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Angriff auf Angeklagten im Ellwanger Mordprozess

Landgericht Ellwangen
Landgericht Ellwangen. Foto: Stefan Puchner/dpa/Archivbild © dpa

Ellwangen.
Im Mordprozess gegen einen Vater und seine zwei Söhne vor dem Landgericht Ellwangen hat es einen gewalttätigen Angriff auf einen Angeklagten gegeben. Ein Mann aus dem Publikum sprang am Dienstag mit erhobenen Fäusten auf den 55-jährigen Vater zu, als dieser in der Mittagspause aus dem Saal geführt werden sollte. Drei Justizbeamte überwältigten den Angreifer und führten ihn in Handfesseln ab. Nach Feststellung der Personalien wurde er aus dem Gerichtsgebäude gewiesen.

Der Angreifer gehört dem Vernehmen nach zur türkischen Familie eines Mannes, der 2008 von dem 55-Jährigen ermordet worden sein soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, diesen seinerzeit mit seiner Tochter verheiraten Mann erwürgt zu haben. Als Grund nannte die Anklagebehörde, dass der aus Sizilien stammende Vater "gegen die Beziehung seiner Tochter zu dem türkischen Staatsangehörigen muslimischen Glaubens" gewesen sei. Die Leiche des Opfers wurde nie gefunden.

Der Vater und seine 33 Jahre und 31 Jahre alten Söhnen sind wegen Mordes angeklagt. Alle drei sind italienische Staatsbürger. Der Vater soll drei Menschen getötet haben - zwei von ihnen gemeinschaftlich mit dem älteren Sohn. Dem jüngeren Sohn wird Mittäterschaft bei einem Mord zur Last gelegt. Alle drei Morde sollen in Sontheim an der Brenz (Kreis Heidenheim) verübt worden sein.