückt. Mit diesem Mitteln zog der VfB Stuttgart am Freitagabend dem BVB den Zahn und bestrafte eiskalt die Fehler der Dortmunder Hintermannschaft. In der Defensive verteidigten die Schwaben zudem mit viel Leidenschaft und Kampfgeist und verdienten sich so ihren 500. Bundesliga-Heimsieg.

Die Gäste aus Dortmund betrieben in Stuttgart einen extrem hohen Aufwand (62 Prozent Ballbesitz, 13 Torschüsse), erzielte aber keinen Ertrag. Die Bosz-Elf verfügt ohne jeden Zweifel über eine Menge fußballerische PS, bringt diese aber nicht auf den Rasen.

Auf den Punkt gebracht

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel war VfB-Trainer Hannes Wolf voll des Lobes für seine Mannschaft: „Die Mannschaft hat heute super gespielt. Die Jungs haben Verantwortung übernommen und am Limit gespielt.“ Eine vorsichtige erste Entwarnung gab es bezüglich der verletzt ausgewechselten Akolo und Ginczek: „Beide waren nach dem Spiel in der Lage, sich sehr zu freuen. Das werte ich mal als gutes Zeichen.“

Dortmunds Cheftrainer Peter Bosz ärgerte sich über das „lächerliche“ erste Gegentor und lobte den Gegner: „Stuttgart hat Druck gemacht, aber wir haben in der ersten Halbzeit gut Fußball gespielt. Nur der letzte Pass hat uns gefehlt.“ Weniger zufrieden war der Holländer mit dem Auftreten seiner Mannschaft im zweiten Durchgang: „Das war nicht gut.“

Tweet des Tages

Ausblick

Für Borussia Dortmund geht es bereits am nächsten Dienstag (20.45 Uhr) mit dem Heimspiel in der Champions League gegen die Tottenham Hotspurs weiter, ehe dann am Samstag, den 25.11., um 15.30 Uhr das Revier-Derby gegen den FC Schalke 04 auf dem Plan steht.

Hannes Wolf und der VfB Stuttgart eröffnen auch in der nächsten Woche den Bundesliga-Spieltag. Am nächsten Freitag um 20.30 Uhr (ZVW-Liveticker) gastieren die Schwaben in der HDI-Arena beim Mitaufsteiger Hannover 96.


VfB Stuttgart – Borussia Dortmund 2:1 (1:1)

Stuttgart: Zieler - Baumgartl, Badstuber, Pavard, - Beck, Insua - Gentner, Ascacibar – Özcan (84. Aogo), Akolo (46. Brekalo) – Ginczek (45. Asano)

Bank: Grahl (Tor), Ailton, Mangala, Terodde

Trainer: Hannes Wolf

Dortmund: Bürki - Toljan, Bartra, Sokratis (46. Zagadou), Schmelzer - Weigl - Götze, Kagawa (63. Dahoud) – Philipp, Yarmolenko, Schürrle (83. Guerreiro)

Bank: Weidenfeller (Tor), Castro, Sahin

Trainer: Peter Bosz

Tore: 1:0 Akolo (5.), 1:1 Philipp (46.), 2:1 Brekalo (51.)

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Zuschauer: 58.932 (ausverkauft)