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EnBW-Chef zur Energiewende: Es sollte schneller werden

EnBW-Konzernchef Frank Mastiaux
Frank Mastiaux, Vorstandsvorsitzender beim Energiekonzern EnBW, sitzt auf dem Podium. Foto: Uwe Anspach/dpa/Bildarchiv © Uwe Anspach

Stuttgart/Karlsruhe (dpa/lsw) - EnBW-Chef Frank Mastiaux begrüßt das Vorhaben der möglichen Ampel-Koalition, den Ausbau der Windenergie in Deutschland zu beschleunigen. «Zum ersten Mal lese ich in einem Sondierungspapier von SPD, Grünen und FDP, dass die Geschwindigkeit verdoppelt werden soll. Das ist für mich ein klares Signal, dass die neue Koalition in Berlin, sofern sie denn kommt, das System strukturell ändern will», sagte der Vorsitzende des Karlsruher Energiekonzerns in einem am Mittwoch online von der «Stuttgarter Zeitung» veröffentlichten Interview. In Baden-Württemberg gebe es das gleiche Ziel. «Das ist eine Herkulesaufgabe.»

Mastiaux hatte immer wieder kritisiert, dass die Verfahren zur Genehmigung neuer Windräder viel zu lang seien, wenn die Energiewende gelingen soll. «Es reicht nicht, nur ein bisschen schneller zu werden», sagte der EnBW-Chef in dem Interview. Nötig seien völlig andere Prozesse. «Schließlich geht es nicht mehr um regional einzugrenzende Entscheidungen, sondern um eine nationale Aufgabe», sagte er. «Da geht es um sehr sequenzielle und analoge Verfahren mit zum Beispiel gigantischen Papiermengen, die von A nach B transportiert werden müssen. Digitalisierung würde da sicher helfen.»

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