Stuttgart & Region

Fünfjähriger in Lederhosen sucht seinen Papa

Riesenrad
Symbolbild. © pixabay.com

Bad Cannstatt. Am Mittwochabend (1.5.) hat ein Fünfjähriger auf dem Frühlingsfest in Bad Cannstatt seinen Vater verloren. Mit Hilfe von Facebook schafften es Polizisten Kontakt zum Vater aufzunehmen und die beiden wieder zusammen zu bringen. 

Frühlingsfestbesucher sprachen gegen 20.30 Uhr Beamte der Bundespolizei am Wasenausgang an, da sie einen kleinen Jungen alleine auf dem Wasengelände gesehen hatten. Als Bundespolizisten den Jungen ansprachen, wollte der kleine Mann in Lederhose und Karohemd nicht stehen bleiben. Er war sich sicher, dass sein Papa bereits am Bahnhof sei und so ließ er sich auch nicht von den Einsatzkräften auf der Suche nach ihm aufhalten. Gemeinsam mit dem Jungen durchkämmten die Bundespolizisten schließlich den Bahnhof - zunächst ohne Erfolg.

Nachdem die Polizisten den 5-Jährigen anschließend fragten, ob er sich in ein Polizeiauto setzen mag, entgegnete ihnen ein strahlendes Kindergesicht und die kurze Antwort "yes". Somit waren die ersten Tränen getrocknet und der englischsprachige Junge konnte sich zunächst einmal beruhigen. Nun gelang es den Polizisten ein Gespräch aufzubauen. Im Zuge dessen schrieb der Fünfjährige den Beamten auch seinen Vornamen auf einen Zettel. Leider half das nicht weiter, denn bei der Wasenwache war das Kind nicht als vermisst gemeldet worden. Der kleine Junge, welcher sich selbst schon als "big boy" bezeichnete, erwies sich als sehr gewitzt und erklärte den Bundespolizisten genau seinen Weg mit dem Zug nach Ulm, sowie den Weg mit dem Bus und der richtigen Buslinie, welche er weiter nehmen müsste, um nach Hause zu gelangen. Dort könne er dann schließlich hinlaufen und klingeln, da seine "Mommy" zuhause sei. Einen Nachnamen, Adresse oder Telefonnummer wusste der Fünfjährige allerdings nicht.

Nach einem ausgiebigen Gespräch über seinen Tagesablauf auf dem Frühlingsfest und dem Besuch seines Onkels aus den USA gelang es den Polizeibeamten schließlich einen Nachnamen in Erfahrung zu bringen. Die Vornamen der Eltern waren bereits bekannt und so mussten die Bundespolizisten nur noch die richtige Schreibweise herausfinden. Nach einigen Anläufen fanden sie auf Facebook ein passendes Profil. Auf dem Profilfoto erkannte der Kleine sofort seine Familie: "That's my daddy. And this is mommy and my little brother."

Nach einer kurzen Nachricht sowie einem Rückruf des Vaters, konnte dieser seinen aufgeweckten Sprössling schließlich sichtlich erleichtert wenige Minuten später am Polizeiauto in die Arme schließen. Nachdem er erklärte, dass der 5-Jährige während des Kaufs einer Pizza plötzlich weg war, bedankte er sich schließlich noch herzlich bei den Beamten. Dann konnten Vater und Sohnemann ihren Heimweg nach Ulm schließlich gemeinsam antreten.