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Daimler erwägt Börsengang der Lastwagensparte ab Ende 2021

Daimler AG
Die Zentrale der Daimler AG im Mercedes-Benz Werk Untertürkheim. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © Marijan Murat

Düsseldorf/Stuttgart (dpa) - Der Autokonzern Daimler bereitet laut einem Pressebericht den Börsengang seiner Lastwagensparte vor. Konzernchef Ola Källenius strebe eine Abtrennung des Geschäftsbereichs Ende 2021 oder - wahrscheinlicher - im Jahr 2022 an, berichtete das «Handelsblatt» unter Berufung auf Konzern- und Finanzkreise. Auch ein Teilverkauf an einen Finanzinvestor sei denkbar. Ein Daimler-Sprecher lehnte eine Stellungnahme am Mittwoch ab: «Spekulationen kommentieren wir nicht.»

Bei der Umsetzung der Pläne setzt Daimler dem Bericht zufolge auf den 61-jährigen Spartenchef Martin Daum. Dessen Vertrag laufe Anfang 2022 aus, dürfte aber bald um mindestens drei Jahre verlängert werden, meldete die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise. Überlegungen zu einer Vertragsverlängerung wurden der Deutschen Presse-Agentur aus Industriekreisen bestätigt. Daum mache eine gute Arbeit. Daimler selbst wollte sich auch dazu nicht äußern.

Nachdem Daum bereits Daimlers US-Nutzfahrzeugtöchter Freightliner und Western Star saniert hat, soll er dies im Europa-Geschäft mit der Hauptmarke Mercedes-Benz Trucks laut «Handelsblatt» wiederholen.

Zuletzt machte die Corona-Krise Daimler in dem Geschäft schwer zu schaffen. 2019 hatte Daimler mit Trucks und Bussen einen Jahresumsatz von fast 45 Milliarden Euro erzielt. Doch den ersten neun Monaten des laufenden Jahres brachen Umsatz und Absatz kräftig ein. Der Betriebsgewinn sackte sogar um 99 Prozent auf 32 Millionen Euro ab.

Daimler und Daum könnten nun darauf hoffen, dass Spediteure nach dem Corona-Jahr wieder mehr Lastwagen ordern. Wenn sich dazu noch erste Erfolge bei der Senkung der Kosten einstellten, würde auch ein Teilbörsengang denkbar, schreibt die Zeitung.

Dem Bericht zufolge machen Daimler-Chef Ola Källenius und Finanzvorstand Harald Wilhelm Druck. Die Manager wollten die Marktkapitalisierung des Autobauers von derzeit gut 60 Milliarden Euro deutlich erhöhen, um die Unabhängigkeit des Konzerns zu sichern.