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Bundesweite Groß-Razzia gegen Reichsbürger und Querdenker

Polizei Wasen Symbolbild
Symbolbild. © Danny Galm

Spezialkräfte der Polizei durchsuchen seit dem frühen Mittwochmorgen an zahlreichen Orten Deutschlandweit, aber auch in Baden-Württembergs Wohnungen mutmaßlicher Corona-Leugner und sogenannter Reichsbürger. Im Einsatz sind nach zahlreichen Medieninformationen Ermitter des Bundeskriminalamtes, des Sondereinsatz-Kommandos (SEK) und auch Sprengstoffexperten.   

Bundesanwaltschaft: Gruppe wollte staatliche Repräsentanten stürzen

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft wollten mutmaßliche Mitglieder der Reichsbürgerszene die staatliche Ordnung in Deutschland stürzen und durch eine eigene ersetzen wollen. Diese Staatsform sei schon in Grundzügen ausgearbeitet gewesen, teilte die Karlsruher Behörde am Mittwochmorgen mit.

«Den Angehörigen der Vereinigung ist bewusst, dass dieses Vorhaben nur durch den Einsatz militärischer Mittel und Gewalt gegen staatliche Repräsentanten verwirklicht werden kann», heißt es in der Mitteilung. «Hierzu zählt auch die Begehung von Tötungsdelikten.» Die Bundesanwaltschaft hatte am Morgen 25 Verdächtige festnehmen lassen.

Ein Sprecher des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg bestätigte den Einsatz. Der Nachrichtenagentur dpa zufolge hat die Bundesanwaltschaft  25 Menschen aus der sogenannten Reichsbürgerszene im Zuge einer Razzia festnehmen lassen. Zahlreiche Beamte seien in elf Bundesländern im Einsatz, sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde der Deutschen Presse-Agentur.  

Ermittlungen gegen KSK-Soldaten

Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gegen Verdächtige aus der sogenannten Reichsbürgerszene richten sich auch gegen einen Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr. Es handele sich dabei um einen Mann aus dem Stab, sagte ein Sprecher des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Informationen der dpa wurden sein Haus und sein Dienstzimmer in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw (Baden-Württemberg) durchsucht. Der Unteroffizier, der kein Kommando-Soldat ist, war in der Bundeswehr bereits als Impfgegner aufgefallen und später aus der Truppe heraus gemeldet worden. Bei den Ermittlungen sind demnach bisher aber keine Bezüge zu früheren Extremismusvorfällen im KSK entdeckt worden.