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Fritz Kuhn freut sich auf die Zeit als Ex-Oberbürgermeister

Fritz Kuhn im Paternoster
Der Oberbürgermeister von Stuttgart, Fritz Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Marijan Murat/dpa © Marijan Murat

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Grünen-Politiker Fritz Kuhn kann seinen Jahren als Stuttgarter Oberbürgermeister zwar so einiges abgewinnen. Er freut sich aber auch auf die Vorteile, die eine Zeit als Ex-Stadtoberhaupt so mit sich bringt. «Das ist mit Sicherheit eine Veränderung», sagte er über die kommenden Jahre. «Auf der anderen Seite kann mir auch keiner mehr sagen 'Da ums Eck ist ein Fahrrad umgefallen, das müssen Sie jetzt wieder richten lassen'.» Er sei dann ein normaler Bürger und werde sich alles genauer anschauen. «Aber ich bin mir ganz sicher, dass ich mich nicht einmischen werde», versprach er dem SWR.

Nach acht Jahren im Amt und mehr als einen Monat nach der jüngsten Wahl hat Kuhn am Dienstag ein letztes Mal als Stadtoberhaupt das Rathaus betreten. Allerdings ist die deutliche Wahl seines Nachfolgers Frank Nopper (CDU) zum neuen Oberbürgermeister nach wie vor nur «unter Vorbehalt» gültig. Es müsse erst über mehrere Einwände entschieden werden, hieß es im Rathaus. Am 4. Februar will der Stadtrat entscheiden, ob Nopper seine Arbeit als OB oder als Amtsverweser aufnehmen kann. Bis dahin führt der Erste Bürgermeister die Amtsgeschäfte fort.

Ziele für die Zeit als Polit-Rentner habe er sich noch nicht gesetzt - bis auf eines: «Ich werde auf jeden Fall ausschlafen, wann immer ich will» sagte er. «Weil meine letzten 40 Jahre hatten damit zu tun, dass man eigentlich zu wenig Schlaf bekommen hat, weil man dies oder jenes in einem Amt oder Mandat machen musste.»

Kuhn war erst der vierte Rathauschef seit Kriegsende in der Landeshauptstadt. Der 65-Jährige hatte vor einem Jahr mitgeteilt, dass er nicht erneut zur Wahl antreten wolle und damit sogar seine eigene Partei überrascht. In seiner Amtszeit war auch Stuttgart 21, der milliardenschwere neue Bahnknoten mit dem künftigen Tiefbahnhof, ein Dauerthema. Probleme mit dem Wohnungsbau, der Luftreinhaltung und der Mobilität traten ebenfalls in den vergangenen Jahren offen zutage.

Verabschiedet wird Kuhn nach Angaben der Stadt am 11. Februar im Beisein des baden-württembergischen Ministerpräsidenten und Parteifreunds Winfried Kretschmann - wenngleich wegen der Corona-Auflagen ohne weitere Gäste.