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CDU-Fraktionschef für abgestufte Exit-Strategie

Wolfgang Reinhart (CDU)
Wolfgang Reinhart, Vorsitzender der CDU-Fraktion von Baden-Württemberg, spricht. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild © dpa

Stuttgart.
CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart will Wirtschaftsbereiche mit geringer Corona-Ansteckungsgefahr bereits bald wieder arbeiten lassen. "Wo mit geringer Ansteckungsgefahr gearbeitet werden kann oder Abstandsregeln gut umsetzbar sind - etwa in der hochautomatisierten Fertigung - sollte auch bald wieder angefangen werden", sagte Reinhart der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag). Wo dagegen Homeoffice und digitales Arbeiten möglich sei, sollten die Kontaktreduktionen auch noch länger bleiben. Auch hohe Wertschöpfung sollte laut Reinhart ein Kriterium sein: Branchen, die besonders viel erwirtschafteten, sollten möglichst früh wieder voll durchstarten können.

Reinhart sprach sich für eine abgestufte Exit-Strategie aus. "Wir müssen risikobezogen agieren und entscheiden. Dafür braucht es eine gestufte, differenzierte und flexible Strategie. Manches kann schneller und manches nur langsamer wieder hochfahren. Dafür brauchen wir klare Kriterien und viel Disziplin."

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat in den beiden Zeitungen seine zurückhaltenden Äußerungen über eine Lockerung der Einschränkungen in der Coronakrise verteidigt. "Wir sind eine freie Gesellschaft, und es ist ja niemandem verboten zu diskutieren. Aber wir als Entscheider sollten nicht mit Debatten Spekulationen und Verunsicherungen auslösen." Auf diese Linie habe er sich mit der Kanzlerin und den Länderkollegen verständigt. Mit Debatten, die nicht auf Fakten beruhten, könnten "falsche Hoffnungen" geweckt werden. "Wir sind ja nicht in einer Talkshow, wo alle schön reden und wo die Moderatorin dann am Ende "Gute Nacht" sagt und alle nach Hause gehen, aber dann keiner schlauer ist als vorher."