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Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise: Wie die Stadt Stuttgart Clubs unterstützen will

Club Symbolbild
Symbolbild. © Pixabay.com

Die Stadt Stuttgart will die von der Corona-Krise besonders gebeutelte Livemusik- und Clubszene unterstützen. Betreiberinnen und Betreiber von Clubs und Livemusik-Spielstätten in der Landeshauptstadt können deshalb finanzielle Hilfe von der Stadt beantragen.

Wie viel Geld steht bereit?

"Für Locations mit einer Kapazität bis 1.000 Personen stehen insgesamt 300.000 Euro bereit", heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus.

Clubs und Spielstätten mit einer Kapazität zwischen 1.000 und 2.500 Personen können demnach zinsfreie Darlehen in Anspruch nehmen. Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats hat die Hilfen am Mittwoch (02.12.) beschlossen. 

Hohe Fixkosten bei fehlenden Einnahmen

Die nun auf den Weg gebrachten Hilfen kommen explizit den Betreibern von Kulturräumen bzw. Clubs zugute, die ihre oft hohen Fixkosten bei fehlenden Einnahmen decken müssen.

"Durch die Förderung ist es für Clubs mit einer Kapazität bis 1.000 Besucher möglich, zusätzlich zu den Finanzhilfen von Bund und Land, darüber hinausgehende Bedarfe bei der Landeshauptstadt Stuttgart anzumelden. Dabei wird diese Zuwendung als Zuschuss ausgestaltet, der auf Basis der Fixkosten berechnet wird", teilt die Stadt mit.

„Clubs gehören zum kulturellen und urbanen Leben unserer Stadt. Es geht dabei nicht nur um wirtschaftliche, sondern auch um kulturelle Standortfaktoren“, sagt der Erste Bürgermeister Fabian Mayer. „Clubs tragen zur Identitätsfindung und Orientierung bei, sie schaffen Frei-, Schutz und Kreativräume für junge Menschen. Diese Orte der Entfaltung dürfen durch die Pandemie nicht verloren gehen.“

Nachtbürgermeister und zusätzliche Verwaltungskraft sind geplant

Die Stadt hat schon vor Corona kulturpolitische Weichen gestellt. So wurde mit dem sogenannten "Live Music Fonds Stuttgart" ein bundesweit im Bereich der Clubförderung anerkanntes Förderinstrument entwickelt, mit dem Clubs und nicht nur Veranstaltungen direkt gefördert werden können.

Zukünftig wird sich auch eine Nachbürgermeisterin bzw. ein Nachtbürgermeister und eine zusätzliche Verwaltungskraft um die Stuttgarter Clubs, das Nachtleben und die Nachtökonomie kümmern. Die Stadt plant zudem weitere Gespräche mit Vertretern des Clubkollektivs zur aktuellen Situation der Stuttgarter Clubs.

Ab wann können die Hilfen beantragt werden?

Anträge für die Corona-Hilfen für Stuttgarter Clubs und Livemusik-Spielstätten können ab dem 8. Dezember 2020 gestellt werden. Clubs, die bereits an der Bedarfsabfrage des Kulturamts teilgenommen haben, reichen die erforderlichen Nachweise nach. Antragsschluss ist der 31. Januar 2021.

Berechnungsgrundlage für die Zuwendungen sind die förderfähigen Fixkosten für die Zeit der Soforthilfe (April bis Juni 2020) abzüglich der erhaltenen Soforthilfe. Die Abwicklung erfolgt über die Kulturförderung der Landeshauptstadt.

Weitere Informationen und Antragstellung