Stuttgart & Region

Drohender Gasmangel im Winter: Wie die Stadt Stuttgart Energie sparen will

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Noch ist die Gasversorgung gesichert. © Habermann

Ein Blick auf den kommenden Winter lässt erkennen: Deutschland droht ein Gasmangel. Auch die Stadt Stuttgart bereitet sich auf diese Situation vor und überlegt, wie und wo sie am besten Energie einsparen kann. Welche Maßnahmen die Verwaltung nun plant, gab sie am Dienstag (16.08.) bekannt.

Vor allem beim Thema Heizen sieht die Landeshauptstadt am meisten Potential, um Energie einsparen zu können. So sollen demnach Städtische Gebäude erst ab dem 1. November dauerhaft beheizt werden. „Vorher wird die Heizung nur stundenweise in Betrieb genommen, wenn die Raumtemperatur an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Soll‐Temperatur unterschreitet,“ so Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt in Stuttgart. Allein diese Maßnahme werde den städtischen Energiebedarf in diesem Jahr um ein Prozent reduzieren. Das entspricht in etwa dem 980-fachen Wärmebedarf eines 4-Personen‐Haushalts.

Weitere Maßnahmen noch in Umsetzung

Um so viel Energie wie möglich zu sparen, sollen zudem in den städtischen Gebäuden die Klimaanlagen abgeschaltet werden. Wann genau das passieren soll, ist im Moment noch unklar. Klimatisiert werden dann künftig nur noch Gebäude, in denen es „aus medizinischen, betriebstechnischen oder konservatorischen Gründen unumgänglich ist.“

Auch Lüftungsanlagen sollen gedrosselt werden. Bei Gebäuden, in denen eine Fensterlüftung möglich ist, könnte auch den Luftreinigern der Stecker gezogen werden. Zudem möchte Stuttgart Kühlschränke und Getränkeautomaten überprüfen lassen, ob diese auch auf die vorgegebene Temperatur von 8 Grad Celsius eingestellt sind.

Liste der möglichen weiteren Energiesparmaßnahmen

  • Abschalten der nächtlichen Außenbeleuchtung von öffentlichen Gebäuden, wie das Alte Schloss, die Markthalle, das Stadtpalais, der Tagblattturm, der Fernsehturm, die Stifts- oder Johanneskirche. Diese Maßnahme soll bereits bis spätestens Freitag (19.08.) durchgeführt werden. Eine Ausnahme ist hier das Treppenhaus des Kunstmuseums. 
  • Abschalten zahlreicher Brunnen in der Innenstadt.
  • Schließung möglichst vieler städtischer Gebäude zwischen den Weihnachtsfeiertagen, dem 1. Januar und dem 8. Januar 2023. Eine Ausnahme wären hier Notdienste und Bürgerservice.
  • Schließung von Saunen und einzelnen Hallenbädern sowie derer Außenbecken und Temperaturabsenkungen in den Hallenbädern.
  • Zweite Eisaufhalle auf der Waldau könnte komplett geschlossen bleiben.
  • Ausschalten von Rasenheizungen.
  • Reduzierung von Flutlichtanlagen.
  • Reduzierung der Straßenbeleuchtung. Aktuell ist eine komplette Abschaltung der Straßenbeleuchtung in ganzen Straßen oder in Wohngebieten nicht vorgesehen.

Stuttgart hat bereits Energiesparmaßnahmen beschlossen und diese auch zum Teil schon umgesetzt. So ist seit dem 28. Juli 2022 die Außenbeleuchtung des Stuttgarter Rathauses eingestellt worden. In den Stuttgarter Freibädern wird derzeit nur noch über Solarthermie oder Photovoltaik mit Wärmepumpen geheizt. Ab dem 19. September sollen außerdem die Warmbadetage in allen Stuttgarter Hallenbädern entfallen.