Stuttgart & Region

Gefälschte Impfpässe in Stuttgart und Ludwigsburg: Knapp 350 Fälle in Bearbeitung

Impfpass
Symbolfoto. © ZVW/Gaby Schneider

Polizeibeamte haben am Donnerstagmorgen (03.02.) die Wohnungen von zwölf Personen in Stuttgart und im Landkreis Ludwigsburg durchsucht, die im Verdacht stehen, gefälschte Impfpässe verwendet zu haben.

Wie die Polizei mitteite, wurden bei den Durchsuchungsmaßnahmen die Ermittler der EG Booster von Beamten der Einsatzhundertschaft sowie von zwei Vertretern der Staatsanwaltschaft Stuttgart unterstützt. In den Wohnungen der vier Frauen und acht Männer im Alter zwischen 21 und 56 Jahren fanden die Beamten neun gefälschte Impfpässe, sechs digitale Impfzertifikate sowie mehrere elektronische Geräte. Bei einem 40-jährigen Tatverdächtigen fanden sie außerdem mehrere Gramm Marihuana, verschreibungspflichtige Medikamente, mutmaßlich gefälschte Rezepte sowie einen Blanko-Rezeptblock und ein Messer. Die Auswertung der Beweismittel und die Ermittlungen dauern an. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die Personen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Anstieg an Fälschungsdelikten

Seit Mitte des Jahres 2021 verzeichnete die Stuttgarter Polizei einen kontinuierlichen Anstieg an Fälschungsdelikten in Zusammenhang mit Impfpässen. Die Beschuldigten versuchten in örtliche Apotheken mithilfe einer gefälschten Impfeintragung im gelben Impfbuch einen digitalen Nachweis zu erhalten. Aufmerksamen Mitarbeitern der Apotheken fielen dabei Unstimmigkeiten auf und gaben den Hinweis an die Polizei weiter. Wegen eines erneuten Anstiegs der Fälle im Dezember 2021 wurde die EG Booster eingerichtet, die seitdem über 30 Wohnungen durchsucht hat. Derzeit sind knapp 350 Fälle gegen über 300 Tatverdächtige in Bearbeitung.